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Projection

A Brief History 1999 - 2005

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thommy Frank electric & acoustic guitars, bass, banjo, drums, synthesizer, mellorack, organ, tambourine, shaker, djembe, triangle, programming, vocals

Tracklist

Disc 1
1. The open door 17:31
2. Cellar Door 7:02
3. Chapter two 1:54
4. Let there be more light 5:49
5. Curtains 6:58
6. For your love 6:47
7. Space Port 5:15
8. It won't last forever 11:10
9. Your dream of glass 4:39
Gesamtlaufzeit67:05
Disc 2
1. Rainy summer afternoons 4:52
2. Thoughts 3:31
3. Gentle 9:35
4. A dream within a dream 4:50
5. Chapter one 3:30
6. Together Now 8:55
7. One of two kinds 20:57
8. Mother 5:56
9. Pieces 3:00
Gesamtlaufzeit65:06


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Thomas "Thommy" Frank aus dem schönen Rheinland-Pfalz wagte nach dem Engagement in diversen Bands - zuletzt einer Prog-Rock-Combo - sozusagen den Sprung in die Selbstständigkeit. Mit seinem Projekt "Projection", in dem er vom Songwriting bis zum Einspielen derselbigen alles selbst macht, erlangte er die völlige künstlerische Freiheit und Kontrolle. Hilfreich ist bei sowas sicherlich, wenn man nicht nur diverse Instrumente, darunter von Gitarre, Keyboards, Bass bis Schlagzeug die gesamte "Grundausstattung" einer Rock-Band, beherrscht, sondern auch noch singen kann. So entstanden zwischen 1999 und 2004 immerhin sechs Alben, die Frank im Alleingang aufnahm, produzierte und veröffentlichte. In 2005 kam ihm dann der Gedanke, wie es wäre, die besten Songs zu überarbeiten, nochmals aufzunehmen und sozusagen als Werkschau zu veröffentlichen. Gesagt, getan und so liegt nun auf 2 CDs "A Brief History" von Projection vor.

Thommy Frank spricht selbst von "melancholischer, progressiver Rockmusik" und bezeichnet seine Stücke als "musikalische Tagebucheinträge". Ich denke, beides weist in die richtige Richtung: Projection steht für überwiegende ruhige, nachdenkliche, manchmal introvertierte Rockmusik, die sich weitgehend in einem melodisch-sinfonischem Rahmen bewegt. Gelegentliche rockige Ausbrüche bestätigen da sozusagen "nur die Regel". Thommy Frank beweist dabei aber ein außergewöhnliches Gespür für packende, jedoch unglaublich lockere Melodien und Arrangements. Die Musik klingt so eher nach amerikanischem Retro- oder NeoProg in der Tradition von Spocks Beard oder den frühen Echolyn, denn wie ein Produkt aus der deutschen Provinz ;-)

Es gibt allerdings auch schon 'was zu meckern... zunächst wollte ich schreiben: Ich habe eine Allergie gegen programmierte Drums. Ich bin Rockmusik-Fan und da muss es lebendig und krachig, voller Energie klingen. Ich finde sogar, dass das Programming teilweise vergleichsweise gut gelungen ist, aber trotzdem gibt es keinen rechten Ersatz für reales Drumming. Soweit, so peinlich... wie ich inzwischen weiß (aus Mailkontakten mit Thommy Frank himself), spielt er die Drums selbst und zwar größtenteils echte Drums. Gut, das hätte mir auffallen sollen. Aber meine Kritik muß ich hier aufrecht erhalten: Entweder es liegt an den Limitierungen der Produktion (wir haben es hier, wie Frank es so schön umschreibt, mit einer "cheap digital home recording" zu tun) oder vielleicht doch am Stil, die Drums wirken schwammig, statisch, überhaupt nicht knackig und oftmals wird mir zuviel auf den Becken gespielt. Erschwerend kommt für mich noch hinzu, dass der Bass oftmals auch nicht besonders knackig 'rüberkommt. Damit ist die ganze Rhythmus-Fraktion eher schwächelnd besetzt.

Thommy Frank verfügt über eine angenehme, zuweilen etwas rauchig-kehlige Stimme, die gut zu den musikalischen Stimmungen paßt. Über ein ganzes Album ist es vielleicht etwas schwierig, die Spannung aufrecht zu erhalten, da sie nicht so variabel ist. Aber wirklich störend ist das nicht. Gerade bei den ruhigen Sachen passt es perfekt.

Was Projection jedoch ausmacht und aus dem Einerlei heraushebt, sind die Kompositionen: Thommy Frank hat ein Talent für gelungene Kompositionen, stimmige Melodie- und Spannungsbögen. Die Songs haben griffige Refrains und Hooklines, die Longtracks einen meist nachvollziehbaren 'roten Faden'. Auch die Arrangements finde ich detailreich, farbig und gelungen, so dass man lange Zeit seinen Hörspaß hat und immer wieder das eine oder andere Gimmick entdecken kann. Faszinierend ist für mich immer wieder, wie einer alleine soviele Instrumente teilweise gut bis sehr gut, aber immer tauglich, beherrschen kann.

Die einzelnen Songs tauchen nicht in der chronologischen Reihenfolge ihrer Entstehung auf dem Album auf und zudem sollten die Neueinspielungen ja vorhandene Schwächen der älteren Songs ausmerzen. Aber ich finde, man kann trotzdem eine deutliche Entwicklung von den älteren zu den neueren Songs erkennen. Die Arrangements werden lockerer, geschmeidiger, "wertiger"... die Musik wird dadurch besser transportiert. Besonders deutlich wird dies für mich im Vergleich der beiden Longtracks "Two Of A Kind" und "The Open Door"... "Two Of A Kind" ist beileibe nicht schlecht (immerhin kracht's hier passagenweise mal richtig), aber wirkt noch etwas zerrissen, so mancher Dynamik- und Stimmungswechsel kommt ziemlich unmotiviert daher. "The Open Door" wirkt wie aus einem Guß und scheint einer inneren Logik zu folgen, die einen gleich gefangen nimmt. "The Open Door" und das thematisch und stilistisch ähnliche "Cellar Door" sind neoproggige Höhepunkte, die sich mit den Genre-Größen ohne weiteres messen können. Talent war bei Frank aber schon immer vorhanden, das beweist das leicht nach Spocks Beard klingende "Let there be more light", welches zu den älteren Titeln gehört, aber ein Album-Highlight ist.

Vielleicht noch eine letzte Anmerkung: Der Melodieenüberschwang führt zu einem gewissen Gleichklang-Faktor. Und manchmal wildern die Songs schon in poppigen Gefilden. Ich würde der Musik noch ein paar mehr rockige Akzente wünschen... denn es geht auch: Als ich das erste Mal "Gentle" gehört habe, hat es mich förmlich weggeblasen. Knackiger Bass, mitreißende Gitarrenarbeit mit abschließendem Heldensolo... und dann diese vertrackte, aber gelungene Vokalakrobatik mit Gentle Giant-Anleihen. Das macht unendlich Spass und ist sicherlich mein Lieblingssong auf dem Album. Auch das überraschende "Space Port" mit seinen Anklängen an elektronische Musik oder düsteren Vangelis zeigt, das hier noch Potential schlummert.

Fazit: Ein gelungenes Album, welches Fans des melodischen, hymnischen Prog-Rocks mit NeoProg-Touch gut unterhalten und den Tag versüßen kann. Antesten empfohlen, auf der Homepage von Thommy Frank gibt es massenhaft Hörbeispiele.

Anspieltipp(s): Cellar Door, Gentle
Vergleichbar mit: gutgemachter NeoProg a la Mindgames oder Sylvan meets ruhige Spocks Beard oder Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 17.9.2006
Letzte Änderung: 18.9.2006
Wertung: 9/15
mit Tendenz nach oben

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