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King Of Agogik

Membranophonic Experience

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; sonstiges
Label: "Saustark Records" (Eigenproduktion)
Durchschnittswertung: 6/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Hans Jörg Schmitz drums, keys, guitar, sounds and samples

Gastmusiker

Dirk Wilms guitars, bass, mandolin, e-bow
Volker Cornet Rickenbacker bass
Pantelis Petrakakis bass, guitar

Tracklist

Disc 1
1. Welcome 1:56
2. Mc Wok (Voyage to innocence) 14:03
3. The King of Agogik 1:09
4. Bishu 3:05
5. King's dream 1:22
6. Yeti's awaken 5:46
7. Bassomania 1:22
8. DDW 3:07
9. Go where the pepper grow 3:59
10. King's garden 3:24
11. The sun set 2:00
12. Scottish maiden 2:03
13. Ora 3:19
14. Yeti naked 1:39
15. The Lobero 7:31
16. Me and the birch 10:14
17. Mc Wok (Return to the whales) 5:45
18. On the past 1:32
Gesamtlaufzeit73:16


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Wie ich schon in den Bandnotizen erwähnte, weiß ich fast nichts über Hans Jörg Schmitz, den "King Of Agogik" – außer dass er ein begnadeter Drummer ist. Und ich hab mich schlau gemacht, was "Agogik" ist: "Conscious speed change in the music" oder "Lesson of the individual arranging of the speed in a composition".

Damit ihr, liebe Leser, ansatzweise verstehen könnt, womit wir es hier (nicht) zu tun haben, empfehle ich zunächst einen Blick auf das Coverbild seiner "Membranophonic Experience": bei dieser Ansicht dachte ich sofort: das kann ja nur ein neo- bis retroproggiges Konzeptalbum mit Fantasy-Orientierung sein! Mann, ich lag ja noch nie so tierisch daneben! Also lasst uns gleich wieder wegschauen...

Hans Jörg Schmitz (der sich auf den Cover-Credits auch schon mal "John George Smith" nennt), hat die Musik dieses Albums zwar "kingley composed and arranged", aber das muss man sich so vorstellen, dass er ein Hobbybastler ist, der Pedanterie und Chaos genial zu verbinden versteht: einerseits betont er: "no sequences, no programming" (wie früher Queen: "No Synths!"), aber dann erwähnt er seine "Sounds and Samples", und von denen macht er reichlich Gebrauch – zum Beispiel ist der ganze Track "DDW" nichts anderes als eine Sample-Sammlung, darunter das Intro von Alan Parsons' "A dream within a dream" – Orson Welles inklusive. Natürlich komponiert er auch eine Menge eigener Musik, ziemlich originell ist da unter anderem seine Bolero-Version mit dem Titel "Lobero". Aber "Komponieren" bedeutet ja wörtlich übersetzt "Zusammensetzen", also könnte er mit diesem Begriff auch sein fleißiges Sampling meinen...?

Und vor allem macht er Gebrauch von seinem Drum-Arsenal – oft auch in den Samples. Unwahrscheinlich, dass es da noch was gibt, was er nicht hat (sowohl Drums als auch Samples); für Drum-Fans ist dieses Album ein Muss – der zehnminütige Track "Me and the birch" ist sogar ein einziges ausgedehntes Schlagzeugsolo, ansonsten spielt Schmitz auch noch alles mögliche andere selbst – nur keinen Bass – und lässt sich daher von ein paar Kumpels unterstützen (und da kommt dann sogar der starke Rickenbacker zum Einsatz).

Zweifellos kann der Mann so richtig gut, was er kann, und ich selbst könnte mir nicht im Entferntesten anmaßen, all diese rhythmischen Drum-Figuren zu entschlüsseln, die er uns in seinen Kapriolen vorführt. Aber er nennt sein Album bezeichnenderweise selbst "A drummer's little egotrip", und das ist es, was ich mit "Hobbybastler" meine: ich bin mir nicht sicher, ob dieses Werk mit seinen unverbunden aufeinander folgenden zumeist kurzen Tracks wirklich ein Konzept hat (immerhin wird "Mc Wok" als Reprise wiederholt), und manchmal bin ich mir nicht einmal sicher, ob das überhaupt Musik ist – siehe das erwähnte Parsons-Intro. Aber dabei bleibt es ja keineswegs: man bekommt hier Samples zu hören, die aus Reden stammen, z.T. aus Radio oder TV, Politisches ist dabei (darunter: Martin Luther King) und Bekanntes für Musikfans, so die Radio-Geräusche, die wir von Pink Floyd aus der Überleitung zu "Wish you were here" kennen, und noch vieles Andere dieser Art – Manches kenne ich, Manches nicht –, und sogar eine Version von "Sgt. Pepper" wird eingeleitet – es ist aber anscheinend nicht das Beatles-Original, jedenfalls nicht das vom Album bekannte – oder es ist es doch, nur geschickt verfremdet, das ist gar nicht leicht zu unterscheiden; Sample und nachgespieltes Zitat gehen öfters Hand in Hand auf diesem Album, so enthält z.B. "Mc Wok (Voyage to innocence)" ein sekundenkurzes Zitat aus Genesis... "Los Endos".

Keine Ahnung habe ich also, woher der Herr Schmitz all diese Ideen hat, geschweige denn, wieso er sie hier so hemmungslos eingefügt hat oder was er uns damit sagen will. Aber ich kann kaum etwas Nachteiliges über dieses Album sagen, es macht sogar richtig Spaß. Einziger Einwand: es ist so unkompromisslos persönlich, das bedeutet, es könnte dem Manne damit ähnlich ergehen wie manchem modernen Lyriker, dessen ausgedrückte Gefühle dermaßen persönlich-privat sind, dass es einem Außenstehenden schwer fallen kann, sie zu verstehen bzw. sich überhaupt darauf einzulassen. Da könnte sich schnell mal die Frage "Und was geht's mich an?" in den Vordergrund des Bewusstseins schieben. Aber phantasievolle Drummer (und deren ebenso phantasievollen Fans) werden es wahrscheinlich lieben.

Anspieltipp(s): Entweder das episch-bombastische "Mc Wok (Voyage to innocence)" oder gleich nur Drums ("Me and the birch"). Wer's kürzer mag, probiert am besten den "Lobero".
Vergleichbar mit: einem erfrischenden Alptraum von Bill Bruford …;-)
Veröffentlicht am: 6.10.2006
Letzte Änderung: 6.10.2013
Wertung: keine Ich käme ja auch nicht auf die Idee, private Photoalben meiner Nachbarn zu bewerten?

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Im Laufe der schon lange währenden Geschichte der populären Rockmusik ist es wenigen Interpreten gelungen, sich in musikalischen Alleingängen für die Nachwelt musikalisch zu verewigen und dabei diverse Instrumente zu bedienen. Mit dem technischen Fortschritt stellt dieses Unterfangen formal kein allzu großes Problem mehr dar und wird gerade im weiten Feld des Progrocks öfters praktiziert. Die Gründe für solche Alleingänge können vielschichtig sein.

Der unter dem "Bandnamen" King Of Agogik agierende Deutsche Hans Jörg Schmitz hat sein im Jahr 2006 veröffentlichtes Album "Membranophonic Experience" beispielsweise wohl leicht augenzwinkernd mit dem Untertitel "A Drummers Little Egotrip" versehen und widmet sich hier von diversen Samples geprägten Klanglandschaften, in deren Mittelpunkt seine ausgefeilte Schlagzeugtechnik steht. Er ist bemüht gewesen, an Gitarre und Keyboards breitflächig-atmosphärische Soundflächen zu kreieren, auf denen sich seine variantenreiche Rhythmusarbeit betten kann.

Der Opener "Welcome" legt in knapp zwei Minuten bereits das stilistische Grundfundament für den sehr technisch wirkenden Sound von "Membranophonic Experience". Synthetische Klangteppiche sorgen zusammen mit einem aufwändigen Sampling für einen elektronisch-symphonischen Rahmen, der von versiertem Schlagzeugspiel sowie grundsolider Saitenbearbeitung und präzisen Keyboardeinsätzen ausgefüllt wird.

Im nachfolgenden Longtrack "Mc Wok (Voyage To Innocence" ist auch mal kurz - wie von meinem Vorredner Henning bereits erwähnt - eine kleine Hommage an Genesis eingegliedert. Schon bald lässt sich das Album aber doch als eine recht spannungsarme Werkschau eines durchaus begabten Musikers entlarven, der angesichts des Überhangs an Technik das notwendige musikalische Seelenleben fehlt. Der Inhalt kann dann recht schnell als eine zugegebenermaßen raffiniert produzierte Zurschaustellung des heutzutage vorhandenen technischen Know-hows beschrieben werden, das auch im Amateurbereich Einzug gehalten hat. Die Feinfühligkeit für musikalische Erinnerungsmomente ist dabei völlig auf der Strecke geblieben. Somit ist es schon bedenklich, wenn auch nach mehrmaligen Hördurchgängen lediglich die beiden Genesis- und Alan Parsons Project-Zitate nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Wer sich einen auf eine CD gebannten voluminös aufgeblasenen Drum-Workshop mit einer weiteren instrumentalen Untermalung vorstellen kann und daran interessiert ist, sollte dann trotz meiner Warnung mal ein Ohr riskieren. Spaß macht das Album aber keineswegs. Die Gedankenwelt des Hans Jörg Schmitz bleibt mir leider völlig verborgen, sorry. Genauso wenig kann ich die mögliche persönliche Note in diesem Werk nicht einmal ansatzweise erkennen.

Anspieltipp(s): "Mc Wok (Voyage To Innocence"
Vergleichbar mit: einem Drum-Workshop mit symphonisch-synthetischer Untermalung
Veröffentlicht am: 13.10.2006
Letzte Änderung: 13.10.2006
Wertung: 4/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


"Membranophonic Experience" von Hans Jörg "King of Agogik" Schmitz polarisiert. Manche Rezensenten freuen sich über ständige Abwechslung, über die erfrischende Unvorhersehbarkeit dieses Albums. Andere fragen sich ratlos, was das alles soll und beschweren sich über Schlagzeugtrips und beliebig wirkende Samples.

Wer hier ein nachvollziehbares Progressive Rock-Konzeptwerk mit lauten schöngeistigen Melodiebögen und verträumten Texten erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. "Membranophonic Experience" ist vielmehr ein geistreicher, stellenweise etwas rastlos und unentschlossen wirkender musikalischer Trip geworden, bei dem Liebe zum traditionellen Progressive Rock sich mit Humor, vielseitigen Einfällen und musikalischem Fachwissen paart.

Manchmal wünschte ich mir allerdings auch, dass die oft "zappaesk" gemeinten Samples von "Membranophonic Experience" etwas weniger an satsam Bekanntem (John Lennon, The Beatles, Martin Luther King, Queen) bieten und sich ein wenig origineller, avantgardistischer gestalten würden. Ansatzweise wurde dieses bereits mit den Samples von "On the past" realisiert.

Einige - nennen wir es mal - behäbige, mit Samples unterlegte Passagen (wie z.B. "Scottish Maiden") tragen auch nicht unbedingt zur Nachvollziehbarkeit des Gehörten bei.

Bis auf die Sample-Collage "DDW" steht aber immer noch die sehr kompetent von Herrn Schmitz und seinen drei Kollegen an den elektrischen Saiteninstrumenten vorgetragene, überwiegend hochinteressante Musik im Vorgergrund. Mit "The sun set" und mit erstem Teil des orientalischen "McWok" gibt es doch noch schöngeistige RetroProg-Themen, die bei der Vielfalt (bzw. der eigenartigen Zerstreutheit) des Albums leicht übersehen werden können.

Neben bereits erwähnten RetroProg und zahlreichen kurzen, wenigsagend-getragenen Passagen bietet "Membranophonic Experience" ein wenig ProgFusion und ProgMetal, eine durch Ravel inspirierte Klassik-Komposition ("The Lobero") sowie Samples von sehr unterschiedlicher Wirkung und stark variierender Originalität. Nur die Schlagzeugfiguren sind über jeder Kritik erhaben...

Wer Schlagzeug spielen kann wie Herr Schmitz, der darf übrigens ungeniert ein 10-minütiges Schlagzeugsolo - wie in "Me and the birch" geschehen - vom Stapel lassen. Für Hörer, die Musiker wie Neal Peart abfeiern, ist das fast schon ein Muß.

Am Ende kann ich beide Seiten verstehen: die mit der CD leicht irritierten Rezensenten und auch solche, die ihr viel Originalität zuschreiben.

Mit dem Erstling "Membranophonic Experience" liegt also ein schwer zugängliches, aber dennoch hörenswertes Sammelsurium an interessanten und weniger interessanten Ideen vor. Hier mutet einiges noch leicht unfertig und skizzenhaft an. Mit seinem Zweitwerk "Aleatorik System" konnte sich Hans Jörg Schmitz in vielerlei Hinsicht enorm steigern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.2.2008
Letzte Änderung: 20.11.2009
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Of Agogik

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Aleatorik System 7.75 4
2009 The Rhythmic Drawing Room 10.75 4
2011 From A to A 11.00 3
2014 Exlex Beats 11.67 3
2017 Morning Star 11.00 2

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