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Manning

Anser´s Tree

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Folk; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Progrock Records
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Guy Manning Guitars,Mandolin,Keyboards,Samples,Basses,Drums,Percussion & Vocals
Laura Fowles Saxes & Vocals
Ian Walter Fairbairn Fiddles
David Million Electric Guitars

Gastmusiker

Stephen Dundon Flutes
Andy Tillson Hammond,Moog & Rhodes on 2
Neil Harris Piano on 2, Arp on 5

Tracklist

Disc 1
1. Margaret Montgomery (1581 - ?) 7:13
2. Jack Roberts (1699 - 1749) 6:40
3. William Barras (1803 - 1835) 14:46
4. Diana Horden (1900 - 1922) 7:47
5. Joshua Logan (1990 - 2048) 7:58
6. Prof. Adam Logan (2001 - 2094) 12:00
7. Dr. Jonathan Anser (2089 - ?) 7:08
Gesamtlaufzeit63:32


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 3)


Ein Grund, warum mir Prog schon in früher Jugend gefiel, waren die Texte, die wildeste Geschichten erzählten. Immer mehr ist diese Kunst bei den Musikern zugunsten kompliziertester Instumentenfrickelei in Vergessenheit geraten. Nur Hammill philosophiert noch immer so gekonnt wie zu seligsten Van-der-Graaf-Zeiten.

Ach ja, und ein Mann namens Guy Manning, der Hammill mit der Band Parallel or 90 Degrees und deren CD "No more Travelling Chess" eines der gelungensten Cover-Alben widmete.

Textlich setzt sich Manning auf seinem neuen Werk mit der fiktiven Familiengeschichte von Dr. Jonathan Anser auseinander, dessen Vorfahren jeweils für bestimmte Zeitalter stehen. Es wird erzählt von Hexenjagden im 17. Jahrhundert, schottischen Siedlern in der Neuen Welt, Unglücken in britischen Kohlenminen und endet in nicht allzu ferner Zukunft nach einer ökologischen Katastrophe auf einer der letzen festen Landmassen der Erde, auf der Anser endlich die Wahrheit über seine Herkunft erfährt. Oh, die CD hat ja eine durchgehende Geschichte, das wird doch wohl nicht etwa ein Konzeptalbum sein? Na klar!

Musikalisch sammelt er, wie schon auf den Vorgängeralben, jede Menge progressive Einflüsse der letzten 40 Jahre und formt daraus wieder einmal gekonnt etwas Neues.

Natürlich erinnert das Flötenspiel von Stephen Dundon ein ums anderemal an Ian Anderson, selbstverständlich versucht Manning gerade in den heftigeren Gesangsteilen wie Hammill zu klingen, seine Worte nur so herauszubrechen, und trotzdem finden sich auch völlig proguntypische Versatzstücke wie Kinderlieder mit Bluesgitarre ("Joshua Logan"), Folk ("Margaret Montgomery") oder gar ein ohrwurmverdächtiger Longtrack ("Prof. Adam Logan") auf "Anser´s Tree". Und über allem klingt natürlich das von mir schon öfter gelobte Saxofon der Laura Fowles.

Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser unzähligen Zitate und Einflüsse ist es fast unmöglich, die Musik auf "Anser's Tree" als Ganzes zu beschreiben. Sehr wichtig erscheint mir bei diesem Album Ausdauer. Ein erstes Hören mag an den Ohren vorbeiziehen wie ein Windstoß, beim zweiten Durchlauf bleibt erstmals was hängen - wahrscheinlich der Refrain von "Prof. Adam Logan" ("I´m calling out to the World..." singt der Schreiber dieser Zeilen gerade wieder vor sich hin) - und so gewinnt die Musik von Mal zu Mal. Auch wenn das Album erst seit Herbst Bestandteil meiner Sammlung ist, so ist es doch die CD mit den häufigsten Rotationen in meinem Player im Jahre 2006. Und das wird sich 2007 zunächst einmal fortsetzen, denn irgendwie macht sie fast süchtig. Fans von The Tangent oder Parallel or 90 Degrees können sich dazu noch über einen Gastauftritt von Andy Tillison freuen.

Ein großer Wurf, der sich in die Manning´schen Vorzeigealben "The Cure" und "The View from my Window" einreiht.

Anspieltipp(s): Prof. Adam Logan
Vergleichbar mit: Manning ;-)
Veröffentlicht am: 23.12.2006
Letzte Änderung: 23.12.2006
Wertung: 13/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Sieben Eigennamen mit Lebensdaten, und davon noch manche fiktiv: bevor ich ein solches Album in den Player schiebe, lese ich mir erstmal das Booklet durch. Weniger die Lyrics, eher die Kurzbiographien dieser sieben Personen. Interessante Leute waren das bzw. werden es sein - vier dieser Lebensläufe sind historisch, die drei letzten utopisch. Der Siebte, der titelgebende Dr. Anser, ist noch gar nicht geboren.

Die Kurzbiographien beginnen zumeist ähnlich, wie z.B. "Margaret Montgomery was a seamstress living in Scotland".... Und dann so weiter. Ich schmunzelte beim Lesen und dachte, ein Bonustrack zum Schluss wär doch der Brüller gewesen, so was wie: 'Guy Manning was a songwriter living in England at the end of the 20th and the beginning of the 21st century'.... Natürlich wäre das auch eine Idee für den Opener des nächsten Albums...;-).

Mit zuverlässigem Fleiß veröffentlicht Guy Manning pro Jahr ein Album, und diesmal ist ihm ein richtiges 'großes' gelungen. Das kann daran liegen, dass ihm offensichtlich diese sieben Persönlichkeiten besonders am Herzen liegen, und an der daraus resultierenden spannenden Herausforderung, Biographien musikalisch umzusetzen. Das muss man erstmal können: Lebensgeschichten, Zeitumstände und Charaktere in Musik kleiden, also Daten und Wörter in Klänge umwandeln. Da fallen mir spontan-assoziativ die 'Musikalischen Biographien' von Klaus Schulze ein, aber die sind mit Mannings Album natürlich gar nicht vergleichbar: während Schulze seine Helden in atmosphärischen Klangwolken einzufangen sucht, gießt Manning seine Musik in narrative Strukturen.

Dabei schafft er es sogar, den Musikstil eines Tracks an den Stil der Zeit anzupassen, in der die Personen jeweils gelebt haben: die ersten drei Tracks präsentieren sich als vielschichtiger Folk-Prog mit Fiedeln, Flöten und zum Teil deutlichen Annäherungen an den Stil von Jethro Tull, verzichten aber auch nicht auf überraschende Entwicklungen, wenn es gilt, die Lebensumstände der Personen musikalisch zu beleuchten (hervorstechend vor allem in der finsteren Untertage-Welt des Bergmanns William Barras). Mit der New Yorkerin Diana Horden fällt dann zum ersten Mal die Musik-Metamorphose auf: Flöte wird durch Saxophon ersetzt, ein leichtes Jazz-Feeling wird angeschlagen. Die beiden folgenden Tracks gehen noch weiter: "Joshua Logan" tritt blues-rockig mit fetzigen Gitarrensoli auf, während "Prof. Adam Logan" sich zwischen Neoprog und Rhythm n' Blues ansiedelt (kaum zu glauben, aber wahr). Am schwersten passt "Dr. Jonathan Anser" in eine Schublade - kein Wunder, wenn er erst 2089 geboren wird: wer kann schon wissen, welche Musik man dann hören wird? Jedenfalls werden ihm zunächst düstere Klänge zugeordnet (immerhin nach einer globalen Klima-Katastrophe!), aber letztlich zeigt sich der Weg in eine Zukunft nach der Zukunft in Form eines klassisch-proggigen Marschrhythmus - das ist die Coda der verhalten optimistischen Ausblicks-Perspektive.

Guy Manning, dessen Alben in der Progszene ja sehr kontrovers aufgenommen werden - und die auch meiner Meinung nach qualitativ sehr unterschiedlich ausgefallen sind - hat hier mal wieder ein wirklich großes Werk voller Inspiration geschaffen. Allerdings: an sein Überflieger-Album "The view from my window" reicht es m.E. denn doch nicht heran. Das war nämlich kompositorisch dichter und produktionstechnisch satter und praller geraten. "Anser's Tree" ist - verglichen damit - leider etwas schwach produziert (so dass ich schon dachte, er will das absichtlich so, damit die Folk-Orientierung des Anfangs nach frühen Steeleye Span klingt), und die langen Tracks zeigen hier und da gewisse (wenn auch nur kurze) Zerfaserungs-Erscheinungen. Aber das ist kein triftiger Grund zum Meckern: "Anser's Tree" hat bei klassisch orientierten Progfans durchaus seine Lorbeeren verdient - also rate ich zum Reinhören, wenn man die Richtung grundsätzlich mag.

Anspieltipp(s): Jeder der Tracks bietet sich an, entfaltet seine Qualitäten aber erst, wenn man ihn ganz gehört hat.
Vergleichbar mit: Viele Prog-Stile zwischen Folk und Jazz sind hier vertreten: das Album als Ganzes ist so mit keinem vergleichbar, das ich kenne.
Veröffentlicht am: 4.1.2007
Letzte Änderung: 5.3.2014
Wertung: 10/15

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Von: Andreas Kiefer @ (Rezension 3 von 3)


Wieder ein Manningalbum! Wieder ein Konzeptwerk mit phantasievoller Story! Wieder ein typisches Prog-Artwork von Ed Unitsky! Aber es ist erstaunlich, richtig langweilig wird's dennoch nicht. Vermutlich liegt es an der spürbaren Leidenschaft, die Guy Manning in seiner Musik immer wieder erkennen lässt.

Die achte CD "Anser's Tree" ist ein fast rein akustisches Folk-Album, versehen mit leichten Jazz, Blues, Retroprog, und Weltmusik Strukturen. Dabei setzen sich gleich mehrere Akustikgitarren, Holzbläser, Mandoline, Streicher und das bekannt gute Saxophonspiel von Laura Fowles besonders in Szene, auch wenn Keyboards und E-Gitarre nicht völlig aus dem Studio verbannt worden sind. So klingt vieles zwar deutlich ruhiger, aber dafür wurde oftmals ganz bewusst, recht ungebügelt produziert. Schließlich nimmt uns die Geschichte auf eine Reise durch verschiedenste Epochen mit. Angefangen im Jahr 1581 bis weit über das Jahr 2089 hinaus, und je nach Lebenszeit wächst der Sound und der zum Teil altenglische Folk etwas mit. Erzählt wird eine Familien-Story, aus den Augen des letzten Nachkommens Dr. Jonathan Anser, der sich auf Wurzelsuche seiner Vorfahren begibt. Jedes der sieben Lieder ist nach einer Person der Familie benannt, und bildet so einen Art Stammbaum.

Dafür ein Kompliment, doch leider funktioniert das Schema nicht für das ganze Album. Manchmal ist die musikalische Kost doch etwas zu leicht und lässt oftmals die notwendige Energie vermissen. Ein zusätzliches Problem ist wie immer Guy Mannings Stimme, die in Ihrem Ausdrucksvermögen doch sehr begrenzt scheint.

Im Allgemeinen ein Album, das durchaus neue Fans (ich denke da zum Beispiel an die Jethro Tull - "Songs from the wood" Anhänger) gewinnen kann, aber auch den alten Fans nicht vor den Kopf stoßen wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.5.2009
Letzte Änderung: 17.5.2009
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Manning

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 The ragged curtain 11.00 1
2003 The View From My Window 13.00 2
2004 A Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann) 7.25 4
2005 One Small Step... 8.80 5
2007 Songs from the Bilston House 10.00 1
2009 Number Ten 9.00 2
2010 Charlestown 6.50 2
2013 The Root, The Leaf & The Bone 10.00 1

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