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Zaar

Zaar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Yan Hazera Guitars
Cosia Hurdy Gurdy
Pairbon Bass, Double-Bass
Michael Hazera Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Sefir 20:06
2. Zolg 1:59
3. Ce n'est pas triste 2:42
4. Tougoudougoum 1:29
5. Discasambo 3:24
6. Omk 17:20
7. Scherzaaaaaaahhhh 0:38
8. Scherzo # C 4:45
9. [.......] 1:34
Gesamtlaufzeit53:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Juni 2004 lösten sich Sotos auf, die die Welt der avantgardistisch-progressiven Klänge vorher mit zwei beeindruckenden Alben bereichert hatten. Die Brüder Hazera hoben daraufhin die Formation Zaar aus der Taufe, die die Mission von Sotos vortsetzen soll. im Frühsommer 2005 spielte das Quartett in Bob Drakes (siehe Thinking Plague) Studio Midi-Pyrénées ihr Debutalbum ein, welches im Januar 2006 von Cuneiform Records veröffentlicht wurde.

Musikalisch liegen keine Welten zwischen der Musik von Zaar und Sotos. Das erkennt man schon daran, dass auf dem von Cuneiform beigefügten "Waschzettel" fast der identische Satz zu finden ist, wie auf dem von "Platypus": "For fans of King Crimson, Magma, Sotos and Univers Zero!" Jo! Dies ist sicher die Zielgruppe dieser Scheibe, und diese sollte auch durchaus Gefallen an "Zaar" finden.

E-Gitarre, Bass und Schlagzeug bestimmen diese Musik. Dazu kommt dann noch ein Exot. Gab es bei Sotos noch zusätzlich zum Rocktrio Cello und Violine zu hören, wurden diese bei Zaar durch eine Drehleier ersetzt, und zwar eine elektrisch verstärkte Version dieses mittelalterlichen Saiteninstruments, wie es der Franzose Valentin Clastrier in den 80ger Jahren populär gemacht hat. Zum komplex-schrägen, crimsonesken Rock von Hazera, Pairbon und Hazera kommt so noch der geigenartige, kratzige und etwas näselnde Klang des Hurdy Gurdy, der der Musik so einen eigenen Charakter verleiht.

Im Vergleich zu den beiden Sotos-Alben geht es auf "Zaar" etwas gemässigter zu, es wird selten so heftig und schräg wie auf "Platypus" und die Musik ist etwas einfacher gestrickt. Hatte ich in meiner Rezension zu letzterem Album erwähnt, dass die Musik von Sotos gelegentlich in Postrock-Gefilde gerät, ist dies auf "Zaar" noch ausgeprägter. Etwas monochrom rocken die vier Musker hier ab und an vor sich hin (gerade in den beiden Longtracks), improvisieren verhalten und treiben gemächlich auf ihrem Soundfluss dahin. Bassist Pairbon greift recht oft zum Kontrabass, was der Musik eine gewisse jazzige Note verleiht. Durchaus abwechslungsreich ist die Gruppe dabei aber zu Gange, so dass sich nie Langweile breit zu machen droht. In "Omk" (wohl die beste Nummer des Albums) geht es zudem zwischendurch doch recht ordentlich zur Sache. Die rohe Kraft und die kantige Komplexität des Malstrøm erreichen Zaar aber nie.

"Zaar" bietet somit einen instrumentalen Kammerrock à la Univers Zero mit Postrock-Flair, der mitunter wie eine abgespeckte, leicht jazzige und etwas schläfrige Version der Red-Ära-King Crimson wirkt und eine seltsam unterkühlte, leicht atonale, aber entspannte Atmosphäre verströmt. Den von Cuneiform angedeutete Vergleich mit Magma kann ich allerdings nicht so recht nachvollziehen. Nach Zeuhl klingt hier eigentlich gar nichts. Daher: Fans von King Crimson, Sotos und Univers Zero sollten eigentlich keine Probleme und vielleicht sogar Spaß mit diesem Album haben. So richtig vom Hocker hauen tut es mich allerdings nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.2.2006
Letzte Änderung: 18.2.2006
Wertung: 10/15

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