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Karfagen

The Space Between Us

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: instrumental; Neoprog; Worldmusic / Ethno
Label: Unicorn Digital
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Antony Kalugin Keyboards, Flöte, Percussion, Gesang, Gitarre
Kostya Shepelenko Schlagzeug
Sergey Kovalev Harmonika, Bayan, Gesang
Oleg Polyanskiy Keyboards

Gastmusiker

Oleg Booklov Gitarre
Denis Moroz Gitarre
Roman Cucherenko Bass
Tim Sobolev Gesang
Georgiy Katunin Lyra, Flöte
Lena Moscalec Gesang
Oleg Korotaev Gitarre
David Todua Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. Entering The Gates 1:54
2. The Great Circus 5:30
3. Temple Of Light 4:57
4. The Other Side 5:09
5. Sky Of Couple Colors 4:08
6. Masks And Illusions 6:40
7. The Dream Master

1. Through a Stream of Images (Prestissimo)
2. The Sculptor (Maestoso)

6:40
8. Labyrinth 4:44
9. Let Go 3:33
10. Wonder Valleys 4:21
11. Kingfisher And Dragonflies 1:48
12. Retrofall 5:21
13. Mind Games 1:21
14. The Space Between Us 4:17
15. When The Night Falls 2:13
16. Big Outro 2:41
Gesamtlaufzeit65:17


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


The Space Between Us ist das zweite Album des ukrainischen Quartetts Karfagen. Nun war die Ukraine bisher für mich ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Prog-Rock (oder überhaupt in Sachen Musik), aber gerade auf Bands aus solchen bei uns wenig bekannten Ländern bin ich immer besonders gespannt.

So "exotisch" wie erhofft ist die Musik leider nicht! Das an sich wäre noch nichts schlimmes, aber leider bieten Kafagen über weite Strecken ziemlich Neo-Prog-beseelten, teils auch schon New-Age-angehauchten Schönklang. Es dominieren klar die Tasten, zu oft allerdings mit arg zuckrigen Klängen. Werden die Keyboards mal zurückgenommen und lassen beispielsweise lyrischen Flötenklängen mehr Raum (Sky of Couple Colors), kommt gleich viel mehr Atmosphäre auf.

Ein paar Elemente einheimischer Folklore bringen die Vier auch ein, sparsam und dezent, ach was, zu sparsam und zu dezent! Hier ein wenig textloser Ethnogesang (ansonsten ist die Musik instrumental), da mal eine zaghaft angedeutete folkloristische Melodie - viel zu oft gehen diese Passagen im Tastenkleister unter.

Es gibt aber auch sehr gelungene Stücke auf diesem Album, wie das wunderbare Klaviersolo The Dream Master in bester Keith-Emerson-Manier oder das stärker folkloristische und auch bewegtere Labyrinth. Insgesamt ist mir die Musik aber doch allzu brav und zu sehr in üblichen Neo-Prog-Strickmustern verhaftet. Neo-Proggies können dagegen durchaus ein Ohr riskieren!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2007
Letzte Änderung: 31.5.2007
Wertung: 7/15

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Von: Dennis Egbers @ (Rezension 2 von 2)


Jochen schreibt in seiner Rezi: "Neo-Proggies können dagegen durchaus ein Ohr riskieren!" Da ich mich ja trotz schlechten Leumunds des Genres und nicht zu verleugnendem Faible auch für gänzlich andere Musik immer noch zumindest teilweise zu jener Gruppe zähle, habe ich seine Empfehlung natürlich Ernst genommen. Und auch wenn ich mich summa summarum der bereits beschrieben Einschätzung von Karfagens Zweitling anschließen möchte, denke ich, dass einige Anmerkungen aus Neoprogsicht nicht schaden können.

Sicherlich hat "The Space Between Us" einen gewissen Neoprog-Sound an sich: Das ist alles unheimlich sanft, bisweilen symphonisch, melodisch und nicht nur lieblich sondern gar lieb produziert. Kanten hat bei der Truppe um Mastermind Antony Kalugin somit einzig und allein das die CD beinhaltende Jewelcase und es gibt wahrlich gute Gründe, sich schon deswegen nicht weiter mit dem Album beschäftigen. Mit ganz viel gutem Willen könnte man natürlich die spärlichen folkloristischen Passagen oder den Einsatz einer Harmonika als Ecken und Kanten bezeichen, aber, um ehrlich zu sein, dafür sind diese zu rar, zu lasch, zu wenig prägnant und schlicht zu egal.

Stattdessen füllt Kalugin jede sich auftuende Lücke mit Keyboardsilikon auf, bis jede Ritze geschlossen ist. Das sorgt im Endeffekt dafür, dass "The Space Between Us" während seiner völlig überhobenen Laufzeit von 65 Minuten – kompositorische Ideen gibt es hier für bestenfalls 30 Minuten, eine Grindcore-Band bekäme sie in deutlich unter 5 verbraten – einen derart hohen Schleimauswurf anhäufen kann, dass man am Schluss wirklich dankbar ist, wenn die CD endlich am Ende ankommt.

Nicht einmal eine Reinhörempfehlung für Neoprogger möchte ich daher geben. Schaut man sich die "großen" Neoprogbands an (ja, mit Abstrichen sogar Pendragon), so sind diese bei allem ja durchaus von Combo zu Combo verschiedenen Anteil immer noch auch und vor allem Rockbands. Dementsprechend will auch der Neoprogger Musik hören, die zumindest aus seiner Warte rockt. Karfagen tun nicht mal das. Eierlos, sinnlos, zwecklos. New Age? Das trifft's eher. Oder, noch gemeiner: Karfagen haben soviel Saft und Kraft wie Pendragons "And We'll Go Hunting Deer" ohne Gesang. Ich will nicht ausschließen, dass die 2,736 Like-Wendy-Jubelperser der Welt auch Karfagen toll finden, aber sonst braucht "The Space Between Us" genau niemand.

Wie war das noch in der Schule? Zu schlecht, um gut zu sein, zu harmlos und irrelevant, um wirklich schlecht zu sein – Karfagen: 4, setzen!

PS: Da just zum Eingabezeitpunkt dieser Rezi in einem progrelevanten Forum wieder das jährliche Murmeltier in Form einer Bewertungsdiskussion mit Blick auf die BBS tobt: Schulnote 4 = Oberstufennote 4-6, was grob der BBS-Skala entspricht.

Anspieltipp(s): Labyrinth, damit hat man die Qualitätsspitze gehört
Vergleichbar mit: New Age trifft lahmarschigen Instrumentalprog
Veröffentlicht am: 17.11.2009
Letzte Änderung: 17.11.2009
Wertung: 5/15

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