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Aeolus

Dust on the mirror

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Progmetal; RetroProg
Label: LaBraD'or Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jurrie Teeuwen electric guitars, bass guitars
Michiel Kramp synthesizers, acoustic piano
Raymond van Kooten voices

Gastmusiker

Matthijs Hekking drums, percussion, backing vocals
Ron Oppelaar electric guitar solo on 4,8,9
Ruud Groenendijk acoustic steel string on 6,7
Betty Teeuwen flute on 6
Femke Feenstra female vocals

Tracklist

Disc 1
1. Vicious circle 6:25
2. Come here my love 5:12
3. Fate 7:32
4. Dust on the mirror 5:51
5. Forbidden city 5:25
6. Anonymous embrace 3:33
7. Where light is coming through 6:58
8. Tears 5:12
9. It's not impossible 3:36
10. Aeolus' breath 6:55
11. Last song 1:44
Gesamtlaufzeit58:23


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Manchmal gibt es Alben, die scheinbar mehr Musik enthalten, als es ihre Spieldauer zulassen dürfte; man hört sie etwa zwanzig Minuten lang und denkt: "Ist das Album noch nicht zu Ende? – Da war doch schon so viel drauf." Und dann kommt immer noch mehr, fast zu viel fürs Aufnahmevermögen, und eine ganze Stunde geht herum wie nichts. So ein Album ist auch "Dust on the mirror" von Aeolus.

Dabei war ich zuerst noch gar nicht so begeistert von der Band: ich hatte auf einem Sampler nur "Fate" als Auskopplung gehört und gedacht, das ist so ein sechsminütiger Song mit Longtrack-Ambitionen, dessen Ideen nicht recht zünden wollen. Inzwischen finde ich das noch immer; es finden sich auf dem Album sogar noch mehr Songs, die einen ähnlichen Eindruck bei mir hinterlassen, so ziemlich jeder, der zu den etwas längeren Songs gehört, fällt ein wenig in diese Kategorie – die kürzeren hingegen sind alle sehr kompakt; sie bieten zwischen den längeren eine notwendige Abwechslung. Jedoch ist meine Meinung über das ganze Album inzwischen sehr viel differenzierter ausgefallen, als ich es nach der kleinen Hörprobe gedacht hätte.

Die Band sagt auf ihrer Website, dass ihre Shows mehr bieten als nur Musik, nämlich eine Art Rundum-Unterhaltung. Aus eigener Erfahrung kann ich das weder bestätigen noch in Abrede stellen, aber ich glaube einfach, dass es so sein könnte: in der richtigen Live-Mischung und mit zusätzlichen Spannungsbögen darin kann diese Musik sicher ein echter Knüller sein.

Beispiel "Vicious Circle": Zuerst kommt eine instrumentale, schwer-bombastische Einleitung mit leicht Pendragon-orientierter Gitarre, dann folgt der Hauptteil des Songs, den ich fast als Rock-Pop bezeichnen würde, jedoch besteht dieser Teil in Wirklichkeit aus zwei ganz verschiedenen Teilen – oberflächlich gesehen könnte man diese Teile einfach als Strophe/Refrain-Anordnung bezeichnen, aber sie sind in ihrer Stimmung jeweils so verschieden, dass ihr reizvoller Kontrast weit über ein Strophe/Refrain-Schema im üblichen Sinne hinausgeht. Und daran schließt sich wie selbstverständlich ein Schlussteil an, der den Song mit harten Metal-Einlagen stimmig beendet – unerwartet, aber vollkommen passend.

Aeolus pflegen auch im weiteren Verlauf des Albums keinen eindeutig klassifizierbaren Sound, aber sie stellen ihre Konstrukte auch nicht aus altbekannten Klischees und oft gehörten Versatzstücken zusammen; wenn mir mal etwas bekannt vorkommt (wie die erwähnte Pendragon-Gitarre), dann wird ein solches Element schnell wieder von einer überraschend anderen Wendung abgelöst. Die Band hat einen sehr eigenen Stil, in dem sich Ideen auf den Grundlagen von Neoprog, Retroprog und Metal immer wieder zu etwas Neuem mischen, das ich ziemlich unvergleichlich finde (und das sich gerade aus dem Umfeld des niederländischen Prog äußerst erfreulich abhebt).

Und die erwähnten kleinen Mängel in der Konstruktion mancher Songs haben sicherlich damit zu tun, dass es sich hier immerhin um das erste Album der Band handelt; dennoch strahlt die Musik im Sound und in der Gesamtkonzeption eine Reife aus, die ihrerseits wohl darauf zurückzuführen ist, dass das fertige Album eben zwei Jahre lang reifen konnte: hier hat sich die Geduld eindeutig gelohnt, und es ist hörbar, dass keine Musiker am Werk waren, die auf schnellen Erfolg geschielt haben. Angesichts der ohnehin seltenen Massentauglichkeit des Prog sollte diese Haltung m.E. Schule machen.

Was vielleicht vielen Hörern weniger gefallen könnte, ist die Stimme, die leider oftmals recht gequält und angestrengt wirkt – vielleicht gerade durch ihren Versuch, eine typische Prog-Stimme sein zu wollen. Mir persönlich macht das weniger aus (man ist als "Vielhörer" Schlimmeres gewöhnt), aber mit Rücksicht auf gesangsorientierte Fans will ich das nicht unerwähnt lassen.

Von der Website der Band lassen sich auch MP3-Samples herunterladen. Diese sind sicher einerseits gut geeignet, die stilistische Vielfalt der Gruppe kennen zu lernen, aber andererseits möchte ich behaupten: dieses Album ist eines für komplette Hördurchgänge; Ausschnitte daraus könnten verwirrend wirken und einen eher schiefen Eindruck hervorrufen. Wer eine Gelegenheit hat, das Ganze zu genießen, sollte auf "Schnipsel" lieber verzichten, zumal es auch lohnend ist, auf die Überleitungen von Song zu Song zu achten – manchmal hört man da die Stimme des Aeolus Luft holen – der war nämlich der altgriechische Windgott und hat auch schon Odysseus die Sprache verschlagen.

Anspieltipp(s): "Vicious Circle" und zum Kontrast "Dust on the mirror" - wenn man wirklich was anspielen will - ich rate ab!
Vergleichbar mit: Ich finde nichts wirklich Vergleichbares: Diese Jungs sind einfach ganz sie selbst.
Veröffentlicht am: 12.1.2005
Letzte Änderung: 11.3.2014
Wertung: 10/15

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