SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
14.12.2017
Isproject - The Archinauts
Isildurs Bane - Off the Radar
PuzzleWood - Gates of Loki
13.12.2017
World Trade - Unify
Squartet - Adplicatio Minima
12.12.2017
Acqua Fragile - A New Chant
Spock's Beard - Snow Live
Opeth - Opeth/Enslaved Split EP
11.12.2017
Syd Barrett - The Madcap Laughs
The Perc Meets The Hidden Gentleman & The Lavender Orchestra - Praha
Lesoir - Latitude
10.12.2017
LEF - HyperSomniac
Intervals - The Way Forward
Sairen - Ultima Lux
9.12.2017
Emerson, Lake & Palmer - Brain Salad Surgery
Bernocchi, FM Einheit, Jo Quail - Rosebud
8.12.2017
Paranight - Into the Night
Starsabout - Halflight
ARCHIV
STATISTIK
24176 Rezensionen zu 16526 Alben von 6435 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Molca

Super Ethnic Flavor

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: instrumental; ArtPop; Folk; Jazzrock / Fusion; sonstiges
Label: Musea
Durchschnittswertung: 5/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hikari Soma flutes
Shiho fiddles
Jun S. ethnic strings
Satoshi Ikeda melodion, bass, piano
Miura-Igo ethnic percussions

Tracklist

Disc 1
1. Balkan dawn 6:38
2. Shamrock storm 5:35
3. Lost in the night 4:22
4. Areia 5:40
5. Jiji 7:19
6. There's a fire in the kitchen! 4:48
7. Armadillo goes to the Caribbean 5:01
8. Spring 5:11
9. My friend 4:54
10. Black Maria 5:55
11. Bulgar dance 4:00
12. Allo'Bonjour! 5:13
Gesamtlaufzeit64:36


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Man sollte ja annehmen, eine CD, die gleich mit deutlichem Bass einsetzt, kann gar nicht schlecht sein. Molca fangen so an, und dann nennen sie ihren Stil auch noch „Ethnic Fusion“, was ja viel versprechend klingt, obwohl der Albumtitel eigentlich auch schon alles in der Richtung angedeutet hat. Jedenfalls ging ich mit der Erwartung an dieses Album, dass es jetzt mal was komplett Überraschendes zu hören gäbe – und das tut es auch! Molca spielen nämlich Tanzmusik in ethnischer Vielfalt.

Der erste Teil des Albums betont zunächst die Vielfalt: die Soundmischung aus Zupfgitarre, Percussion und Flöte ist tatsächlich sehr erfrischend, auch gegen die weiteren Flötentöne in den folgenden Tracks wäre nichts einzuwenden, im Gegenteil, das hat was, und wenn man auch nur über die Bandbreite des Equipments staunt. Alles Mögliche kommt da vor die Ohren, in den Tracks 5 und 11 sogar eine gewisse Tull-Atmosphäre, wäre da nur nicht…

…die Tanzmusik! Schon „Lost in the night“ bringt uns einen Tango, später wird’s dann mal orientalisch („Jiji“), osteuropäisch („There’s a fire in the kitchen!“), dann geradezu schlagerhaft („Spring“ und „My friend“), dann glaube ich, einen klassischen Foxtrott zu vernehmen („Black Maria“), und dann surfe ich allmählich mit dem Bleistift über meine Stirnfalten und finde das alles plötzlich nicht mehr lustig: Hat mich „My friend“ nicht fast an diesen Brasil-Schlager aus dem Film „Brazil“ erinnert – bzw. aus „Charley’s Tante“ mit Peter Alexander? Oder liegt das nur daran, dass ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, von solchen Gassenhauern behütet aufzuwachsen?

Ich kann mich natürlich auch auf das Erfreuliche konzentrieren: „Armadillo goes to the Caribbean“ enthält minimalistisch gezupften und geplänkelten Prog-Slapstick, das ist nicht verkehrt, wenn auch nicht gerade die Rettung für ein ganzes Album. Richtig gut dagegen ist der Schlusstrack „Allo’Bonjour!“ – das ist eine Mischung aus feinsinnigem fernöstlichem Humor und einer Prise Prärie-Romantik, aber das macht echt Spaß. Aber dann fällt mir wieder so was ins Gehör wie „Areia“: Klassische Gitarre, Mandoline und…lallende Stimme ohne Text, klingt irgendwie babyhaft. Wobei es ja sein kann, dass dieser Stil in Japan gut ankommt, aber der abendländisch geschulte Proghörer könnte sich damit schwer tun.

Wobei das natürlich sein eigenes Problem wäre, nicht das der Band. Was mich an dieser CD am wenigstens überzeugt, ist nämlich die m.E. mangelnde Konsequenz: wenn schon proggige Ethno-Fusion, dann richtig, ganz bestimmt auch mit Tanzeinlagen, aber mit welchen, die sich aus der „Fusion“ von innen ergeben und nicht mit klassischen Tänzen, die von außen drübergestülpt werden, damit’s besser klingt. Ich hätte gar nichts gegen einen Stil einzuwenden, der so klänge, als spielten z.B. Tony Levin und Manu Katche Regentänze der Aborigines oder so, aber was Molca hier präsentieren, ist letztlich nur Easy Listening mit viel Getrommel und Flötentönen.

Trotzdem ist das ein geeignetes Album, wenn man eine Tanzparty für jedermann veranstalten und sich zugleich weltoffen geben will. Aber auch nicht mehr.

Anspieltipp(s): Allo’Bonjour! Tanz-Freaks sollten lieber die Tracks 6-10 hören
Vergleichbar mit: einer schon gänzlich „verwestlichten“ Aborigines-Nostalgie…
Veröffentlicht am: 30.3.2005
Letzte Änderung: 31.3.2005
Wertung: 5/15
wegen der instrumentalen Versiertheit; mir persönlich ist es eher 2 Punkte wert

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum