Circus of Life
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Kim Stenberg |
guitars, vocals, sitar |
| Lars Petter Holstad |
bass |
| Allan Olsen |
lead vocals |
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| Eirik Hanssen |
lead vocals |
| Jan Torkild Johannessen |
drums |
| Gilbert Marshall |
keyboards, lead vocals, marimba, harmonica |
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Gastmusiker
| Kor Artig |
choir |
| Liv Frengstad |
cello |
| Göran Dahlberg |
trombone |
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| Marielle Stenberg |
kids voice |
| Caroline Stenberg |
kids voice |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Circus of Life: Welcome
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3:24
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| 2. |
Circus of Life: Freakshow
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6:14
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| 3. |
Circus of Life: What if...
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8:09
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| 4. |
Circus of Life: Trick of the mind
1. Song of Decision 2. Song of Anger 3. Song of Sharing 4. Face to face
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21:50
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| 5. |
Circus of Life: The Clown
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6:07
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| 6. |
Pointless Masquerade
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8:57
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| 7. |
Watching the waters
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9:31
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| Gesamtlaufzeit | 64:12 |
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Rezensionen

Inmitten des Wustes neuer Veröffentlichungen muss man inzwischen schon ganz schön wählerisch sein, was man sich noch anschafft. Vielleicht kennt mancher Leser-Fan das Phänomen: Anschaffen ist nicht gleich Anhören – Manches muss man haben (denkt man), aber es verschwindet irgendwo im Schrank und wird nie gehört; und Manches müsste man nicht haben, aber man muss es einfach immer wieder hören – oder Teile davon – und man staunt…
Was nun Magic Pie betrifft: allein die vielen Vergleiche mit den Flower Kings langweilen inzwischen längst, denn der Leser denkt, den Floki-Umkreis kennt er zur Genüge, da wird das schon nicht so spannend sein…
Als ich mir dieses Album anschaffte, war es denn zunächst auch mehr Neugier als Erwartung: das erste Album der Band hatte mir ganz gut gefallen (obwohl es kein Dauerbrenner wurde), und ich fragte mich einfach, was die wohl jetzt so machen. Und ich staune…
Ich will jetzt mal Positives und Probleme in einem Abschnitt erwähnen, zuerst das Positive: Magic Pie machen ein Konzeptalbum über den „Zirkus des Lebens“ in fünf Teilen, und das haut mich um, weil es wirklich wie der Wahnsinn des Lebens klingt. Nun die Probleme: dieses „Konzeptalbum“ umfasst in etwa 45 Minuten, aber da CDs heutzutage länger sein müssen, packt die Band noch zwei Zehnminüter mit drauf – und die hätten lieber erst noch im Studio reifen sollen…
Aber erstmal zurück zu den guten Nachrichten: „Circus of life“ baut sich mit einer liedhaften Einleitung auf („Welcome“), die als Ouvertüre die zwei wichtigsten musikalischen Themen vorstellt, die danach weiterentwickelt werden. Darauf folgt ein instrumentales Frickelkonstrukt („Freakshow“ – wie der Name schon sagt), das auf dem ersten Thema beruht, und da haben wird eine riffige Grundkomposition, der das Ohr gern folgt, weil sie nicht zur selbstverliebten Sorte ohne Melodie gehört, im Gegenteil, es macht Spaß, die Riffs in den verschiedenen Instrumenten als Hörer zu begleiten, und es sind vor allem Orgel und Bass, die mich mitreißen, und nicht zuletzt die wohldosierten Metalelemente (Metal als bedarfsbedingtes Stilmittel – langsam setzt sich das durch im Prog: Hab’s doch immer schon prophezeit, dass das kommen musste…).
Im dritten Teil („What if…“) wird’s floydig: Orgel und Gitarre bauen einen bombastischen Slow-Track auf, den ein geschickter Fälscher glatt als lange verschollenen Bonustrack von „Meddle“ verkaufen könnte. Hier wird erfolgreich gezeigt, dass Balladen ohne Kitsch machbar sind…
Höhepunkt ist der 20-minütige Longtrack „Trick of the mind“: nach einer Frickel-Einleitung wird’s wieder so liedhaft wie zu Beginn des Albums (Thema 2 wird erneut angedeutet), und das zieht sich eine Weile hin, wird sogar noch leiser, aber dann setzt die fetzige zweite Hälfte des Tracks ein: ein Gerüst aus Bass und Drums mit rasanten Hammond-Soli und Gitarren-Ausbrüchen (das rhythmisch an ganz frühe Rush erinnern mag) zieht den Hörer in einen Strudel, aus dem es kein Entrinnen gibt – hier muss der Progfan einfach andächtig lauschen. Und auch in diesem Teil lassen sich Spuren der zwei Hauptthemen wiederfinden…
Und natürlich folgt mit „The clown“ die bombastische Coda, die wieder gewisse Floyd-Elemente enthält und eine Textzeile hervorhebt, die mehrfach auf dem Album vertreten ist: „Stay clean, stay healthy, stay alive – Have a piece of Magic Pie“…
Ich rate jedem Hörer, den das Bisherige begeistern konnte, JETZT (genau jetzt!) auf die Stopp-Taste zu drücken. Nun kommen nämlich die Album-Füller: „Pointless masquerade“ ist zwar gar nicht wirklich schlecht – es frickelt verspielt, es bringt wieder ein tolles Hammond-Solo (klingt fast wie Ken Hensley bei Ayreon), aber der Song wirkt zusammengestückelt und schmeckt wie zu früh geöffneter Wein – es kommt kein Aroma rum. Noch ein Jahr im Studio gelagert, und schon hätten sich die Teile zusammengefügt (das klappt ja sonst bei dieser Band auch!)…
„Watching the waters“ ist der von Keyboarder Gilbert Marshall geschriebene Album-Abschluss – wieder nicht schlecht, aber der Song plätschert etwas, er hat einen ziemlich banalen Refrain und ist kein würdiges Ende für dieses so genial über eine Dreiviertelstunde durchgezogene Album. Am besten daran ist der Hidden Track: wenn sich der Song zum Schluss ausgeblendet hat, blendet er sich kurz danach wieder ein, aber diesmal als Bluesrock mit Harmonika und dumpfen Drums – das klingt, als hätte der alte Robert Johnson kurz vor seinem Ende noch den Prog entdeckt (was bei seinem legendären Deal mit dem Teufel eigentlich logisch gewesen wäre)…
Mein Vorschlag: Lasst uns dieses Album 45 Minuten lang hören, ganz so, wie es früher auch genügt hat. Und dann ernennen wir es zu einem neuen Prog-Klassiker und sparen uns den Rest (das gilt natürlich nicht für Fans von Robert Johnson ;-)). Denn diese Band könnte irgendwann die Flower Kings von ihrem Thron des Schweden-Prog stoßen. Sie braucht dazu nur die Voraussetzung, dass mehr Progfans sie kennen lernen (und das sie unausgegorene Tracks bis zum nächsten Album ruhen lässt ;-))…
PS: Und damit jetzt nicht wieder wer schreit: „Das Artwork ist Prog-Kitsch!“ oder so ähnlich: Es stammt nämlich bereits aus dem Jahre 1975 von Eva Stenberg – wenn schon Retro, dann richtig…
| Anspieltipp(s): |
Alles, nur nicht die zwei letzten Tracks (das Album ist zu gut, um sich dadurch den Geschmack zu verderben). |
| Vergleichbar mit: |
Dies ist die lang erwartete Frischzellenkur für die Flower Kings… |
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| Veröffentlicht am: |
28.5.2007 |
| Letzte Änderung: |
4.8.2011 |
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Der kleine Bruder der Flower Kings ist zurück! Klar wird man Magic Pie nicht gerecht, wenn man sie recht plakativ nur mit den Blumenkönigen verbindet, doch auf ihrem überaus ansprechenden und sehr gelungenen 2005er Debüt „Motions of desire“ gab es eben jede Menge Elemente, die einen auf diesen Vergleich kommen ließen. Inzwischen sind zwei Jahre ins Land gezogen, die Band ist besetzungsmäßig konstant geblieben, hatte aber aufgrund dessen auch genügend Zeit, noch mehr am eigenen Profil zu feilen.
Die Vorliebe für ausschweifende Arrangements ist geblieben, denn mit dem fünfteiligen, 42-minütigen Titelsong – wobei „Part 4 – Trick of the mind“ gleich mit knapp 22 Minuten zu Buche schlägt - wird „Circus of life“ sehr ausschweifend, sowie inhaltlich vielschichtig in bester Retro-Prog-Manier eröffnet. Der Melodienanteil ist hoch gehalten, genauso bekommt man aber auch schwungvolle Instrumentalparts mit jeder Menge Hammond, Synthies und flirrenden Gitarrenlinien um die Ohren geblasen. War das Debüt oftmals von jammigem, sehr flüssigen Zusammenspiel geprägt, so wirkt „Circus of life“ eine Spur ernster und mehr Richtung präzises Zusammenspiel ausgerichtet. Doch geht es bei Magic Pie eben glücklicherweise nicht nur um die Reproduktion von 70s Sounds und Atmosphäre, sondern bisweilen kann die Band aus der Nähe von Oslo einfach locker vom Hocker (3 Euro ins Phrasenschwein) und sehr befreit losrocken.
Ihr feines Händchen für mehrstimmige Vokalharmonien ist ebenfalls geblieben, womit „Circus of life“ zwar einerseits eine Fortsetzung, aber ebenso eine Weiterentwicklung von „Motions of desire“ darstellt. Denn statt gesanglich immer nur zusammen zu brillieren, ist der Leadgesang sehr ausgeglichen auf drei Köpfe verteilt. Und gerade die stimmlichen Unterschiede (Rockröhre neben säuselnder Samtstimme) sorgen für eine wohltuende Abwechslung. Neben melodietrunkener Glückseligkeit, die die Songs sehr prägnant durchzieht und somit angenehm die Hörnerven streichelt, wird sich aber ebenso gerne dem druckvollen, mitunter leicht Hard/Blues-Rock-lastigen Instrumentalspiel gewidmet, darf auch mal floydig die Gitarre dem Mond entgegenheulen.
Was „Circus of life“ weiterhin zu einem Gewinneralbum macht, ist die Tatsache, dass man der Band tatsächlich ihre Spielfreude abnimmt, hier eben nicht ein klinisches Hochglanzprodukt mit dem möglichst großen gemeinsamen Prog-Nenner abgeliefert wurde. Eingängig, progressiv, einfach gut – Magic Pie sind auf dem besten Weg, sich langfristig zu etablieren.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
22.12.2009 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magic Pie
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