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24715 Rezensionen zu 16916 Alben von 6588 Bands.
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Roxy Music

For Your Pleasure

(Archiv-Tipp 4/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: E.G. Records
Durchschnittswertung: 11.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Bryan Ferry Gesang, Keyboards
Andrew MacKay Oboe, Saxofon
Brian Eno Synthesizer, Tapes
Paul Thompson Schlagzeug
Phil Manzanera Gitarre

Gastmusiker

John Porter Bass

Tracklist

Disc 1
1. Do The Strand 4:03
2. Beauty Queen 4:41
3. Strictly Confidential 3:48
4. Editions Of You 3:51
5. In Every Dream Home A Heartache 5:29
6. The Bogus Man 9:20
7. Grey Lagoons 4:13
8. For Your Pleasure 6:51
Gesamtlaufzeit42:16


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Das zweite Album der Mannen um Sänger Bryan Ferry entstand in fast gleicher Besetzung wie das Debüt, lediglich der Bassist war ausgestiegen und durch einen Gastmusiker ersetzt. Die tonangebenden Musiker, neben Ferry selbst noch MacKay, Manzanera und Eno, sind hier noch dabei, so dass sich die stilistischen Unterschiede zum Vorgänger in Grenzen halten. Allerdings habe ich den Eindruck, dass drei letztgenannten sich auf "For Your Pleasure" etwas (ich betone: etwas) zurückhalten und Frontmann Ferry den Vortritt lassen (mussten?). Gerade MacKays schöne Oboeneinsätze sind rar geworden!

Auch scheinen mir die Songs vielfach ein bisschen disziplinierter, wobei insgesamt immer noch der wilde Stilmix des Debüts vorherrscht. Stücke wie "Beauty Queen" sind jedenfalls ganz auf Bryan Ferry zugeschnitten, ohne dass Roxy Music hier in den platten Pop ihrer späteren Jahre abfallen.

In der ersten Albumhälfte glänzt vor allem "Strictly Confidential", wo Andrew MacKay doch noch mal die Oboe auspackt und damit eine wunderbar elegische Atmosphäre erzeugt. Die eigentlichen Höhepunkte finden sich aber in der zweiten Hälfte. In "In Every Dream Home A Heartache" erzählt Bryan Ferry zu wabernden, fast schon Ambient-artigen Orgelklängen von seinen Erfahrungen mit einer, hüstl, aufblasbaren Puppe. Erst in der instrumentalen zweiten Hälfte des Songs treten die anderen Instrumente hervor, Manzanera steuert ein schönes Gitarrensolo bei.

Das lange "Bogus Man" ist über einem geradezu hypnotischen Minimalrhythmus aufgebaut. Enos zahlreiche Klangspielereien verleihen dem Song eine verstörende Atmosphäre.

Nachdem eher harmlosen "Grey Lagoons" (bei dem sich MacKay aber mal richtig am Saxofon austoben darf) folgt mit dem Titelsong das für mich beste Stück dieses Albums. Ein sehr langsam aufgebauter Song, bei dem Eno die Klänge seiner Kollegen mit zahlreichen Effekten (v.a. Echo) aufpeppt und so eine leicht surreale Atmosphäre erzeugt. Zum Schluss löst sich das Stück in völlig freie Klänge auf.

Enos Engagement bei Roxy Music war mit diesem Album beendet, noch im gleichen Jahr erschien sein Solodebüt "Here Come The Warm Jets", das stilistisch einige Parallelen zu den frühen Roxy-Platten aufweist. Seinen Platz bei Roxy Music nahm Eddie Jobson ein (vormals bei Curved Air).

Fazit: wer dem Roxy-Debüt etwas abgewinnen kann, wird auch mit "For Your Pleasure" zufrieden sein.

Anspieltipp(s): The Bogus Man, For Your Pleasure
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.8.2005
Letzte Änderung: 28.8.2005
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


For your Pleasure entwickelt den Sound des Debuts weiter Richtung "Normalität". Die Songs funkeln dabei nicht mehr so irrwitzig wie auf dem Debut. Der coole Artpop klingt dabei ziemlich lässig und auch schon recht perfekt.

Insgesamt ist For your Pleasure in sich stimmiger geworden als das Debut. Und gerade dadurch fehlt das Anarchische, das das Debut auszeichnete und tatsächlich so einzigartig machte. Trotzdem ist jeder einzelne Song wie das Album als Ganzes richtig gut! Auch die erste Hälfte langweilt keineswegs, auch wenn die Songs z.T. schon konventioneller klingen.

Anspieltipp(s): Do the Strand, Beauty Queen, Bogus Man
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2009
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Andreas Hofmann @ (Rezension 3 von 4)


Als ich feststellte, dass die beiden bisherigen Rezensionen von "For Your Pleasure" vor allem relativierende Worte für das zweite Roxy Music-Album übrighaben, musste ich einfach aktiv werden und hier eine dritte Rezension hinzufügen, die ebendiesen Eindruck noch einmal mehr relativiert. Was muss ich da nämlich lesen – "vielfach ein bisschen disziplinierter" und "weiter Richtung 'Normalität'", "[es] fehlt das Anarchische"!?! Und geradezu lächerliche 10,5 Punkte im Schnitt?!? Auch im Prog-Kontext der BBS ist das mir persönlich zu wenig, denn selbst wenn die ersten beiden Alben von Roxy Music natürlich kein Prog im eigentlichen Sinne waren, sind sie in dieser ersten Hälfte der 70er doch höchst progressiv und gewagt gewesen (und in der Bandvita von Roxy Music natürlich noch einmal mehr).

Alleine das Herzstück des Zweitlings straft die Einschätzung meiner Vorredner Lügen, denn "Editions Of You", "In Every Dream Home A Heartache" und "The Bogus Man" sind weder diszipliniert(er) noch normal(er). Das schmissige "Editions Of You" ist Proto-Punk, das stoische "In Every Dream Home A Heartache" nimmt Nick Cave ein Jahrzehnt vorher vorweg, und das krautrockige "The Bogus Man" lässt nicht selten sogar an Can denken. Tut mir leid, aber ich kann auf dem Debütalbum kein ähnlich herausragendes Stück entdecken! Ganz im Gegenteil empfinde ich das selbstbetitelte Album im Vergleich zu "For Your Pleasure" deutlich normaler und weniger anarchisch.

Gefühlt war "For Your Pleasure" für mich seit jeher die noch etwas abgedrehtere Platte von Roxy Music, womit ich ihr Debüt –im Gegensatz zu meinen beiden Vorrednern, die das mit "For Your Pleasure" zumindest in Ansätzen getan haben– allerdings überhaupt nicht abwerten möchte. Dass die beiden Alben untrennbar zusammengehören, darf und muss man natürlich gerne an Brian Eno festmachen. Dieser war dann im Sommer 1973 für Bryan Ferry geradezu gefährlich geworden. Einige Eno-Fans hatten nämlich bei einem Konzert in New York nichts Besseres zu tun, als Ferry in Grund und Boden zu brüllen. Eno selbst begriff in diesem Moment klugerweise sofort, dass ihm gar nichts anderes übrigblieb, als die Band zu verlassen, denn es war bereits mehr als absehbar, dass der Beau Ferry noch weiter nach vorne ins Rampenlicht wollte und er ihm dabei in die Quere kommen könnte. Diese künstlerische Spannung zwischen dem galanten Showman Bryan Ferry und dem experimentierfreudigen Frickler Brian Eno hatte der Band bis dahin zwei Alben beschert, die bei den Fans der späteren (und "eigentlichen") Roxy Music wohl eher nie den Weg auf den Plattenteller gefunden haben, weil dieser Sound einfach zu far out für sie war.

Allerdings muss ich meine Kollegen fairerweise insofern in Schutz nehmen, als dass sie "For Your Pleasure" ja nun auch nicht gerade verrissen haben. Christian sagt ja z.B. auch richtigerweise, dass das zweite Album "in sich stimmiger" ist, was sich möglicherweise ein bisschen mit Jochens "disziplinierter" deckt. Dem kann ich auf jeden Fall folgen. Punktemäßig musste ich das allerdings doch noch wenigstens etwas geraderücken...

Anspieltipp(s): In Every Dream Home A Heartache, The Bogus Man, Editions Of You
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.1.2018
Letzte Änderung: 26.1.2018
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Eines meiner Top-Ten-Alben, siehe meine Vorstellung bei den BBS. Nachdem Kollege Andreas erst kürzlich eine nachträgliche Rezi veröffentlichte und das Album im April 2018 auch noch Oldie-Tipp des Monats wurde, verspürte ich den Drang einige Dinge zu diesem Album zu ergänzen. Dass dieses Werk eines der einflussreichsten in meiner Musikhistorie wurde, liegt an vielen Dingen. Mein Alter (ich war 15), das Marketing (für die damalige Zeit sehr professionell), das Cover (auf LP beeindruckend). Dann erst kam die Musik.

Ich erinnere mich noch gut, dass ich es nicht wahrhaben wollte, dass neben meinen Proggöttern Emerson, Lake & Palmer, Yes, Pink Floyd eine Band mit solch schrägen Typen eine Musik spielen konnte die mich einfach umhaute. Das Saxophon von Andy MacKay, die schrille Gitarre von Phil Manzarena, der Drive von Paul Thompson und vor allem dieses Exzentrische von Eno. Dazu ein recht extrovertierter Dandy mit Bryan Ferry, der seine Rolle perfekt verkörperte. Und das nicht nur auf der Bühne.

Man muss die beiden ersten Alben von Roxy Music separat von späteren Veröffentlichungen sehen. Es gab eine Roxy Music mit Eno und eine ohne ihn. Der Progeinfluss war nach diesem Album verschwunden, zumindest in den meisten Momenten. Ein grandioses IN EVERY DREAM HOME A HEARTACHE gab es kein zweites Mal, wobei die meisten Bands der damaligen Zeit von so einem Track träumten.

Absolut phantastisch an diesem Album ist der Song THE BOGUS MAN mit über 9 Minuten. Was die Band hier an monotonem Rhythmus, perkussiven Elementen, vernebeltem Gesang, verspielten Saxophonsoli und hypnotischem Bassspiel neben schwebenden Synthieschwaden bietet ist nicht in Worte zu fassen. Manzanera setzt ab dem Mittelteil mit seinem gelickten Gitarrenspiel dem Ganzen dann noch die Krone auf.

Bryan Ferry nahm die Zügel hier schon etwas mehr in die Hand als beim Debüt, so dass Eno's Einfluss geringer wurde. Dies gipfelte dann ja auch im Ausstieg des exzentrischen Klangtüftlers nach Beendigung der Aufnahmen. Dennoch schaffte es die Band hier noch ein letztes Mal ein unorthodoxes Album mit viel Abwechslung zu veröffentlichen.

Sicher ist meine Sichtweise durch manche Erinnerungen vielleicht zu Fan-mäßig, aber die Platte wird immer noch von mir mit Genuss gehört. Das können nur eine Handvoll Alben von sich behaupten.

Anspieltipp(s): The Bogus Man
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2018
Letzte Änderung: 16.4.2018
Wertung: 14/15
eines meiner prägenden Alben

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Roxy Music

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Roxy Music 11.67 3
1973 Stranded 9.00 2
1974 Country Life 9.50 2
1975 Siren 8.50 2
1976 Viva! 11.00 2
1979 Manifesto 9.00 1
1980 Flesh + Blood 5.00 1
1982 Avalon 5.00 2
1983 The High Road (DVD) 10.00 1
1990 Heart Still Beating 8.00 1
1995 The Thrill of it All 10.00 2
2001 Musikladen 12.00 1
2001 The Best of 7.00 1
2002 Live at the Apollo 11.00 1
2003 Live 9.50 2
2007 On the Road. Live. 1979 9.00 1
2007 The Thrill of it All. A Visual History 1972-1982 (DVD) 11.00 1
2008 Live at Rainbow Music Hall, Denver, Colorado, USA 10.00 1
2012 The Complete Studio Recordings - 1

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