The Fine Art Of Living
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Cyclops |
| Durchschnittswertung: |
10.5/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Bruce Scoord |
vocals, guitars |
|
| Neil Randall |
basses, keyboards |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
A thousand Julys
|
5:49
|
| 2. |
It's not how you play the game, it's whether you win or lose
|
4:27
|
| 3. |
The only person I hate more than you, is me
|
4:19
|
| 4. |
Lament for Mayer
|
5:10
|
| 5. |
Parfait amour
|
7:30
|
| 6. |
Russian satellites
|
2:55
|
| 7. |
Gliders V1.1
|
8:38
|
| 8. |
Beachlife
|
4:59
|
| 9. |
I wish that I knew what I know now, when I was younger
|
4:42
|
| Gesamtlaufzeit | 48:29 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
Marco Polo's lost his way
|
4:21
|
| 2. |
The battle of Kadesh
|
10:40
|
| 3. |
Stile over the world
|
10:18
|
| 4. |
The house at Fudge Corner
|
12:37
|
| 5. |
By post-chaise to the Primrose League
|
12:47
|
| 6. |
Waiting under the umbrella
|
18:20
|
| 7. |
Kill your darlings
|
5:55
|
| Gesamtlaufzeit | 74:58 |
|
Rezensionen

„It’s summer. – Do you like summer? – It’s summer. – Do you like summer? – It’s summer. Nevertheless: please enjoy your summer.“
Auf einer CD, die diesen Sample enthält (gesprochen von einer Frauenstimme in sachlichem Ansagerinnen-Ton vor dem Hintergrund einer chill-out-Orgel-Trance), ist wohl so ziemlich alles möglich. Und was es auch sei, was sich im Bereich zwischen New Artrock, Retro-Prog, Postrock und Indie so alles tummeln mag: Bruce Soord und Neil Randall setzen es ein, ohne darin dem stilistisch verwandten, aber viel bekannteren Steven Wilson und dessen diversen Partnern nachzustehen.
Soord und Randall hatten zusammen vor einigen Jahren die Band Vulgar Unicorn gegründet und zeichnen nun für dieses neue Projekt verantwortlich, nachdem Soord zwischendurch Pineapple Thief ins Leben gerufen hatte. Die nun sogenannte „Persona Non Grata“ ist also letztlich eine Art Comeback für Vulgar Unicorn, was jedoch auf dem Cover der CD vorn und hinten nirgendwo zu erkennen ist – man muss die Hülle erst aufklappen und die Beilage lesen, bis man erfährt, mit wem man es hier zu tun hat. Weshalb auch immer sich die beiden Meister zunächst inkognito geben, weiß ich nicht – verstecken müsse sie sich jedenfalls nicht hinter ihrem neuesten Streich:
„The fine art of living“ (dass das der Albumtitel ist, erfährt man auch erst nach Raten auf der Rückseite der Hülle) ist kein so langes, aber dafür umso reichhaltigeres und vielseitiges Album, das dem Hörer einen Rundumschlag durch neuere Progstile vorführt, wobei das „Neue“ immer hörbar verwurzelt im Alten ist: erfreulicherweise – jedenfalls für meinen Geschmack – findet sich neben den seltsamsten Samples und Effekten immer wieder mal Kompositionskunst, die so typisch englisch ist, dass man das schon wieder „retro“ nennen könnte; ein Beispiel dafür ist die Pianoeinleitung zu „Lament for Mayer“. Für Vulgar Unicorn war so etwas aber auch schon typisch – siehe das Gitarren-Intro zu ihrem Meistwerwerk „Under the umbrella“ (das übrigens hier auf der Bonus-CD in einer Demo-Version zu hören ist!).
Besonders gelungen im „avantgardistischen“ Sinne ist der Opener: nach einer deftigen, fast punkigen Einleitung wird vom Bass ein Gerüst aus ein paar Akkorden aufgebaut, um das sich im weiteren Verlauf Orgel, Akustikgitarre und diverse Gitarreneffekte gewissermaßen herumwickeln; das bietet so viele Variationsmöglichkeiten, dass der Song auch gut und gerne dreimal so lang sein könnte – dies ist ein Schema, das vom frühen Eno ebenso eingeführt wurde wie von Pink Floyd und immer wieder faszinieren kann.
Wie gesagt: Altes steht hier neben Unerwartetem und fügt sich trotzdem mühelos zusammen. Abgesehen von diesen genannten Elementen bietet der Sound vor allem starke Bässe (wie meistens bei den „Modernen“ seit Eno), schmetternde Gitarren (stilistisch zwischen U2-Kante und Wave-effektreich), teilweise jazzig angeschlagene Drums und vorwiegend Orgel-Keys – wobei selten auch schon mal mit kurzen Neoprog-Klängen gerechnet werden muss – wie auch schon damals bei Vulgar Unicorn; man merkt, dass Soord und Randall sich nicht festlegen lassen wollen.
Lohnend ist auch die umfangreiche Bonus-CD: neben dem erwähnten „Umbrella“-Demo (das in durchaus „gehobener“ Demo-Qualität daherkommt) gibt es als zweites Kernstück in den Tracks 1-3 sozusagen den Versuch eines dreigeteilten New-Wave-Longtracks: wieder so eine Idee, auf die man erstmal kommen muss.
Fazit: Ein Album, mit dem sowohl der konservative Progger wie auch der Neu-Intellektuelle wahrscheinlich etwas anfangen kann.
| Anspieltipp(s): |
"A thousand Julys" oder "Gliders V1.1" (das ist der Song mit dem 'Summer'-Sample) |
| Vergleichbar mit: |
einer sehr alt-englischen Variante von Porcupine Tree, die permanent den "Sunday of life" feiert |
|
| Veröffentlicht am: |
7.12.2004 |
| Letzte Änderung: |
7.12.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Schon eigenartig, wenn das ehemalige Sideprojekt die ursprüngliche Band überholt. So steht das aktuelle Vulgar Unicorn Album – nach einer mehr als vierjährigen Albumpause seit „Jet set radio“ – unweigerlich im Schatten von Pineapple Thiefs letztem Album „Variations on a dream“, denn bei beiden Bands / Projekten hat Multi-Instrumentalist und Songschreiber Bruce Soord nicht unerheblich seine Finger im Spiel. So ist es dann auch nicht ganz überraschend, dass Persona Non Grata a.k.a. Vulgar Unicorn hin und wieder an Pineapple Thief erinnert, auch wenn sich dieses Projekt immer noch ein gehobenes Maß an Eigenständigkeit bewahren kann.
Es fällt zuerst auf, dass die 9 Tracks dieses Albums diesmal wesentlich songorientierter und rockiger ausgefallen sind – vorbei ist es mit den epischen, abwechslungsreichen Longsongs der früheren Alben. Im Vergleich zu Pineapple Thief wird bei Persona Non Grata (neben Soord steckt hinter diesem Duo noch Neil Randall an den Keyboards und am Bass) jedoch immer noch viel mehr mit verschiedenen Stilen und Einflüssen experimentiert, rockt das Album insgesamt mehr. Dennoch wechseln sich lospolternde Alternative Rocker mit ruhigen Parts ab, finden sich moderne Art Rock Nummern neben elektronischen Beats mit Light Jazz Touch.
Die Projekte von Bruce Soord waren niemals so ausgerichtet, dass bei ihnen Progressive Rock lediglich ein Rückgriff auf die Vergangenheit bedeutete, sondern sie bedienten sich von je her aus allen möglichen Epochen. So klingen Persona Non Grata einerseits modern und sehr zeitgemäß, andererseits schimmern immer wieder klangliche Retro-Verbindungen durch, auch wenn dieses mal nur sehr unterschwellig zu vernehmen. „The fine art of living“ ist im Vergleich zu den anderen Vulgar Unicorn Alben jenes, welches sich am weitesten in die unterschiedlichsten Territorien vorwagt, somit ein sehr unterschiedliches musikalisches Kaleidoskop für offene Ohren bietet.
Das Album ist übrigens in der Erstpressung als limitiertes 2 CD Set erhältlich, wobei die zweite CD u.a. Alternativversionen der epischen Tracks „Under the umbrella“ und „The history of the world“ enthält.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
8.4.2007 |
| Letzte Änderung: |
8.4.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|