SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
2.9.2010
Atrox - Terrestrials
It Bites - The Big Lad In The Windmill
Deformica - Paramo
1.9.2010
Collapse Under The Empire - The Sirens Sound
Demians - Mute
30.8.2010
Frogg Café - Bateless Edge
Kevin Hufnagel - Songs for the Disappeared
Emerson, Lake & Palmer - High Voltage
29.8.2010
OHO - Bricolage (CD+DVD)
Anubis - 230503
28.8.2010
Lye By Mistake - Fea Jur
OHO - Okinawa
The Inner Space - Agilok & Blubbo
27.8.2010
Klaus Schulze - La Vie Electronique 8
Lye By Mistake - Arrangements For Fulminating Vective Details
My Brother The Wind - Twilight In The Crystal Cabinet
CANO - Eclipse
26.8.2010
Weather Report - Night Passage
ARCHIV
STATISTIK
16768 Rezensionen zu 10702 Alben von 4015 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Khatsaturjan

Aramed Forces of Simantipak

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg; sonstiges
Label: MUSEA
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jaakko Koikkalainen bass, keyboards, vocals, guitars, melodica
Atte Kurri guitars, keyboards, vocals
Ilkka Piispala drums, keyboards, vocals
Ilkka Saarikivi keyboards, cello, vocals

Gastmusiker

Matti Muraja violin, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Prelude 0:38
2. The grand Pariah lament 5:14
3. Oh, cosmic pearl (No return to what never has been) 8:35
4. Advent rise 4:23
5. Scenario triangular

1. No integrity
2. Babylon taxi
3. A short dance with the melodyman

11:57
6. The new masters of my body 2:38
7. I've got your daddy's phonenumber! 4:00
8. Guidance of blinded light 4:16
9. Chromatic movement 7:02
10. The mass

1. Self prior to insight
2. Qualm / To measure the given
3. Venture my own road

15:09
11. Upon the plummeth 3:50
Gesamtlaufzeit67:42


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Der Neoprog geht schon seit einer Weile zum Teil neue und kreative Wege (das hat sich vielleicht herumgesprochen, so dass ich mich mit Namen wie „Strangefish“ oder „Nemo“ hier nicht länger aufhalten muss). Khatsaturjan aus Finnland schlagen auch einen überraschenden Weg ein, überraschend vielleicht auch für sie selbst: dass diese Band mit Klassik-Adaptionen angefangen hat, ist jedenfalls ihrem ersten Langalbum „Aramed forces of Simantipak“ überhaupt nicht mehr anzuhören.

Soweit erstmal die gute Nachricht.

Wenn es denn nun noch eine weniger gute mitzuteilen gibt, dann ist sie gar nicht leicht in Worte zu fassen: das Album ist als Konzeptalbum angelegt, ohne dass es mit den für solche Werke typischen Wichtigtuereien langweilt. Die Musik wird durchweg virtuos dargeboten, jeder Song enthält eine Vielzahl stilistischer Ideen, eigenartiger Solostimmen und schmissiger Vokalsätze, wie sie bei Spock’s Beard nicht besser waren; es wird teils gerockt, teils lyrisch-verspielt geplänkelt, teils gefrickelt (aber nie zu selbstverliebt), teils anspruchsvoll komponiert, teils skurril getextet, ab und zu werden Klassizismen eingesetzt, dann wieder fallen ungewohnte Instrumentierungen aus dem gewohnten Neoprog-Rahmen, minimalistische Elemente wechseln sich mit symphonischen ab, sogar Walzerrhythmen kommen zum Einsatz, und überhaupt sammeln sich hier die Zutaten, die mich ein Album lieben lassen könnten…

Dennoch bleibt meine Liebe eher vernünftig, statt Begeisterung stellt sich eher nüchterne Anerkennung ein.

Vielleicht sollte man – gerade im Prog – auch mal an seine Hörer und ihr Fassungsvermögen denken: was Khatsaturjan hier zelebrieren, zeugt zwar von enormem Fleiß und detailfreudiger Sorgfalt bei der Konzeption dieses langen Werks, das ja bis zu seiner endgültigen Fertigstellung einige Jahre verschlungen hat. Aber das, was sich in den Ohren der Autoren sicherlich als ein Nonplusultra darstellt, das so und nicht anders hätte ausfallen dürfen, läuft Gefahr, an den Ohren des Publikums relativ schnelllebig vorbeizurauschen:

Ein Blick z.B. auf die Tracklist vermittelt den trügerischen Eindruck, das Album sei relativ differenziert in längere und kürzere Tracks gegliedert. Tatsächlich ist es aber so, dass man hier jegliche Gliederung in Tracks als komplett gegenstandslos betrachten kann: manche Tracks gehen nahtlos ineinander über (z.B. 5 und 6), manche enden völlig abrupt und unvermittelt, obwohl ein typischer Longtrack-Aufbau in der Tracklist angedeutet wird (z.B. 10), und innerhalb jedes einzelnen Tracks – ob lang oder kurz – wimmelt es von Brüchen und konzeptionell kaum nachvollziehbaren Wendungen, Sprüngen und Kapriolen.

Dabei bin ich sicher, dass diese Seltsamkeiten keineswegs Unsicherheiten im Bewusstsein der Band sind – das alles wirkt völlig beabsichtigt; ich höre zwischen den Tönen ein deutlich ausgeprägtes Selbstbewusstsein der Musiker heraus, das aussagt, dass sie genau das genau so haben wollten. Aber als Hörer komme ich dabei nicht mehr mit: mir stellt sich dieses Album als ganz typischer Sich-selbst-den-Wind-aus-den-Segeln-Nehmer dar. Dabei finden sich hier ausbaufähige Ideen in Hülle und Fülle, man könnte aus dem Rohmaterial dieses Albums mühelos drei Alben gestalten, die dieses Material so weit entfalten könnten, dass es abgerundet rüberkäme. So, wie es jedoch ist, erweckt es den Eindruck einer umfangreichen Sammlung von Rohmaterial.

Aber ich möchte betonen: wenn sich mir auch der tiefere Sinn des Albums nicht erschließen mag, so kann er trotzdem vorhanden sein: Freunde längerer Kompositionslinien werden zwar wenig Freude daran haben, aber wer sich beim Hören von Prog gern herausgefordert fühlt, sollte unbedingt mal reinhören!

Anspieltipp(s): Am besten „Scenario triangular“ – Da ist alles dabei! Übrigens gibt’s auf der Band-Website auch MP3’s.
Vergleichbar mit: Solche Wechselbäder sind meines Wissens bisher noch unvergleichlich.
Veröffentlicht am: 12.8.2006
Letzte Änderung: 12.8.2006
Wertung: 7/15
Wie gesagt: das kann ich hier leider nur ganz subjektiv so sehen; es würde mich keineswegs wundern, wenn mancher Progfan dieses Album genial fände!

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Khatsaturjan

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Disconcerto Grosso 8.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2009; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
Design: Ralf Damaschke - Webmaster: Udo Gerhards
RSS 2.0 - Klip - Sidebar
Impressum