October Equus
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Victor Rodriguez |
Keyboards |
| Txema Fernandes |
Drums |
|
| Amanda Pazos |
Bass |
| Angel Ontalva |
Guitar |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Lupus in fabula
|
5:22
|
| 2. |
October Equus suite
1. Field of Mars 2:50 2. Bigas 7:46 3. Sacrifice 4:45 4. Vestals 4:19 5. Head of the winner 7:16 6. End: On a lance 4:54
|
|
| 3. |
Reliqua Tempora
|
3:42
|
| 4. |
Minus Nihilo
|
4:49
|
| 5. |
Hydra
|
3:59
|
| Gesamtlaufzeit | 49:42 |
|
|
Rezensionen

Spanien ist nicht unbedingt ein Land an das man im Zusammenhang mit kantigem, crimsonekem Retroprog mit RIO-Atmosphäre denkt. Die Madrilenen von October Equus bieten aber auf ihrem neuesten Werk genau solche Klänge. Als Ideengeber führt die Gruppe auf ihrer Internetseite einerseits die Klassik-Avantgarde des 20. Jahrunderts an (Bartok, Stravinsky, die zweite Wiener Schule, Messiaen), andererseits den klassischen Prog der 70er (King Crimson, Van der Graaf Generator, Focus), Musik aus Canterbury (Soft Machine, Hatfield and the North) und RIO (Henry Cow, Art Bears, Univers Zero, Samla Mammas Manna). Aus diesen Einflüssen (die ich allerdings nicht alle in dieser Musik wiederfinde), angereichert mit Spuren von Jazz und Fernöstlich-Exotischem, haben die Spanier ein interessantes Album zusammengebraut, das zwar nicht unbedingt furchtbar Neues, aber ein spannendes und befriedigendes Hörerlebnis bietet.
Dominiert wird diese Musik von Angel Ontalva an der E-Gitarre, der sehr virtuos und komplex à la Robert Fripp zu Gange ist. Dazu kommt der druckvolle Bass Amanda Pazos', das solide Schlagzeug von Texema Fernandes und Victor Rodriguez' Tasten. Letztere sind mitunter etwas quietschig, klingen manchmal leicht nach Plastik und erzeugen selten die typische, erdrückende Klangfülle, die man von Retroprogbands inzwischen meist geboten bekommt. Vielmehr bereichert Rodriguez die Musik mit kantigen Pianoklängen, kratzigem Klangschweben, schrägem Jaulen und Plingen, mit Soli, in denen er Rohrblattinstrumente imitiert (Oboe, Fagott), kurzen jazzigen E-Pianoläufen, rauhen Orgelschüben und ganz selten sogar mit mellotronartigen Einlagen. Zusammen mit der kraftvollen E-Gitarre und der Rhythmusabteilung ergibt sich so ein sehr dichtes Geflecht aus schrägen Klängen, die in der klassisch-progressiven Vergangenheit schwelgen, aber gleichzeitig fest in avantgardistischen RIO-Gefilden verwurzelt sind.
Kurz: Wie eine Mischung aus King Crimson und Present wirkt diese Musik. Heftig, recht düster und vertrackt rocken die vier Spanier durch die knapp 50 Minuten von "October Equus". Auch wenn sich das Grundrezept der Stücke kaum ändert, kommt ob der abwechslungsreichen Klangfarbgebung keine Langweile auf. Wer einge der im ersten Abschnitt genannten Gruppen schätzt, insbesondere King Crimson und Univers Zero (bzw. deren Ableger Present), und bei wem sich bei ähnlich gelagerten Klängen noch kein Sättingungsgefühl einstellt, der sollte "October Equus" antesten!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
24.2.2006 |
| Letzte Änderung: |
6.3.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Es ist nicht leicht sich selbst in einer relativ überschaubaren Szene Gehör zu verschaffen. Die Spanier October Equus hätten sich mit ihrem kantigen, herausforderndem Instrumentalalbum eigentlich in den Top 20-Alben des Jahres 2006 platzieren müssen, stattdessen kommen sie gerade mal auf bescheidene 3 Stimmen (zwei davon dürften von Kollege Achim, siehe oben, dessen Rezi mich zum Erwerb dieser Scheibe angeregt hat, und mir selbst stammen) beim jährlichen Poll der [progrock-dt]-Community... Exoten in einem exotischen Zweig der musikalischen Gelüste.
Dabei machen die Spanier fast alles richtig: Angel Ontalva spielt eine herrlich kantige, disziplinlose Gitarre. Er läßt die Saiten riffen wie Crimso, läßt die Arpeggios dahingleiten wie Mr. Fripp persönlich und er entlockt der Gitarre schräge Aufschreie, enervierendes Scharren, Kratzen, kurzum, er lebt sich völlig aus. Dazu läßt als kongenialer Gegenpart Victor Rodriguez die Keyboards jaulen, quietschen, kleine flächige Zwischenspiele einflechten, dröhnende Orgelattacken abfeuern. Manchmal erinnern die Keyboardflächen gar vage an elektronische Klänge ala Kraftwerk, aber diese flüchtigen Eindrücke wischen so schnell vorbei, wie sie gekommen sind. Ein wahre Freude diesen beiden bei den selbstvergessenen musikalischen Exzessen zu lauschen. Das Mädel am Bass, Amanda Pazos, und der Kerl an den Drums, Txema Fernandes, legen dazu ein gewaltiges Rhythmusfundament mit nervös-wuseliger Percussion und einem mächtigen, düster grollenden Bass, der sich direkt in den Eingeweiden des Hörers austobt.
Solcherlei aufregende Instrumentalmusik mit ordentlich Rock-Schmackes in der Grauzone zwischen King Crimson, Univers Zero, Present und wie sie alle heißen, die nonkonformistischen Kammerprogger, bekommt man sicherlich nicht alle Tage geboten. Ein Schuß Jazz-Rock steckt auch noch drin, also Ihr Freunde von NeBeLNeST und One Shot, zögert nicht, auch hier zuzugreifen. Wenn man den Spaniern schon einen Vorwurf machen wollte, dann ist es, dass sie vielleicht gelegentlich auch mal eine Ruhepause einlegen könnten. So geht es immer voll zur Sache, was auf die Dauer den Hörer etwas abstumpfen lassen könnte und manche wilde Attacke würde sich mit geschickterer Vorbereitung noch besser in die Gehörgänge fräsen. Aber Spaß macht das Album auch so ohne Ende...
| Anspieltipp(s): |
das ist gerade egal |
| Vergleichbar mit: |
Crimso meets Univers Zero und Present |
|
| Veröffentlicht am: |
30.1.2007 |
| Letzte Änderung: |
30.1.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Irgendwie ist diese CD etwas an mir vorbeigegangen, sonst hätte sie im oben erwähnten Poll noch eine vierte Stimme bekommen. Aber es ist nicht immer ganz leicht, die Flut von Neuerscheinungen im Auge zu behalten.
Das ist jedenfalls Retro-Musik, wie ich sie mir gefallen lasse. Denn so richtig neuartig ist das ja nicht, was die spanische Band hier bietet. Insbesondere die Wetton-Phase von King Crimson lässt grüßen, und die Keyboards schwelgen bisweilen in 70er-typischer symphonischer Erhabenheit. Letzteres freilich immer nur kurzzeitig, als Kontrast zu den ansonsten vorherrschenden kantigen, sperrigen RIO-Klängen.
Nun gibt es durchaus Bands, die ganz ähnliche musikalische Felder beackern (z.B. NeBeLNeST), aber anders als beim üblichen Kitsch-Retro-Prog hält sich die Zahl der Veröffentlichungen hier doch einigermaßen in Grenzen, und bei einer solchen komplexen Musik ist der Abnutzungsfaktor auch wesentlich geringer. Ich jedenfalls kann von solchen Klängen nicht genug bekommen!
| Anspieltipp(s): |
alles |
| Vergleichbar mit: |
King Crimson, NeBeLNeST |
|
| Veröffentlicht am: |
4.12.2007 |
| Letzte Änderung: |
4.12.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von October Equus
| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 2008 |
Charybdis |
10.50 |
2 |
Zum Seitenanfang
|