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Anekdoten

A Time Of Day

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; RetroProg
Label: Virta
Durchschnittswertung: 8.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Peter Nordins drums, cymbals, percussion, vibes
Anna Sofi Dahlberg mellotron, organ, moog, rhodes, cello, piano, voice
Nicklas Barker voice, guitar, mellotron, moog, vibes
Jan Erik Liljeström voice, bass

Gastmusiker

Gunnar Bergsten flute

Tracklist

Disc 1
1. The Great Unknown 6:22
2. 30 Pieces 7:14
3. King Oblivion 5:02
4. A Sky About To Rain 6:29
5. Every Step I Take 3:06
6. Stardust And Sand 4:30
7. In For A Ride 6:47
8. Prince Of The Ocean 5:30
Gesamtlaufzeit45:00


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 3)


Die Melancholie-Progger aus Schweden, die Anekdoten, lassen sich Zeit mit ihren Studio-Veröffentlichungen. Das ist möglicherweise durchaus gut für deren Qualität. Nachdem man mit dem umstrittenen Vorgänger "Gravity" tief in den psychedelischen Alternative Rock eingetaucht war, stellt das 2007er Werk "A Time Of Day" wieder eine kleine Kehrtwende dar.

Schon der Opener "The Great Unknown" gibt ordentlich Gas und rockt mit heftig viel 'Eiern' los. Das 'Große Unbekannte' gibt es zwar nun nicht zu hören, aber sehr wohl eine gelungene Mischung aus frühen Anekdoten-Trademarks wie dominanter, druckvoller Bass und ein fast omnipräsentes Mellotron, aber gepaart mit den zuletzt immer deutlicher hervortretenden leicht schrammeligen Alternative-Gitarren. Noch einen Schritt weiter zurück in die RetroProg-Ecke machen die Schweden dann mit dem zweiten Song, "30 Pieces", in dem Gast Bergsten schöne Flötentöne beisteuert. Gegen Ende des Albums wird dann speziell mit "In For A Ride" gar ein Kracher vemod'schen Ausmaßes ausgepackt. Überhaupt spielt Peter Nordins durchweg ein treibendes Schlagzeug, packt Nicklas Barker immer mal wieder richtig krachige Gitarrenparts in die Songs und neben Mellotron satt gibt es auch wieder gelegentliches Cello-Kratzen zu hören.

Vielleicht haben es die Schweden nun gepackt, einen gelungenen Mittelweg zwischen alter RetroProg-Rauheit und 'modernem' Alternative Rock-Geschrammel zu finden. "A Time Of Day" klingt auf jeden Fall ganz so und paart die nordische Melancholie sehr schön mit kleinen, fast gewalttätigen Eruptionen. Das macht Spaß. Grenzwertig ist natürlich noch immer der dünne Gesang. Da ändert sich nichts, aber das ist ja nun auch schon wieder fast ein typisches Trademark von Anekdoten.

"A Time Of Day" ist ein gelungenes Album geworden, ohne einen wirklich herausragenden Song, aber vor allem ohne Ausfälle. Die schwermütige Tiefe, die diese typisch skandinavische Produktion begleitet, dürfte für nachhaltigen Genuss sorgen (auch wenn der Veröffentlichungszeitpunkt im angehenden Sommer für diese typische Herbstmusik nicht unbedingt perfekt gewählt ist... aber es gibt ja Nächte).

Anspieltipp(s): The Great Unknown, In For A Ride
Vergleichbar mit: "From Within"
Veröffentlicht am: 21.5.2007
Letzte Änderung: 21.5.2007
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Es gibt ja Bands aus dem hohen Norden, die werfen so ziemlich jedes Jahr eine randvolle Doppel-CD auf den Markt. Anekdoten fallen da eher ins andere Extrem, da gibt es mittlerweile nur noch alle Jubeljahre mal was neues. Nun also nach vier Jahren Pause (eine Live-CD kam zwischendrin noch) endlich ein neues Studioalbum.

Mit dem Vorgänger Gravity hatten die Schweden einige ihrer alten Fans ziemlich verprellt; statt druckvollem, Crimso-inspiriertem Retro-Prog war nun Alternative Rock mit starkem 60s-Psychedelik-Einfluss angesagt. Die neue Scheibe greift nun wieder stärker auf den frühen Anekdoten-Sound zurück (auch das Cello kommt wieder zu Ehren), ohne auf die Alternative- und Psychedelik-Elemente zu verzichten. Also gibt es neben schrammelnden Gitarren und mellotrongetränkter Melancholie auch wieder ein paar kantigere Stellen.

Das alles ist recht angenehm zu hören, aber dennoch habe ich ein etwas ungutes Gefühl dabei: vier Jahre Pause, und dann kommt nur ein Eintopf aus den bewährten Zutaten der vorherigen Alben heraus? Gravity war eine Weiterentwicklung, auch wenn sie nicht jedem geschmeckt hat; das kann man von A Time of Day wahrlich nicht sagen. Ein nettes Wiederhören mit alten Bekannten, aber den Stellenwert, den vor allem ihre ersten beiden Alben haben, erreicht es nicht.

Anspieltipp(s): A Sky About To Rain
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2007
Letzte Änderung: 27.5.2007
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Einspruch Euer Ehren! Ich schrieb bei den ersten beiden Alben, dass die Stimme von Liljeström perfekt zu der "Vemod" bzw. der Grundstimmung der Musik passt. Eine wie auch immer anders geartete Färbung hätte dies für meinen Geschmack nicht getan, ja diese einmalige Stimmung gar ge- oder zerstört. Ob eine rockigere, dominantere, weniger zurückhaltende Stimme bei diesem Output anders gewirkt hätte, mag sein. Die Spitze des IKEA-Prog stellen Anekdoten für mich mit vorliegender Scheibe aber keinesfalls dar. Dazu habe ich wie Kollege Jochen einfach kein gutes Gefühl mehr bei dieser Musik. Von Bandhighlights wie Pendulum Swing sind die Kompositionen auf "A Time Of Day" meilenweit entfernt. Bereits das letzte Album ging für mich in die falsche Richtung. Dieses bleibt im Wesentlichen in der Alternative-Ecke stehen und beinhaltet kein einziges Stück, dass mich irgendwie begeistert oder berührt. Ich habe stets das Gefühl, dass der Band kompositorisch nichts mehr eingefallen ist und einfach im Stile der letzten Langrille weitergeschrammelt wurde. Vemod und Nucleus bleiben die Alben, die man haben muss. Dieses ist verzichtbar.

Anspieltipp(s): Pendulum Swing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.11.2009
Letzte Änderung: 8.11.2009
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anekdoten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Vemod 11.33 3
1995 Nucleus 12.00 3
1997 Live EP 10.50 3
1998 Official Bootleg - Live In Japan 10.67 3
1999 From Within 10.33 3
2003 Gravity 9.33 6
2005 Waking The Dead - Live In Japan 2005 8.50 2
2009 Chapters 12.00 2

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