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Phideaux

Doomsday Afternoon

(Tipp des Monats 8/2007)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Bloodfish
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rich Hutchins Drums
Ariel Farber Vocals, Handclaps
Valerie Gracious Piano, Vocals
Mathew Kennedy Bass Guitar
Gabriel Moffat Lap Steel Guitar, Solo & Electric Guitar, Textures, Treatments, Transitions
Linda Ruttan Moldawsky Vocals
Molly Ruttan Vocals
Mark Sherkus Hammond B3, Minimoog, Arp String Ensemble, Korg Karma, Sampler
Phideaux Xavier Piano, Rhodes, Moog Voyager, 6 & 12 String Guitar, Vocals

Gastmusiker

Arjen Lucassen A few special words (10)
Patti Amelotte Hammered Dulcimer (1, 6)
Steve Dundon Flute (9)
Rob Martino Flute (3)
Martin Orford Synthesizer solo (9)
Matthew Parmenter Violin, Vocals (1, 6, 9, 10)
Johnny Unicorn Hammond B3, Moog Voyager, Handclaps, Vocals (3, 10)
Joel Weinstein Solo and Electric Guitar (5, 10)
Paul Rudolph Conductor & Leader of the Orchestra

Tracklist

Disc 1
1. ACT ONE: Micro Softdeathstar 11:17
2. The Doctrine of Eternal Ice (Part One) 3:01
3. Candybrain 4:06
4. Crumble 2:55
5. The Doctrine of Eternal Ice (Part Two) 8:08
6. ACT TWO: Thank You For The Evil 9:18
7. A Wasteland Of Memories 2:22
8. Crumble 2:55
9. Formaldehyde 8:17
10. Microdeath Softstar 14:40
Gesamtlaufzeit66:59


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 3)


Mit erstaunlich hoher Frequenz ballern Phideaux Xavier und seine Band dem interessiertem (Prog-)Fan ein exquisites Album nach dem anderen um die Ohren. Er pendelt dabei zwischen Singer-Songwriter-Rock mit deutlichen 70er- und 80er-Referenzen (ein BBS-Kollege prägte den Begriff "gefühlter Prog" für diesen fast nur noch auf eine Seelenverwandtschaft reduzierten Prog light) und, deutlich seltener, dem ausgeprägt klassisch-epischem Progressive Rock. Letzteres tat er dann vor allem auf seinem 2005er Album Chupacabras und ansonsten eher nicht.

So gesehen ist das neue Album "Doomsday Afternoon" das genaue Gegenteil vom Vorgänger The Great Leap, das vielleicht ähnlich ausgefeilt und verspielt war, aber definitiv songorientierter. Auf "Doomsday Afternoon" schwelgt Phideaux (endlich) wieder in epischen Sphären. Das Album ist (quasi) ein einziges Suite-haftes Werk mit zusammenhängenden Tracks in zwei Akten, die dramaturgisch aufeinander aufbauen. So breit angelegt hat Phideaux noch nie ein Album eingespielt: Die ausladenden Orchester-Arrangements von Paul Rudolph, eingespielt von einem 15-köpfigen Ensemble, sind hier das i-Tüpfelchen in einer vielschichtigen Produktion. Dazu kommen noch eine Vielzahl von Instrumenten (Flöte, Violine, etc.) und vielstimmige, gut arrangierte Vocalparts. Zum ersten Mal in der Karriere der transkontinental agierenden Truppe operierte man auch mit auswärtigen Gastmusikern: Martin Orford (IQ), Arjen Lucassen (Ayreon), Matthew Parmenter und andere unterstützen Phideaux bei ihrem ambitioniertesten Album, das mit "An eco terror tale" untertitelt ist. Dass das Album nicht zur überambitionierten, schwülstigen, verkitschten und weltfremden Öko-Oper verkommt, ist dem Songschreiber-Talent von Frontmann Phideaux Xavier zuzuschreiben, der ein glaubwürdiges, dramatisch stimmiges Konzeptalbum geschrieben hat und der überzeugenden Produktion von Gabriel Moffat, die bei allem Bombast unkitischig bleibt. Besonders hervorzuheben ist die wundervolle Gesangsarbeit der Co-Lead-Sängerin Valerie Gracious, die mit ihrer schönen Stimme dem Album eine besonders poetische Note verleiht. Überhaupt habe ich zum ersten Mal den Eindruck, dass hier nicht Phideaux Xavier ein Soloalbum mit seinen Kumpels Rich Huchins und Gabriel Moffat zusammen mit ein paar Mädels und Gastmusikern fabriziert hat, sondern dass "Doomsday Afternoon" ein echtes Bandalbum geworden ist.

Fazit: Altmodischer Prog, neu erfunden und unverkrampft dargeboten vom Chamäleon Phideaux Xavier und seiner Truppe. Wer die großen Konzeptalben der 1970er Jahre liebt, darf sich "Doomsday Afternoon" auf keinen Fall entgehen lassen.

Anspieltipp(s): Ich spar mir jetzt den Sermon von "ganz durchhören" und empfehle als persönliches Highlight "Crumble" wegen der wundervollen Valerie Gracious und das bombastische Finale "Microdeath Softstar"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.7.2007
Letzte Änderung: 17.7.2007
Wertung: 13/15
Das neue Referenzwerk von Phideaux

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Wer hätte das gerade von Phideaux erwartet? Ich sicher nicht... Schon während "The Great Leap" am werden war, hatte Xavier Phideaux davon gesprochen ein großes Prog-Werk zu planen und alsbald nach eben "The Great Leap" zu veröffentlichen. Nun war schon "The Great Leap" für Phideaux-Verhältnisse zumindest unterschwellig proggig, so holen die Jungs und Mädels mit "Doomsday Afternoon" zum großen Schlag aus.

Nein, Phideaux legen hier nicht nur ihr persönliches Referenzwerk in Sachen RetroProg vor, sondern sie produzieren gleich ein klassisches Konzeptalbum ganz in der Tradition der großen Werke der 70er Jahre. Das verblüfft und verlangt einem Respekt ab. The Tangent, die Flower Kings, Glass Hammer, Magenta und wie sie alle heißen wären ob so eines Werkes sicherlich mindestens mit milden Spott, wenn nicht gar schroffer Kritik übergossen worden. Nicht so Phideaux, dessen charmante Umsetzung des schwierigen, weil klischeebeladenen Sujets eine derartige "böse" Rezeption allerdings auch schwierig macht. Am ehesten könnte man kritisieren, dass hier manches einfach "zu schön" und "zu gewollt" klingt. Da kommt im Hinterstübchen so dieses Gefühl der Bedienung von Schlüsselreizen für Retro-Proggies (hier in ihrer Rolle als Pavlovsche Hunde) auf.

Na ja, aber was sollen die trüben Gedanken angesichts dieses perfekten Werks mit einem kompletten Orchester, verschiedenen 'exotischen' Solo-Instrumenten, röhrenden Orgeln, Vintage-Synthies, elegischen Gitarren-Soli, ausgefeiltem Chor-Gesang und so weiter. Nette Gastauftritte von Szene-Größen runden das Ganze ab. Das alles verbindet Phideaux mit der ihm eigenen Leichtigkeit zu einer zweiteiligen Suite. Wunderschön, zum Abschluss gibt es sogar noch filmreife Musik im Cinemascope-Format. Dazwischen immer wieder wohlgesetzte Höhepunkte und elegische Ruhepole. Bis jetzt (August) das Spitzenwerk 2007 in der Sparte RetroProg, trotz veritabler Konkurrenz aus Italien, Mexiko, Frankreich und Schweden.

Mal sehen, ob die mit viel Vorschuss-Lorbeeren versehenen Flower Kings Ende September hier noch einen draufsetzen können. Bis dahin gilt: "Doomsday Afternoon" genießen und im Wohlklang schwelgen.

Anspieltipp(s): the doctrine of eternal ice (part two), formaldehyde
Vergleichbar mit: den großen Konzeptwerken der 70er im Phideaux-Sound
Veröffentlicht am: 25.8.2007
Letzte Änderung: 22.8.2013
Wertung: 12/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 3 von 3)


Die 70er waren die große Zeit des Symphonic Rocks, des Art-Rocks, der einstmals eine Unterabteilung des progressiven Rocks war. Die frühen Genesis sind dazu zu zählen, die wunderbaren Renaissance mit ihrer Sängerin Annie Haslam, so einiges von Camel kann man dazu rechnen, und auch viele nie so bekannt gewordene Acts wie z.B. die Franzosen Pulsar.

Heute gibt's den Prog-Rock als großen Überbegriff, der sich längst in viele Unterabteilungen der Unterabteilungen aufgeteilt hat. Nur ist irgendwie das symphonische Element, der Kunst-Rock recht verwaist. Lediglich die Flower Kings aus Schweden hielten da mal die Fahne vor ein paar Jahren gewaltig hoch, werden jedoch heute von vielen sogenannten Insidern der Prog-Szene schon wieder belächelt.

Heut wird gefrickelt auf Teufel komm raus, es wird ge-Heavy-Metal-t und weil drei krumme Takte drin sind, gilt es ebenso als Prog. Es werden 748 Versatzstücke aus mindestens 32 Musikgenres in ein 7-Minuten Stück gepackt und die Kritiker sind begeistert – aber – es wird selten anspruchsvolle und dabei schöne, harmonische Musik geboten. Die Feier des Melodiösen, des schönen Klangs bleibt auf der Strecke. Prog lebt, aber Symphonic Rock ist tot.

So gesehen ist ein Album wie "Doomsday Afternoon" schon wieder etwas Besonderes. Die beiden Kumpels Xavier und Hutchins legen hier mit ihrer Band Phideaux nämlich ein astreines Symphonic-Art-Rock Werk vor. Für diesen Ansatz gibt es schon mal einen Vorsprung bei mir.

Und ganz im Sinne der großen Alten, ist das Album auch durch und durch ein Konzeptwerk. So sind die Stücke 1-5 zu einer Suite, einem Act One zusammengefasst, dem natürlich mit 6-10 der Act Two folgt. So gibt's noch einen Untertitel zum Album der da lautet An Eco Terror Tale und so wird das Booklet von sieben farbigen Gemälden zwischen Surrealismus und Märchenmalerei bildlich sehr schön unterstützt. Was dieser Text nun aussagt - nun man möge es mir nachsehen, aber damit hab ich mich noch nicht beschäftigt.

Symphonisch, schwelgerisch, üppig – aber nicht bombastisch arrangiert und eher zart als hart ist dieses Album also. Streicher, Flöten, Akustikgitarren, sogar Waldhorn-ähnliche Klänge sprechen da schon eine klare Sprache. Das Zelebrieren von Stimmungen und Atmosphären steht eindeutig im Vordergrund. Das ist Musik für den gerade beginnenden Herbst. Eine Kanne Tee oder ein Glas Wein, dezente Kerzenbeleuchtung und diese Phideaux-CD – das geht gut zusammen. Diese Musik soll genossen und nicht nur gehört werden, so war wohl die Absicht der Macher. Dieser Idee folge ich nur zu gerne. Vielschichtig arrangierte Stücke in warmen Klangfarben machen es leicht in dieser Musik zu versinken und sie mitzuverfolgen.

Wenn ich überhaupt Kritikpunkte anbringen kann, dann die mir persönlich nicht sonderlich liegende Stimme der Sängerin, die ab und an zu hören ist. Doch das ist wirklich reine Geschmackssache, gut singen kann die Dame nämlich und so mag der nächste Hörer wohl genau diese Stimme als sein persönliches I-Tüpfelchen empfinden. Auch hätte ich gerne die eine oder andere kernigere Passage in dem langen Werk gehört, doch gibt es in dieser Richtung ja andererseits wiederum genug CDs auf dem Markt. Und überhaupt wäre dies alles Mäkeln auf einem hohen Niveau und recht überflüssig.

Phideaux haben ein echtes, im wunderbarsten Sinne altmodisch konzipiertes, symphonisches Art-Rock Werk vorgelegt und sind darum eine dicke Empfehlung für Hörer der alten Schule. Wer mit den Flower Kings, The Tangent, Glass Hammer und ähnlichen 70er orientierten Bands gut kann, wird ebenso zurecht hier begeistert sein. Ich werde jedenfalls noch manchen "Doomsday Afternoon" mit der Scheibe verbringen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.9.2007
Letzte Änderung: 25.9.2007
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Phideaux

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Ghost Story 10.00 1
2004 Fiendish 9.00 2
2005 Chupacabras 10.50 2
2006 313 11.00 1
2006 The Great Leap 11.00 2
2009 Number Seven 11.00 2
2011 Snowtorch 10.67 3

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