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JPL

Cannibales

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; Progmetal
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jean Pierre Louveton guitar, vocals, samples, bass

Gastmusiker

Oliver Soumaire drums
Guillaume Fontaine piano
Lionel B. Guichard bass
Manu Defay bass
David Soltany solo guitar
Laurent Restencourt solo guitar
Davy Ho Thong solo guitar

Tracklist

Disc 1
1. Trop tard 2:29
2. Comme les autres (sans y penser) 6:45
3. Rien ne colle 5:03
4. St pétrole 10:47
5. Télécommandés 5:10
6. Guest Star War 6:20
7. Le prix de l'exil 8:27
8. Cannibales 10:42
9. Le prix de l'exil (Version courte) 5:09
Gesamtlaufzeit60:52


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Wer wissen will, wie JPL klingen, der stelle sich nun folgendes vor: Wir nehmen von RUSH einen Song wie, sagen wir, "The Trees" vom Hemispheres Album, ersetzen Geddy Lee durch einen Mann mit angenehm weicher Stimme, dieser singt zudem französisch. Und nun melden wir den Song zum Grand Prix an und spielen ihn dort in einer Art Chanson vor. Fertig.

Klingt abschreckend, was? Ist aber gar nicht so schlimm. JPL - dahinter verbirgt sich der Gitarrist und Sänger der französischen Band NEMO, Jean Pierre Louveton - zeigt auf seinem bereits dritten Soloalbum, dass man metallische Klänge sehr gut mit französischem Chanson paaren kann. Das Album ist sehr gut produziert und entwickelt eine ganz eigene Dynamik, die sich zu erforschen lohnt. Für die Frickelfraktion bietet das Album hingegen nichts. Melodien stehen im Vordergrund und teilweise auch zähes Riffing, dem ein wummernder Beat untergeschoben wird - da steigert sich ein Song schonmal sehr groovig in Heavyness (St Petrole). Sehr gewöhnungsbedürftig in meinen Ohren ist der französische Gesang, der doch ein sehr ungewöhnliches Feeling verbreitet. Ungewöhnliches Feeling wird auch durch Ethno-Einflüsse erzielt, die hier und da auf dem Album auftauchen - von orientalischen Flöten bis hin zum afrikanischen Bongo und indischen Gesängen ist da zu hören, kommt gut.

Eine gewisse Leichtigkeit vermittelt JPLs drittes Album "Cannibales" schon. Irgendwo zwischen kühler Heavyness und geradlinigem Prog liegen die Kompositionen eingeordnet. Vom vielseitigen und epischen Longtrack (St Petrole) bis hin zum harten, von Sologitarren durchzogenen Metal-Instrumental (Guest Star War) findet sich auf dem Album einfach sehr viel Abwechslung.

Anspieltipp(s): St Petrole, Guest Star War
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2005
Letzte Änderung: 16.7.2005
Wertung: 9/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


Hinter dem Namen Jean Pierre Louveton verbirgt sich der Gitarrist der französischen Formation Nemo, die besonders mit ihren Alben „Prélude à la ruine“, "Si partie I" und "Si partie II" mehrere formidable Scheiben im Bereich der härteren Interpretation des Progressive Rocks ablieferten. „Cannibales“ ist das bereits dritte Solowerks des Saitenkünstlers und Sängers, der zur Begleitung neben Keyboarder Guillaume Fontaine noch einen weiteren Bandkollegen hinzuzog, während die Rhythmusmaschinerie von zwei Musikern außerhalb des Nemo Dunstkreises vorangetrieben wird.

Natürlich verwundert es nicht, dass man hier einige Merkmale wiederfindet, die man von der Stammcombo Louvetons kennt, dennoch ist der rockmusikalische und vor allem gitarrendominierte Ansatz weit mehr ausgeprägt, sind die progressiven Einfälle mehr schmückendes, wenn auch keineswegs zu vernachlässigendes Beiwerk. Doch in erster Linie bewegt sich „Cannibales“ im facettenreichen Rock / Hard Rock, wird hier mehrfach der Blick über den eigenen Tellerrand gewagt. Der Franzose bricht des öfteren aus festen Songstrukturen im Strophe / Chorus / Strophe Format aus und die Songs auf „Cannibales“ beginnen vor allem in einigen ausladenden Instrumentalparts zu leben, die geschickt Härte, Atmosphäre und Melodik verbinden.

Doch leider können die gesangsgeprägten Parts nicht die kompakte Ergänzung liefern. Dies liegt keineswegs am soliden, durchaus zur Musik passenden Gesang, sondern ist Zurückhaltung durch die unaufdringliche Kompositionsart begründet. Die Songs und prägnanten Riffs gehen gut ins Ohr, doch fehlt ihnen der letzte Pfiff, damit sie hängen bleiben bzw. sie rauschen einfach zu leicht durch die Gehörgänge. Das hört sich jetzt vernichtender an, als das Endresultat wirklich klingt, dennoch überzeugt das Material auf „Cannibales“ einfach mehr in den solistischen bzw. instrumentalen Parts.

Ein gutes Rockalbum ist „Cannibales“ allemal, dennoch scheint Jean Pierre Louveton mit seinen Künsten besser bei Nemo aufgehoben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.2.2008
Letzte Änderung: 9.2.2008
Wertung: 9/15

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