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Nosound

Sol29

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Ambient; New Artrock
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Giancarlo Erra music & lyrics

Gastmusiker

Alessandro Luci bass (2, 4, 6)

Tracklist

Disc 1
1. in the white air 6:57
2. wearing lies on your lips 4:20
3. the child's game 2:46
4. the moment she knew 9:39
5. waves of time 2:07
6. overloaded 6:14
7. the broken parts 6:25
8. idle end 9:44
9. hope for the future 5:58
10. sol29 10:02
Gesamtlaufzeit64:12


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Dieses Cover mit seinen herbstlichen Bäumen im Nebel und den leeren Parkbänken, und dann erst diese Musik, so ganz und gar unspektakulär melancholisch... Wer ist das? Oh, keine depressiven Skandinavier oder Briten, sondern ein Italiener... Sachen gibt's.

Nosound. Da werden auch gleich vom Namen her Assoziationen zu dem Steven Wilson/Tim Bowness-Projekt No-Man geweckt. Und tatsächlich dankt Giancarlo Erra, der Mann hinter dem ungreifbaren Projektnamen Nosound, ebendiesen Musikern für ihre Inspiration. Wenn man dann noch weiß, dass der Mitt-Zwanziger Erra seit jeher Fan von Pink Floyd und später auch Steven Wilsons Projekten ist, sich Steven Wilson auch lobend über Nosound geäußert hat und die CD inzwischen auch durch Wilsons Burning Shed vertrieben wird, dann kann man sich schon ziemlich gut vorstellen, was einen erwartet.

Die Musik ist über weite Strecken ziemlich unscheinbar, zuweilen ambientig, mit ruhiger, schwebender Note, etwa so wie man sich Pink Floyd auf Valium vorstellen kann oder ganz ruhige Porcupine Tree oder No-Man eben. Auch der Gesang scheint kaum hervor, sodass man häufig den Eindruck hat, ein Instrumentalalbum zu hören. In der Tat sind auch vier der zehn Stücke instrumental. Dies verwehrt übrigens den Vergleich mit einem anderen Wilson-Projekt Blackfield, denn es lassen sich kaum hinreißende Melodien ausmachen.

Nosound setzt voll und ganz auf Atmosphäre und Momente ganz besonderer Stimmung wie sie etwa das unwirklich klingende Piano in The Child's Game transportiert. Und da ist - natürlich - die elegisch-floydige E-Gitarre, die die Töne auch schon mal schön hochzieht, aber auch die akustische Gitarre mit flächigem Mellotronsound. Trübsinnige Atmosphäre wird auch durch scheinbar unsaubere Aufnahmegeräusche wie Rauschen oder Knistern erzeugt, was dann wiederum an Bass Communion, ein weiteres Wilson-Projekt, erinnern kann. Stärker als bei den genannten Projekten aus dem Hause des Porcupine Tree-Frontmanns spielen bei Nosound aber auch Pink Floyd hinein, besonders deutlich etwa bei The Broken Parts. Auch der Vergleich mit dem Franzosen Syd Matters liegt nicht fern, wenngleich Nosound nicht dessen Leichtigkeit und Melodiosität erspielt.

Sol29 ist zunächst ein Album für alle Pink Floyd-, No-Man- und auch Porcupine Tree-Fans, die es gerne schön getragen mögen. Das weitgehende Fehlen von Melodien, die hängen bleiben - bei Wearing Lies on your Lips, Overloaded und Idle End sind welche zum Greifen nah - und der fast rein atmosphärische Charakter der Musik machen dies Album aber wohl eher zu einem Insider-Tipp. Wer dem Album aber die Chance gibt, sich am besten in mehreren ungestörten Hördurchgängen zu entfalten und es nicht einfach an sich vorbeifließen lässt, wird durch das Eintauchen in eine wundersam-melancholische Stimmung belohnt.

Anspieltipp(s): Idle End, Overloaded
Vergleichbar mit: No-Man, relaxte Pink Floyd und Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 20.12.2005
Letzte Änderung: 13.3.2014
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Wieder mal ein Ein-Mann-Projekt, aber was für eines! Giancarlo Erra, der sich als alleiniger Mastermind (Multi-Instrumentalist, Produzent und Mixer) hinter NoSound verbirgt, fand schon in frühen Jahren Gefallen an der Musik von Pink Floyd und vor allem dem Gitarrensound von David Gilmour. Nach der Mitarbeit bei diversen Bands hob er schließlich 2003 sein erstes eigenes Projekt aus der Taufe. Demos und überwiegend positives, sehr ermutigendes Feedback folgten, mit "Sol29" liegt das erste offizielle Album des ambitionierten Studiobastlers vor.

Beginnt der Silberling mit "In the white air" melancholisch verhalten und verträumt, spricht die Gitarre beim folgenden "Wearing lies on your lips" eine sehr deutliche Sprache. So scheinen in den Sounds zwei Bandnamen als prägender Einfluss durch: No-Man und die frühe Psychedelic Phase von Porcupine Tree. Und ganz richtig: die Danksagungen im Booklet gelten folgerichtig Steven Wilson, Tim Bowness und Porcupine Tree, die Giancarlo Erra nicht nur Hoffnung, sondern auch Energie und Inspiration gaben. Ob schwebende Ambientsounds, weiche Pianolinien oder schwelgerische Gitarrenlinien, der Römer zog nicht nur von seinen Vorbildern deren Klangkosmos ab, ihm gelang es zudem, eine ganz eigene Note beizusteuern.

NoSound wirken im Vergleich zur den Vorbildern insgesamt etwas träger, schleppender, bisweilen noch trauriger, doch immer wieder gibt es auch hoffnungsvolle, euphorische Momente. Als Paradebeispiel kann hier das Highlight des Albums, das Instrumental "The moment she knew" angeführt werden, dominiert von seiner gefühlvollen, fließenden Gitarrenarbeit, die aber im rechten Moment eine dramatische Steigerung erfährt. Auch wenn das Album durch den deutlich mit südeuropäischem Akzent versehenen, gelegentlichen Gesang und den programmierten Drumsound zwei kleinere Schönheitsfehler vorzuweisen hat, so wiegen diese keineswegs zu schwer, denn die Gesamtatmosphäre und der kompositorische Einfallsreichtum des Albums überzeugen. Wunderbares Album voll schöner Zerbrechlichkeit und wirklich eine Empfehlung wert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2007
Letzte Änderung: 2.3.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nosound

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Lightdark 9.00 4
2009 A Sense of Loss 8.50 2
2011 The northern religion of things 8.00 1
2015 Teide 2390 (CD+DVD) 10.00 1
2016 Scintilla 6.00 1

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