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Obskuria

Discovery of Obskuria

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Beat; Blues; HardRock; Krautrock; Psychedelic; Spacerock
Label: World in Sound
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tom Brehm guitar
Chino Burga guitar, vocals (1,2,3)
Winnie Rimbach-Sator keyboards
Xtian Abugattas 3D sound effects
Carlos Vidal bass
Enrique de Vinatea drums
Matthias Schäuble guitar, vocals (3,4,8)
Kristin Shey vocals (10)

Tracklist

Disc 1
1. I Am My Own God 3:28
2. For Whom The Bell Tolls 7:54
3. I See 7:54
4. Come Together 2:12
5. Breakfast Suite 7:54
6. Forbidden Look 5:58
7. Essence Of Its Own 18:49
8. Turn Your Face 6:25
9. Discovery Of Obskuria 12:08
10. Die Die My Darling 4:22
11. The World Is Gone 2:29
Gesamtlaufzeit79:33


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


Obskuria ist ein... ja, was eigentlich? Obskuria ist am ehesten ein Zufalls-Projekt. Musiker der Bands Dragonwyck, La Ira de Dios, Treacle People und Karmic Society treffen sich im September 2006 auf dem „Trip in Time“-Festival in Mannheim, bei dem sie jeweils auftreten. Der Chef des Labels "World in Sound" (dessen Festival das auch war) organisiert eine gemeinsame Jam-Session, streut ein paar Cover-Wünsche ein und heraus kommt "die Entdeckung von Obskuria".

Dieses Album klingt alt, mein Moderations-Kollege im Radio hat gleich gesagt: „Dazu haben wir früher Kiffer-Musik gesagt und uns Ende der 60er, Anfangs der 70er in Diskotheken 'rumgeschlagen“. Ja, Obskuria unternehmen einen „Trip in Time“ mit uns. Zentnerschwere Riffs von Gitarre und Orgel prasseln nur so auf den Hörer nieder, in der Tiefe grummelt der Bass und das Schlagzeug trommelt verschleppte, düstere Rhythmen. Dazu passt der meist ebenso düstere, verzerrte Gesang, der mehr lautmalerisch daherkommt, als dass er wirklich als Stimme wahrgenommen wird (Ausnahme im Psych-Blues „Turn Your Face“ und wenn es gegen Ende in punkige Gefilde geht).

Zum Auftakt des Albums dreschen uns Obskuria erstmal veritablen Rock'n'Roll um die Ohren. Derart aufgeheizt kann die Psychedlic-Krautrock-Session dann beginnen und sogleich dröhnt das Metallica-Cover „For Whom The Bell Tolls“ in einer tonnenschweren Slow Motion-Variante aus den Boxen. Obskuria durchstreifen hypnotische Psychedelic, krautige Experimentalpassagen und floydig-spacige Weiten („I See“!), die zum Abheben ins Universum einladen. Als hätten sich Black Sabbath, Can, Iron Butterfly und Pink Floyd in einer Band wiedervereinigt. Gitarren und Keyboards liefern sich grandiose Duelle, gerade die beiden langen Jam-Stücke „Essence Of Its Own“ und „Discovery Of Obskuria“ leben davon. Beeindruckend ist dabei vor allem das stilsichere Spiel des relativ jungen Keyboarders Rimbach-Sator (der allerdings auch schon bei den Auftritten mit seinen Stammbands Treacle People und Karmic Society von sich reden gemacht hat). Seltsame Effekte von Xtian Abugattas, der ja schon die La Ira De Dios-Alben mit Leben versorgt hat, sorgen für Science Fiction-Klänge und astrales Rauschen. Nach einem schier endlosen Trip, inklusive einem Ausflug in bluesige Gefilde, schließen Obskuria das Album mit einem Schlenker in den Punk („Die Die My Darling“) und Comic-Rock ab.

Sozusagen aus dem Nichts knallen Obskuria uns einen rauschhaften Psychedelic-Kraut-Rock-Trip hin, dessen Wirkung nur als hypnotisch beschrieben werden kann. Bevor man begreift, was passiert, ist man schon in einer geostationären Umlaufbahn gefangen und schwebt dahin. Und dann sind Obskuria auch schon wieder verschwunden. Ob es noch mal eine Fortsetzung gibt, steht in den Sternen... bis dahin lassen wir uns von diesem Rockklumpen verzaubern. Bitte ganz und am Stück genießen!

Anspieltipp(s): Nur ganz hören bringt die eigentliche Wirkung, ansonsten gibt es auf der MySpace-Seite der "Band" ein paar Hörproben
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text, sowie La Ira De Dios, Space Debris, Weltraumstaunen, Liquid Visions
Veröffentlicht am: 9.12.2007
Letzte Änderung: 9.12.2007
Wertung: 11/15

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