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Level Pi

Entrance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Elektronische Musik; Krautrock; Spacerock
Label: Garden of Delights
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Uwe Cremer all instruments

Tracklist

Disc 1
1. No cello 12:00
2. King Arthur's mantra 7:33
3. Hubbles dream - the beginning 9:24
4. Hubbles dream - dream without end 9:07
5. Bad weather 6:33
6. Level Pi - Part 3,1 4:34
7. Level Pi - Part 3.14 10:43
8. Level Pi - Part 3,1415 5:10
Gesamtlaufzeit65:04


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 2)


Hinter Level Pi verbirgt sich der Kölner Uwe Cremer, der diese CD im Alleingang eingespielt hat. Auf seiner Homepage bietet er zu jedem Tack Hintergrundinformationen, wie, mit welchen Geräten und so weiter.

Dass er ein Freund des frühen, elektronisch-spacigen Krautrocks ist, kann man sofort hören, auch Pink Floyd in der frühsiebzieger Version haben deutliche Spuren hinterlassen. So entstehen Titel, die auf den ersten Höreindruck wie eine gelungene Symbiose aus Tangerine Dream, Pink Floyd, einem Schuß ELOY oder Klaus Schulze wirken.

Eröffnet wird die CD mit Wassergeräuschen und Marschrhythmen (Inspiration war die Lektüre von "Im Westen nichts Neues") - es folgt ein wunderbarer Loop , der leicht an eine Maultrommel erinnert und dazu fliegt die Gitarre in höchsten Tönen jenseits des Himmels, mal etwas brachialer, mal klar in Einzeltönen - aber immer an Gilmour in seinen jungen Jahren erinnernd. Dazu ein leichter flötenähnlicher Klang a la TD "Stratosfear". Einziges Manko bei diesem Titel - das elektronische Schlagzeug. Würde das fehlen, gefiele mir der Titel noch besser.

"King Arthur's mantra" ist deutlich freier in seiner Form, merkwürdig hallende Schlagzeugklänge, aber ohne richtigen "Bumms" und vielerlei Soundeffekte. Die nächsten beiden Stücke zum Hubbleteleskop könnten so auch prima auf eine sehr frühe Schulze- bzw. Tangerine Dream-Scheibe passen. Zu langen spärlichen Tönen erklingt eine Stimme, die kaum verständlich etwas zur Entsehung des Universums erzählt. Der zweite Teil verändert dann die Stimmung hin zu floydschen Klängen - mit deutlicher Anlehnung zu "One of those days".

Bei "Level Pi" geht der Stil zurück zu elektronischen Formen der Berliner Schule. Ist der erste Part sehr frei, entwickelt sich im zweiten ein schönes Sequencermuster, zu dem Cremer in ASHRA-Manier Gitarrenlinien als Melodie hinzufügt.

Für einen Erstling ein durchaus gelungenes Werk. Die Mischung aus Floyd und Berliner Schule habe ich so auch noch nicht gehört. Wenn das elektronische Schlagzeug verschwindet und durch einen lebendiger spielenden echten Drummer ersetzt würde, wäre es noch besser.

Anspieltipp(s): Level Pi, Hubbles dream
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.10.2006
Letzte Änderung: 2.10.2006
Wertung: 9/15
mit Tendenz nach oben

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 2 von 2)


Krautrock-Fan Uwe Cremer liefert mit seinem im Alleingang produzierten Erstling ein erstaunliches Meisterstück ab. Man hört ihm an, dass er Psychedelic, Space- und Krautrock ganz tief inhaliert hat. Die großen ins Spiel gebrachten Namen haben hier ihre volle Berechtigung. Pink Floyd schimmert an allen Ecken und Enden aus der Musik. Tangerine Dreams Atmosphären aus ihren 70er-Virgin-Jahren schauen über die Schulter. Eloys Keyboardklänge scheinen im einen oder anderen Track versteckt zu sein. Und doch ist es eindeutig ein eigenständiges Gebräu, was ich hier serviert bekomme.

„No Cello“ z.B. hat es sofort auf einen Platz meiner derzeitigen Top 10 geschafft. Meeresbrandung und „Marching Drum“ versetzen mich in eine verheißungsvoll gespannte Stimmung, und das Stück löst das vollends ein. Dieser von Andreas beschriebene Maultrommel-Effekt, den ich als unterschwellig treibendes Blubbern empfinde, verursacht mir eine Gänsehaut nach der anderen. Dazu gibt mir dann die wunderschön gefühlvoll eingesetzte E-Gitarre den Rest. Ich bin schon mal begeistert.

„King Arthur’s Mantra“ nennt sich eine sanft bedrohliche Klangcollage aus Percussioneffekten und an- und abschwellenden elektronischen Klängen, welche mir gleich die nächste Gänsehaut am Körper verschafft. Mir scheint der Herr hat die richtigen Frequenzen ausgepackt, um meine Psyche zu stimulieren.

Das zweiteilige Stück zum Hubble-Teleskop ist dann perfekter Space-Sound. Zum dritten mal gibt’s hier Klänge, die meine Härchen auf der Haut erfreuen. Die Stimme, welche im Hintergrund undeutlich zu vernehmen ist und über die Entstehung des Universums erzählt, plus die Flächensounds ergeben ideale Musik für meine Science-Fiction-Phantasien.

Stück 5 ist zu Beginn dann das erste Mal sowas wie krautig. Zu Regengeräuschen spielt Uwe Cremer die Akustikgitarre und singt das einzige mal auf dem Album. Das erinnert dann so sehr an ähnliches aus der goldenen Kraut-Ära, dass ich hin und weg bin, und geht auch noch nahtlos in einnen floydigen Teil über. Danach wird’s rockiger, und hier fällt das Album das erste und einzige Mal für mich ab. Nicht wegen der schön rockenden einfallsreichen Gitarre, hier stören mich die programmierten Drums. Zu solcher Art Rock brauchen die Trommeln den Bums, und der kommt nicht aus der Dose. Ansonsten finde ich übrigens das Schlagzeug auf der gesamten CD absolut passend. Es ist so gut in den Gesamtsound integriert, dass es wirklich in keinster Weise störend auffällt, wie es sonst oft bei Produktionen dieser Art der Fall ist.

Zurück zu „Bad weather“: Der rockende Teil mit den nicht so passenden Drums dauert nicht sehr lange, bevor das Stück mit einer weiteren Klangcollage ausklingt und mittels eines elektronischen Pulses (bei dem ich an Doktor McCoys Krankenstation auf der alten Enterprise denken muß) in das dreiteilige Titelstück überleitet.

Auch dieses strotzt vor Atmosphären. Zum Puls gibt es mich frösteln lassenden Wind und nach 2 Minuten eine flötenartige Melodie. Dieser freiere erste Teil leitet in den zweiten über, der wieder mit Rhythmus glänzt. Nochmals zur Electro-Percussion: Im Gegensatz zu Schulze (den ich sehr mag, bei dessen Rhythmen ich aber immer überdeutlich höre, dass sie eben nicht auf einem Instrument gespielt werden) hat Uwe Cremer das hier sehr geschickt und geschmackvoll gelöst. Auch hier beim zweiten Teil von „Level-Pi“ hat er es in der Art eines richtigen Schlagzeugs programmiert und gibt damit diesem spacigen Stück den Rock-Touch. Hier kommen mir massiv die Eloy-Assoziationen, was eindeutig an den verwendeten Synthiesounds liegt.

Mr. Level Pi’s feinfühlige Gitarrenarbeit auf der gesamten CD sagt mir auch um ganze Längen mehr zu als das andere Elektronik/Rock Ein-Mann-Projekt Maxxess, bei dem doch viel deutlicher hardrock-riffig agiert wird und damit nicht gut bei mir ankommt.

Ein Fazit fällt mir hier sehr leicht. Die beste elektronische CD, die ich seit langer Zeit gehört habe. Als ob ich es mir hätte aussuchen können, hat Uwe Cremer mir hier das Beste von vielen meiner alten Lieblingen draufgepackt und das alles auch noch absolut geschmackssicher. Die durchgängig hochatmosphärischen Stücke strahlen Ästhetik aus und zeigen, wie viel Seele elektronische Musik doch haben kann.

Wer sich inspirieren lässt von einer Zeit, „als Pink Floyd noch Musik geschrieben haben“, liegt bei mir sowieso vollkommen richtig. Dazu kommt: Herr Cremer muß niemandem ein so fades, modernes, wie überflüssiges Motto „Höher-Schneller-Weiter“ präsentieren, sondern kennt das Geheimnis der Reduzierung.

Andreas endet mit Tendenz nach oben – ich schiebe sie nach oben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: frühsiebziger Pink Floyd, 70er Tangerine Dream
Veröffentlicht am: 4.10.2006
Letzte Änderung: 4.10.2006
Wertung: 13/15
sehr atmosphärisches Werk zwischen alten Floyd und Elektronik

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Level Pi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Electronic Sheep 11.50 2
2011 Dunkelstunde 11.00 1
2015 This Burning Part of Me 10.00 1

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