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Anyone's Daughter

Last tracks

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Privatpressung
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Matthias Ulmer Keyboards, Vocals
Uwe Karpa Guitar
Michael Braun Keyboards, Vocals (1-5)
Götz Steeger Drums, Vocals (1-5)
Andy Kemmer Bass (1-5)
Harald Bareth Bass, Vocals (6-9)
Kono Konopik Drums (6-9)

Tracklist

Disc 1
1. Friday the 17th 3:10
2. Stay with me 3:20
3. Much too late 4:58
4. Echoes 3:16
5. Move on 4:53
6. I hear an army 5:04
7. Sally the Green 3:45
8. Ma chère Marquise de Sade 9:24
9. Window pain 9:32
Gesamtlaufzeit47:22


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 2)


Kurz nachdem Anyone's Daughter Mitte der 80er auseinander gebrochen waren, wurden mit "Last tracks" bis dato nicht veröffentlichte Aufnahmen auf einer LP herausgebracht. Dabei teilt sich dieses Album in Seite 1 (Das letzte Kapitel), auf der die die historisch letzten Aufnahmen von der 86er Besetzung zu hören sind, sowie die Seite 2 (Wie alles anfing), mit Demos und Outtakes der Studiosession zum ersten Album "Adonis" von 1978.

Obwohl gerade mal 8 Jahre zwischen den Aufnahmen liegen, könnte der musikalische Gehalt nicht unterschiedlicher sein, liegt er stilistisch Lichtjahre auseinander. Trotzdem 1986 mit Matthias Ulmer und Uwe Karpa noch zwei Mitglieder von der Urbesetzung mit von der Partie sind, gibt sich die Band erschreckend seichten, belanglosen Pop/Rockgedudel ohne jeglichem Gehalt und mit viel programmierten Beiwerk hin. Nie waren die 80er Jahre grausamer als hier! Das hat weder etwas mit der sinfonischen, progressiven Vergangenheit zu tun, noch kann es sich mit dem ebenfalls eher mainstreamigen Material des um unzählige Klassen besseren Comebackalbums "Danger world" messen.

Ab Titel 6 geht es dann zum Glück in Sound und Arrangements zurück in die Vergangenheit. Zwar können sich das sanft getragene "I hear an army" und das elegisch-verträumte "Window pain" von der kompositorischen Klasse nicht ganz mit dem Material von "Adonis" messen, womit deren Weglassen auf dem Album durchaus gerechtfertigt ist, es zeigt aber durchaus bereits das Potenzial, welches die Band vor allem auf ihren ersten drei Studioalben immer mehr verfeinern sollte. Die Entdeckung ist jedoch das 9½ minütige Instrumental "Ma chère Marquise de Sade", welches Anyone's Daughter von einer ungewohnt komplexen Seite zeigt. Mit ausgiebigen Soli an Gitarre und Keyboards, sicherlich eines ihrer progressivsten Stücke überhaupt. "Sally the Green" rundet als leicht veränderte und gekürzte Demoversion des Albumtracks "Sally", diesen interessanten Rückblick in die Archive ab.

Zum jetzigen Zeitpunkt (12/2004) ist dieses Album dummerweise nur auf LP erhältlich. Diverse Ankündigungen dieses Album ebenfalls auf CD herauszubringen, zerschlugen sich bisher in den Wind.

Anspieltipp(s): Ma chère Marquise de Sade
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2004
Letzte Änderung: 19.4.2012
Wertung: 5/15
1-5:1, 6-9: 9

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Endlich ist es soweit! Last Tracks ist auf CD erhältlich. In seiner Rezension, die nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, äusserte Kollege Selm zwischen den Zeilen den Wunsch, den Ankündigungen einer Veröffentlichung Taten folgen zu lassen. Dirk Jacob von Tempus Fugit, der sämtliche Alben der Band vom Debut bis zur 1984er Live-DoCD als überarbeitete und um Bonustracks ergänzte Remaster-CDs wiederveröffentlicht und vor einigen Jahren nebst Adonis auch Anyone's Daughter als limitierte Vinyl-Remasters neu aufgelegt hat, hat diesen Wunsch offenbar erhört.

Nach Piktors Verwandlungen wechselte die Band auf den folgenden Alben die Sprache von Englisch zu Deutsch. Auch damit hatte man Erfolg. Insgesamt verkaufte man von 1979 bis 1984 über 120000 Alben und gab mehr als 500 Konzerte. Als nach der Live-Tour 1984 einige Bandmitglieder ihren Zivildienst antreten mussten und Sänger Bareth sein Studium in Belgien begann, fiel die jahrelange Besetzung auseinander und es blieben vom Gründungs-LineUp nur noch Keyboarder Ulmer und Gitarrist Karpa übrig. Neu kamen Michael Braun (aus Bayern), Götz Steeger (aus Hamburg) und Andy Kemmer (aus Stuttgart) dazu. In dieser neuen Besetzung nahm man einige neue Stücke auf, die Band hatte aber keinen Bestand, unter anderem wohl deshalb, weil die einzelnen Bandmitglieder weit auseinander liegende Wohnorte hatten, was das "Bandsein" nicht einfach machte.

Vor einigen Tagen erschien nun Last Tracks als Remaster-CD. Und wie damals die LP, so ist auch diese CD auf 1000 Stück limitiert. Will man sich diese also ins Regal stellen, so sollte man jetzt kurz aufhören zu lesen....






... und sich das Teil zeitnah bestellen.

Was zuerst auffällt ist, dass die Titel hier im Gegensatz zur LP in der chronologisch "richtigen" Reihenfolge angeordnet sind. Das "letzte Kapitel" kommt hier also am Schluss und die frühen Demos, "wie alles anfing", am Anfang. Den Grund kennen ich nicht, ich könnte mir aber vorstellen, dass so der Prog in den Vordergrund gerückt werden soll. Was ich gut finde.

Die ersten vier Titel stammen aus der Frühzeit der Band (noch vor Adonis). Die Demos, die im Frühjahr 1978 im Tonstudio Zuckerfabrik aufgenommen wurden, nehmen den Stil der ersten Alben der Band vorweg und bescherten Anyone`s Daughter ihren ersten Plattenvertrag beim legendären, 1972 gegründeten Brain-Label, welches u.a. dem Krautrock eine Plattform bot.

Vor allem Ma chère Marquise de Sade ist alleine die Investition wert. Das etwa 9-minütige Instrumental glänzt mit virtuosem Tastenspiel, vorwärts drängendem, mitunter krummtaktig-stolperndem Schlagzeug, einem geschäftig blubbernden Bass und einer sich mit den Tasten ein Duell nach dem anderen liefernden Gitarre. Dabei wird das ganze Stück nach einem spannenden Einspiel grösstenteils um ein simples Riff (eine auf- und wieder absteigende Terz) herum aufgebaut und nur von einigen kurzen ruhigen Intervallen unterbrochen, bis man sich nach einer stetigen Steigerung der Intensität schliesslich im dichten Finale wiederfindet. Die Komposition erinnert am ehesten an Teil III des Titels Adonis vom späteren Debütalbum gleichen Namens. Sehr gelungen.

Window Pain ist in seiner Instrumentierung über weite Strecken ebenfalls virtuos und wirbelig, versprüht aber dazwischen durch schwebende Tastenflächen aber auch ein wenig Atmosphäre. Zudem wird gesungen, für meinen Geschmack zwar etwas dünn, was aber nicht gross ins Gewicht fällt, da der Fokus des Stücks ebenfalls auf den Instrumenten liegt.

Es folgen 5 Stücke, welche in den Jahren 1985 und 1986 komponiert wurden. Der stilistische Bruch ist deutlich. Das ist nun 80er-Jahre Popmusik, die mit den früheren Alben nichts mehr zu tun hat. Friday the 17th könnte auch von einer verschollenen Alphaville-Platte stammen, die Gitarrenakkorde in Stay With Me erinnern mich eine Sekunde an Bryan Adams und wären die beiden Stücke Mitte der 80er Jahre in einer SWF3-Hitparade von Elmar Hörig anmoderiert worden, sie wären nicht speziell aufgefallen, weder positiv noch negativ.

Die Stücke enthalten weniger handgemachte Musik, dafür E-Drums, typische 80er Jahre Keyboards (vermutlich DX7) und jede Menge elektronischen Schnickschnack. Ich habe eine Schwäche für die 80er und finde sowas in meiner Nostalgie-Seeligkeit halt irgendwo cool. Wenn man zum Beispiel in Echoes bei 1:40 den Warp-Sound aus dem C64-Spiel Gyruss hört (und genau den meine ich hier zu hören), dann ist das schon verdammt kultig. Wer jedoch den klassischen Prog der ersten Alben der Band erwartet (hat), der wird hier vermutlich ein Gesicht machen, wie wenn er in eine Zitrone gebissen hat. Eigentlich passen diese beiden Seiten nicht zusammen auf eine CD, zu unterschiedlich sind sie stilistisch. Dennoch kann man mit Last Tracks seinen Spass haben. Eine schöne, längst überfällige Ergänzung des AD-Katalogs ist das Album sowieso.

Anspieltipp(s): Ma chère Marquise de Sade
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.10.2018
Letzte Änderung: 9.10.2018
Wertung: 9/15
Den Pop lass ich Pop sein, der Prog ist gut bis sehr gut

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Adonis 11.00 3
1980 Anyone's Daughter 10.00 4
1981 Piktors Verwandlungen 13.00 3
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 3
1984 Live 10.00 1
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2004 Wrong 10.00 2
2006 Trio Tour 10.50 2
2011 Calw Live 10.50 2

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