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UZVA

UOMA

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; Folk; Jazzrock / Fusion
Label: Silenze
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Heikki Puska lead & acoustic guitars, bass, piano, percussion
Olli Kari vibes, marimba, glockenspiel, percussion
Antti Lauronen piccolo, flute, soprano sax, tenor sax, clizi, bass clarinet, sopranino sax, alto flute, tarogato, kena
Heikki Rita clarinet
Lauri Kajander rhythm guitar
Veikka Potho bass
Ville Väätäinen drums

Gastmusiker

Timo Kortesmäki bassoon
Tuure Paalanen cello
Lari Latvala violin
Saara Rautio harp
Aarne Riikonen drums (1,9)
Inka Eerola violin (10)

Tracklist

Disc 1
1. Kouriutuminen Pt.1 2:11
2. Kouriutuminen Pt.2 6:18
3. Kouriutuminen Pt.3 5:08
4. Different Realities 11:15
5. Chinese Daydream Pt.1 3:12
6. Chinese Daydream Pt.2 5:43
7. Arabian Ran-Ta 9:59
8. Vesikko Pt.1 4:01
9. Vesikko Pt.2 6:14
10. Vesikko Pt.3 12:57
11. Lullaby 4:23
Gesamtlaufzeit71:21


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Die spinnen, die Finnen... leider viel zu wenig, möchte man sagen. Aber was will der Rezensent uns eigentlich mitteilen? Also gut, von vorne: Auf der Freakshow 2006 - die unter dem Geheimmotto "Freakshow goes Jazz-Rock" stand ;-) - spielten als Headliner des zweiten Tages die Finnen UZVA. Im Gepäck hatten sie große Erwartungen, die durch den Zweitling geweckt wurden. Vorher hatten Combos wie Panzerballett, Octafish und Jeavestone die Menge angeheizt und dann enterten UZVA die Bühne... und spielten eher etwas drögen, reichlich unspektakulären Jazz-Rock. Nun, das stieß durchaus auf durchwachsene Gegenliebe und führte unter anderem dazu, dass ich (aus Frust) keines der älteren Alben der Band gekauft habe...

Als nun das neue Album erschien (zur Freakshow war's noch nicht fertig), war ich aber dann doch neugierig, ob nun eher das gedämpft Jazzrockige oder das Kammerproggige mit Jazz-Attitüde das wirkliche Wesen der Band ist. Überraschung: Es ist beides!

"UOMA" beginnt mit einem Freakshow-Deja Vu... Sowohl der dreiteilige Opener wie auch das folgende "Different Realities" sind lockere Jazz-Rocker, die zuweilen ganz schön gemächlich daher kommen. Da möchte man schon der Band zurufen: "Gebt mal ein bisschen Gas!" Manchmal wird dieser Ruf denn auch erhört und Gitarre sowie Saxophon heben zu einem Solo ab, aber letztlich kommt hier eher weniger Stimmung auf. In Zeiten von Spaced Out und One Shot habe ich Jazz-Rock schon deutlich knackiger gehört...

Aber mit "Chinese Daydream" leiten UZVA die Wende ein. Geschickt werden zum Titel passende asiatische Klangelemente in den immer noch vorherrschenden Jazz-Rock-Fusion-Sound gemixt. Die Band spielt engagierter, farbenreicher, unterhaltsamer. Das Ganze erfährt durch das nun schon moderat abgefahrene "Arabian Ran-Ta" sogleich noch eine Steigerung. Marimba und Vibraphon setzen sich endlich mal so richtig in Szene. Auch Cello und Klarinette, die vorher allenfalls mal einen Tupfer setzen konnten, mischen den Sound so richtig auf. Die staubige Hitze des Maghreb wird greifbar. Es geht etwas flotter zur Sache, jetzt macht es langsam richtig Spaß...

...und UZVA setzen noch einen drauf: Das längste Stück des Albums - "Vesikko" - ist denn auch das Beste. Schon der Groove, mit dem das Schlagzeug in den Song einsteigt, ist unwiderstehlich. Und dann liefern sich Gitarre, Marimba, Vibraphon, Saxophon Duelle um die Melodieführung. Fagott, Cello, Harfe reichern die Soundvielfalt deutlich an. Es gibt kurze jazzig-angehauchte Soli von eigentlich allen Beteiligten. Das Schlagzeug wuselt nur so im Untergrund und der Bass grollt profund dazu. Ja, das ist es, Jazz-Rock meets leicht verschrobenen Kammerprog, kurz: Großer Sport! Mit dem akustisch dominierten, ruhigen "Lullaby" klingt das Album dann aus.

Nach schwachem Beginn steigern sich die Finnen in der zweiten Hälfte ganz erstaunlich. So gesehen hat das Album einen ziemlich gelungenen Spannungsbogen, der einen trotz aller Schwächen, irgendwie zufrieden zurücklässt. Kein Meisterwerk, aber gelungene Unterhaltung für eher verträumt-melancholische Stunden. Und "NIITTOAIKA" habe ich mir inzwischen doch noch bestellt ;-)

Anspieltipp(s): siehe Rezi-Text... je nachdem, was man erleben will ;-)
Vergleichbar mit: so richtig vergleichbar ist es allerdings nicht, das ist auch wieder schön...
Veröffentlicht am: 28.9.2006
Letzte Änderung: 28.9.2006
Wertung: 10/15
ganz knapp... ein leichter Bonus wegen der ausserordentlichen Steigerung in der zweiten Albums-Hälfte

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Es könnte gut sein, dass mein Vorschreiber Thomas auch von "NIITTOAIKA", dem zweiten Album von UZVA, ersteinmal ein wenig enttäuscht sein wird. Denn im Grunde ist es ähnlich aufgebaut wie "UOMA". Beide Scheiben beginnen mit ruhigerem, leicht Canterbury-inspiriertem Jazzrock ("Kuoriutuminen" und "Different Reality" hier, das dreiteilige "Soft Machine" auf "NIITTOAIKA"), bieten dann leicht exotische Klanggemälde ("Chinese Daydream" und "Arabian Ran-Ta" auf "UOMA", "Afrodite" auf dem Zweitling), um sich dann in kantigere Kammerrockgefilde zu bewegen ("Vesikko", dem auf "NIITTOAIKA" das abschliessende "Drontti" gegenübersteht). Auf "UOMA" ist dieses Konzept nur deutlich in die Länge gezogen (die Scheibe hat fast eine halbe Stunde mehr Spielzeit) und es wurde noch ein abschliessender Epilog angehängt ("Lullaby").

In konzeptioneller Hinsicht ist "UOMA" daher fast eine Kopie von "NIITTOAIKA". Beide Alben bieten ein langsam dahingleitenedes Crescendo, welches in von nur lauen Lüftchen gekräuselten Jazzrockteichen beginnt und sich gemächlich in bewegtere, gegen Ende kraftvoll dahinfliessende Gewässer vorarbeitet. Auf "UOMA" dauert diese Reise allerdings deutlich länger, was dem Album eine gewisse Zähigkeit verleiht und man schon etwas an Durchhaltevermögen braucht, um die Scheibe an einem Stück zu hören. Eine Straffung hätte dem Album wohl gut getan. Auf eine der beiden ersten Nummern (oder den etwas belanglosen zweiten Teil von "Chinese Daydream") hätte man wohl verzichten können (sollen).

Knackiger, druckvoller Jazzrock ist der Finnen Sache nicht, das hat man schon auf "NIITTOAIKA" gehört. Aber das ist wohl auch nicht die Absicht der Gruppe. Wer allerdings dem "Vorurteil" anhängt, dass Musik aus dem Land der tausend Seen immer durchgeknallt, bizarr und spinnert sein muss, der wird natürlich enttäuscht werden. UZVA befleisigen sich nämlich einer lockerleichten, fluffig dahinschwebenden Fusion, die gelegentlich recht deutlich an einige Produktionen aus der Canterbury-Szene angelehnt ist. Das Ganze ist sehr aufwendig und abwechslungsreich instrumentiert (siehe die Besetzungsliste) und besticht durch eine komplexe Leichtigkeit, die aber nie ins Seichte abgleitet. Wer seinen Jazzrock lieber fetzig, krachend, hektisch und gut gepfeffert geniessen möchte, den könnte diese Musik aber schnell langweilen.

Nach den beiden exotischen Zwischenspielen, in denen die Musik der Gruppe langsam Fahrt aufnimmt, kommt dann mit dem langen, dreitteiligen "Vesikko" der Höhepunkt der Scheibe. Die Nummer ist ein sehr abwechslungsreiches Gebilde aus nun doch recht druckvollem Jazzrock und sehr farbigem Kammerprog und erinnert mich - wie schon einige Abschnitte von "Drontti" - ein wenig an die Musik von Isildurs Bane (so um "MIND Volume 1"), auch wenn sie einen deutlich akustischeren, kammermusikalischeren Anstrich hat und durch einige folkig-exotische Einsprengsel aufgelockert wird. Das elegische "Lullaby" sorgt dann für einen entspannten Ausklang des Albums.

"UOMA" ist somit "NIITTOAIKA" im Grunde durchaus ebenbürtig, was den Abwechslungsreichtum der Instrumentierung anbelangt sogar überlegen. Die Scheibe ist allerdings - insbesondere am Anfang - ein gutes Stück zu lang geraten. Wer mit unaufgeregtem Jazzrock nichts anfangen kann, der sollte vielleicht die ersten beiden Nummern skippen und mit "Chinese Daydream" in das Album einsteigen. Ansonsten ist "UOMA" aber eine sehr gelungene Scheibe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.10.2006
Letzte Änderung: 9.10.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von UZVA

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Tammikuinen Tammela 10.00 2
2002 NIITTOAIKA 11.67 3

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