SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
6.2.2012
Hans-Joachim Roedelius - Plays Piano
The Psychedelic Ensemble - The dream of the magic jongleur
Effloresce - Coma Ghosts
Tilt - Million Dollar Wound E.P.
5.2.2012
Keuhkot - Mitä otat mukaan muistoksi sivistyksestä
Lander Configurations - Of Smoke and Fire
Hawkwind - Doremi Fasol Latido
Ruins - alone
The Syn - Big Sky (a chance to get it right)
Banco del mutuo soccorso - Capolinea
4.2.2012
Aavikko - Aavikko
The Wishing Tree - Ostara
Cirrha Niva - For moments never done
RPWL - The RPWL Experience (DVD)
Nazca - En Vivo
guess that mess! - dis-/order (a mind in mess)
Toundra - II
Cowboys From Hell - Monster Rodeo
ARCHIV
STATISTIK
17437 Rezensionen zu 11867 Alben von 4429 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Anyone's Daughter

Adonis

(Siehe auch: Leitfaden "Deutscher Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (Remaster-Ausgabe mit Bonustiteln 2010)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Brain
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Harald Bareth Bass, Lead-Gesang
Uwe Karpa Gitarren
Kono Konopik Schlagzeug
Matthias Ulmer Keyboards, Gesang

Gastmusiker

Pit Widmer Saxofon bei "Sally"

Tracklist

Disc 1
1. Adonis

1. Part I: Come Away 7:49
2. PartII: The Disguise 3:29
3. Part III: Adonis 7:51
4. Part IV: The Epitaph 5:07

24:09
2. Blue House 7:20
3. Sally 4:20
4. Anoyne´s Daughter 9:10
5. The Taker   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe, live 1977) 9:08
6. The Warship   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe, live 1977) 10:04
7. Adonis Part I: Come Away   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe, Video 1978) 7:49
Gesamtlaufzeit72:00


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


Die aus Stuttgart stammende Band Anyone´s Daughter veröffentlichte ihr Debütalbum 1979. Dies war ja zu einer Zeit als die großen etablierten Bands gelinde gesagt nur noch allenfalls durchschnittliche Werke produzierten. Obwohl man eigentlich nicht dem damaligen Zeitgeist entsprach, war man relativ erfolgreich, besonders im Großraum Stuttgart. Damals war es für eine Band noch möglich, sich mittels vieler Konzerte eine treue Fangemeinde zu erspielen. So etwas ist doch in der heutigen Zeit undenkbar.

Auf dem Album "Adonis" ist der Einfluß von Genesis noch unverkennbar. Somit stand man noch in der Tradition des klassischen Progressive Rocks bzw. Artrocks. Man bietet typischen deutschen Prog, der ganz in der Tradition von Grobschnitt auf "Rockpommel´s Land", Neuschwanstein und auch Ramses steht. Die Zuordnung in den Krautrockbereich ist aber schlichtweg falsch.

Das Herzstück des Albums ist das 24:09 Minuten lange Titelstück "Adonis", das in vier Parts unterteilt ist. Hier ziehen Anvones Daughter wirklich alle Register des Progrocks der 70er Jahre. Die Grundstimmung dieses Mammutwerkes und auch der übrigen Titel ist von eher romantischer Natur. Dies wird durch die samtweiche Stimmes des Sängers Harald Bareth noch unterstrichen, der außerdem auch noch den Baß spielt.

"Adonis" beginnt überaus romantisch und gefühlvoll in der Form des Parts "Come Away". Hier brilliert besonders Uwe Karpa mit seinem eindeutig von Steve Hackett beeinflußten Gitarrenspiel. Auch das exakte Baßspiel des Sängers Harald Bareth und das Schlagzeug von Kono Konopik sind eine Erwähnung wert. Die Stimmung ist hier sehr träumerisch. Man findet auch sehr viele atmosphärische Elemente in der Form eines Gewitters als effektvoll eingesetztes Hintergrundgeräusch. Über alledem thront Harald Bareth mit seinem romantischem Gesang. Natürlich ist ein gewisser deutscher Akzent nicht zu verleugnen, was ich jedoch keinesfalls als störend empfinde. Einem temporeicheren Part in der Form von "The Disguise" schließt sich der absolute Höhepunkt "Adonis" an. Besonders der instrumentale zweite Teil dieses Parts ist hochklassig. Hier beginnt auch endlich mal der Keyboarder Matthias Ulmer sein Können unter Beweis zu stellen. Er zeigt eindrucksvoll, dass der gute alte Minimoog das heutige Instrumentarium völlig in den Schatten stellt. In der Form des Parts "The Epitaph" klingt "Adonis" dann voller Pathos aus.

Nach solch einem Beginn ist es natürlich erst einmal schwierig, den Qualitätsstandard zu halten.

Der folgende Instrumentaltitel "Blue House" ist aber auch sehr ansprechend und hat eine schöne Melodie. Von der Stimmung her könnte er beinahe dem vorangegangenen Longtrack zugerechnet werden.

Das kurze "Sally" ist ein eher unauffälliges Lied, das qualitativ doch schon gewaltig abfällt. Auf jeden Fall ist dies ein Schwachpunkt der Platte.

Der letzte Titel heißt genauso wie die Band. Auch "Anyone's Daughter" kann qualitativ keinesfalls mit dem ersten Teil des Albums mithalten. Störend finde ich hier die sich ständig wiederholende Textpassage "Anyone's Daughter". Positiv ist allenfalls das dynamische Spiel der Hammondorgel, die im ersten Teil doch zu kurz gekommen ist. Diesem Titel fehlen aber einfach die zündenden Ideen.

Dennoch ist das Erstlingswerk gerade wegen "Adonis" ein überaus empfehlenswertes Album. Gerade an der Schwelle zu den musikalisch ja nicht gerade berauschenden 80er Jahren war dies sozusagen noch einmal ein kurzes Aufflackern, bevor es ja zur oft völlig überbewerteten Renaissance in Form des Neo Progs kam. Dem Großteil der damaligen Hörerschaft war es sicherlich gar nicht bewußt, dass man jetzt gerade Progressive Rock bzw. Artrock hörte. Damals ging es den Leuten doch einfach nur um gute Musik, ohne dass es eine Kategorisierung gab. Ein Indiz hierfür ist die Tatsache, dass Anyone's Daughter im Vorprogramm der britischen Blues-Legende Alexis Korner spielten, der von der Musik der Band sehr angetan war und diese auch förderte. So etwas scheint in der heutigen Zeit undenkbar zu sein. Eine sog. Prog-Band im Vorprogramm eine bekannten Band, die nicht diesem Bereich zuzuordnen ist. Warum denn eigentlich?

Anspieltipp(s): Adonis
Vergleichbar mit: Genesis, Grobschnitt, Neuschwanstein, Ramses
Veröffentlicht am: 11.5.2002
Letzte Änderung: 12.5.2002
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Ich stimme fast völlig mit Horst überein, nur in einem Punkt muss ich widersprechen: der letzte Song "Anyone's Daughter" gehört für mich mit den dynamischen Orgeleinsätzen und dem dichten Schlagzeugspiel eindeutig zu den Klassikern im Repertoire der Band. Das mehrfache Wiederholen der gleichen Textzeile stört mich ganz und gar nicht, vielmehr hält dies das Stück, das für mich eher wie eine nachträglich mit Text versehene Jamsession wirkt, zusammen.

Ansonsten komme ich zum gleichen Schluss: absolut empfehlenswert!

Anspieltipp(s): Come Away, Anyone's Daughter
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.7.2004
Letzte Änderung: 9.7.2004
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Im August 2010 erschien bei Tempus Fugit (Vertrieb über InsideOut) eine Remaster-Ausgabe von Adonis. Diese kommt, anders als die bisherige CD-Ausgabe, mit dem Covermotiv der ursprünglichen LP (das obere der beiden abgebildeten). Neben sehr gutem Klang und einem informativen Beiheft mit Abriss der frühen Bandgeschichte (die Ursprünge von Anyone's Daughter liegen im Jahr 1971, da waren die beiden "Keimzellen" der Band, Uwe Karpa und Matthias Ulmer, gerade mal 13) mit lohnenswertem Bonusmaterial.

Am interessantesten sind dabei zwei bis dato gänzlich unveröffentlichte Stücke, mitgeschnitten bei einem Konzert 1977. Beide fügen sich nahtlos in den Stil des Albums ein. Das Können der damals immer noch blutjungen Musiker nötigt einem schon Respekt ab, und es ist kaum zu verstehen, dass diese beiden Stücke nie auf Platte erschienen. Erstaunlich ist die sehr gute Aufnahmequalität, immerhin waren Anyone's Daughter damals noch keine professionelle Band. Schließlich gibt es noch ein Video von 1978, das die Band im Tonstudio zeigt.

In einer limitierten Auflage kommt diese CD im Pappschuber mit Miniatur-Konzertplakat. Der Umstieg lohnt sich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2010
Letzte Änderung: 3.9.2010
Wertung: keine s.o.

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Anyone's Daughter 10.00 2
1981 Piktors Verwandlungen 13.00 3
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 2
1984 Live 10.50 2
1986 Last tracks 5.00 1
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2004 Wrong 10.00 2
2006 Trio Tour 10.50 2
2011 Calw Live 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2011; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum