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Algaravia

Breve E Interminável

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: Folk; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Progressive Rock Worldwide
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fred Herbaud Electric Guitar, Keyboards, Vocals
Sidney Jaires Electric and Acoustic Guitars
Jean-Jacuqes Herbaud Electric Bass
Albert Pimenta Drums
Vladimir Ricardo Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Crimsoniana 5:16
2. Lamento 11:23
3. Variações sobre tema nenhum 9:04
4. Cellula mater 9:12
5. Crisálida 5:27
6. Moscaico 6:26
7. Quimera 9:58
8. Bebop Blues 8:43
9. Iluminância 10:34
Gesamtlaufzeit76:03


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 2)


Entgegen dem allgemein verbreiteten Weichspülsound aus Brasilien, macht dieses Quintett aus Recife den Kollegen aus Rio vor, wie man mit mehr Biss auch in Instrumentalpassagen für Spannung und wesentlich mehr Abwechslung sorgen kann. Des weiteren sind drei der neun Titel mit akzeptablen, anhörbaren Gesang in portugiesisch unterlegt, was ebenso für wohltuende Abwechslung sorgt.

Bereits der Opener "Crimsoniana" deutet nicht nur allein durch den Titel in etwa an, wo die musikalischen Vorlieben liegen. Es wird zwar nicht mit der brachialen Komplexität von King Crimson gearbeitet, doch sind die Eigenkompositionen anspruchsvoll arrangiert, und erfahren ihren Reiz aus verschlungenen Strukturen, die wohl dosiert ineinander greifen. Es bleibt somit ein scheinbar harmonischer Grundaufbau, der aber durch das raffinierte Zusammenspiel und leicht schräge Klänge interessant bleibt. Richtig packend wird es immer dann, wenn in langgedehnten Soloausflügen die Gitarre die Führung übernimmt, der Bass gegensteuert und vom versierten Schlagzeugspiel vorangetrieben wird.

Neben den crimsonesken Klängen finden weiterhin offene, dennoch in weiten Strecken recht zugängliche Jazz Rock Strukturen ihren Platz. Durch die Hinzunahme eines Percussionisten kommt zusätzlich typisches Latin Feeling auf, was dem Klang von Algaravia zu einem weiteren Pluspunkt verhilft. Fast schon müßig zu erwähnen, dass, gefordert durch die ausgereiften Passagen, alle fünf Musiker spieltechnisch überzeugen können. Weit weg vom melodischen Soundbrei vieler ihrer Landsleute, versprüht dieses Album eine angenehm relaxte Atmosphäre, die sich mit gehörig Groove ihren Weg bahnt.

Anspieltipp(s): Crimsoniana, Variações sobre tema nenhum
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.5.2005
Letzte Änderung: 3.5.2005
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Algaravia, was auf Portugiesisch sowohl Arabisch als auch Stimmengewirr oder Kauderwelsch bedeutet (ich vermute die Band bezog sich auf Letzteres), war eine kurzlebige, heute fast vergessene Formation aus Recife (Brasilien), die sich 1994 um den Gitarristen und Sänger Fred Herbaud formierte. 1996 erschien mit "Breve E Interminável" das erste und einzige, heutzutage schon wieder rar gewordene Album des Quintetts beim brasilianischen Label Progressive Rock Worldwide, welches in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts mit allerlei Wieder- und Neuveröffentlichungen dafür sorgte, dass man auch jenseits des Atlantiks (und wohl auch in Nordamerika) gewahr wurde, dass es eine Südamerikanische Progszene gibt (bzw. schon seit Längerem gab).

"Crimsoniama" heißt gleich das erste Stück, und die darin versteckte Anspielung macht klar, von welcher bekannten Britischen Band die Brasilianer stark beeinflusst waren. Zwei Gitarren (selten ein paar Tastensounds – Piano meist), Bass und zwei Perkussionisten rocken auf "Breve E Interminável" daher deutlich Crimsonesk dahin, allerdings um einiges luftiger und jazziger als die Mannen um Robert Fripp, klanglich angelehnt an deren Musik vom Ende der ersten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, zudem versehen mit recht viel südamerikanisch geprägter Perkussion und oft auch entsprechenden Akustikgitarreneinlagen. Bisweilen gibt es auch eher zurückhaltenden, bisweilen mehrstimmigen, durchaus prägenden Gesang in der Landessprache zu hören, aber kein Stimmengewirr (solches ertönt aber am Anfang und am Ende der CD - klingt wie Wirtshausgeplauder).

Algaravia haben hier eine recht eigene Mischung am Start, bestehend aus einer Art Retroprog à la King Crimson, recht viel Jazzrock, modernem Prog latinesk-lusitanischer Prägung, und diversen folkig-liedhaften bzw. akustisch-jazzigen Einlagen. In der Mitte des Albums geht der Band etwas die Luft aus (oder vermutlich lässt sie dieselbe bewusst ab), plätschert doch z.B. "Crisalida" etwas arg entspannt, wenn auch jazzig-komplex verwoben dahin. Überhaupt, mit 76 Minuten ist das Album sehr lang, und man hätte einige der mitunter etwas auf der Stelle tretenden Nummern durchaus kürzen können, ohne dass es dem Album geschadet hätte.

Trotzdem ist "Breve E Interminável" ein unterhaltsames Album mit eher zurückhaltend-tiefsinniger, aber eigenständiger und eleganter Musik, irgendwo im Grenzgebiet von Jazzrock, Retroprog und Folkrock, die klangvoll, dabei durchaus kompliziert und dicht verwoben dahin gleitet. Schön!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.10.2017
Letzte Änderung: 21.10.2017
Wertung: 11/15

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