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Zita Ensemble

Quintet Sessions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Ambient; Jazz; Moderne Electronica; Postrock; Psychedelic; RIO / Avant; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Lizard Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Luca Vicenzi electric guitar, acoustic guitar, effects, loops, drones
Fabio Gatti drums, wooden chimes, tomato's tin, pandeiro, bongos, whistles, caixixi, maracas, shakers, triangle, bells, dunun drums, wooden falls, tin as a ride, castanets, tin of coffee with coins, various other percussion
Marco Fortuna electric bass, double bass

Gastmusiker

Luca Urbani synthesizer, programming
Stefano Floriello tablas

Tracklist

Disc 1
1. Montezuma 4:47
2. Mantra 1 4:43
3. Suicide Seas Of People And Political Dope 3:22
4. Mantra 2 6:35
5. La Paura Magna L'Anima 6:11
6. Mantra 3 5:58
7. L'Infelicita Perfetta (Mantra 2 reprise), pt. 1 & 2 9:13
8. Mantra 4 5:24
9. The Visible Hand 3:37
10. La Nausea Morbida 6:38
11. Suite N.2 Parte 1: Grazie Per Avermi Lasciato I Vostri Corpi 4:25
12. . 0:01
13. . 0:01
14. . 0:01
15. . 0:01
16. Suite N.2 Parte 2: Intermezzo N. 2 6:25
17. . 0:01
18. . 0:01
19. . 0:01
20. Suite N.2 Parte 3: Mantra 5 5:50
Gesamtlaufzeit73:15


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Zita Ensemble werden mit diesem Album bei ihrem italienischen Versender unter "Avantgarde" geführt. Das erste Werk der Italiener lief noch unter "Electronic". Als Vergleiche werden Soft Machine, Tortoise und Mars Volta bemüht, also zumindest als "Einflußgeber". Nun, da möchte man fast warnen. "Avantgarde" mag noch stimmig sein, wenn man "Avantgarde" zunächst mal als andersartig auffasst. Tortoise kenne ich zuwenig, aber Soft Machine und gar Mars Volta? Also, da kann ich nichts heraushören.

"Quintet Sessions" dürfte seinen Namen daher haben, weil hier das Kern-Trio Vicenzi, Gatti und Fortuna um zwei Gastmusiker an Synthesizer und Tablas erweitert wird. Ansonsten sind es anscheinend wirklich 'Sessions', denn die Musik wirkt improvisiert, wenig strukturiert und eher gejammt, denn komponiert. Fabio Gatti bedient ja eine beeindruckende Menge an Rhythmusgeräten, da wundert es einen nicht, dass das gesamte Album über eine Art Ethno-Percussion-Teppich unter den Songs wabert. Dazu kommt noch der Gast-Tablaist und schon ist die fremdländische, orientalische, asiatische Klangwelt komplett. Gatti und Floriello erzeugen einen nicht enden wollenden Strom von gemächlichen, repetitiven, ja hypnotischen Rhythmen allerlei Klangcouleur, die das ganze Album wie einen sanften, sich dahinschlängelnden Fluss wirken lassen.

Aufregendes passiert hier nicht. Über dem Percussion-Strom lässt Luca Vincenzi seine ebenfalls eher sanft gespielten elektrischen und akustischen Gitarren ertönen. Hier mal ein kleines jazziges Solo, wenn die Akustische ausgepackt wird, dann erinnert das schon mal entfernt an Al Di Meola. Dort mal ein Zwischenspiel mit der unverzerrten E-Gitarre, keinesfalls rockig, aber auch nicht poppig, irgendwie... anders. Gelegentlich lockern bizarre elektronische Effekte oder Klanggebilde das Ganze auf, aber nur für Sekunden, bevor wieder die einlullenden rhythmischen Muster die Regie übernehmen. Gut, nicht umsonst heißen hier viele Stücke "Mantra". Die Synthies legen lediglich Flächen oder sorgen für sanftes Säuseln im Hintergrund. Der Bass spielt durchaus melodische Linien, bleibt aber ebenso verhalten, wie das gesamte Album.

Gegen Ende gewinnt das Album dann überraschend etwas an Fahrt. Ab der "Suite N.2" wird es sozusagen lauter, prägnanter. Plötzlich quillen fast schon aufdringliche elektronische Klangwolken aus den Boxen. Die Gitarre spielt jazzige Licks dazu. Das musikalische Geflecht wird dichter und dichter, fast schon beunruhigend. Das "Intermezzo N.2" ist eine jazzige Jamsession mit groovendem Bass, Wah-Wah-Gitarre und echtem Schlagzeug. Und es entsteht plötzlich nahezu ein sanfter Rockgroove mit kratziger E-Gitarre, bevor im allerletzten Titel fast schon aggressiv ausgebrochen wird. Aber vermutlich empfindet man das nur so krass, weil man vorher lange Zeit sanft eingelullt wurde. Bizarr sind sicherlich die jeweils ein Track langen Glocken- oder Gongschläge, welche die drei Suiten-Parts verbinden.

Ein durchaus seltsames Album legen die Italiener Zita Ensemble hier vor, welches zum Zuhören und Entdecken einlädt. Wobei ein bisschen mehr "Action" nicht geschadet hätte.

Anspieltipp(s): durchhören!
Vergleichbar mit: ganz vage: Djam Karet, wenn sie eine ihrer ambienten Phasen haben
Veröffentlicht am: 27.12.2007
Letzte Änderung: 1.7.2012
Wertung: 9/15
mit etwas mehr Power und Action könnte hier auch 10 bis 11 stehen

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Wie Kollege Thomas weiter oben schon andeutet ist eine klare stilistische Zuordnung von "Quintet Sessions", dem zweiten Album des Zita Ensembles aus Monza, nicht so einfach. Ambientartiges, Jazz(rock), Dub, Ethnoeinlagen, Elektronisches, Freiformatigeres und modernen Elektroprog vermengen die Italiener auf ihrem Zweitling, bzw. Reihen diese Ingredienzien aneinander. Recht elektronisch ist die Musik ausgefallen, bauen sich doch die Linien der weiteren Instrumente meist auf dichten, mal ambientartig-fliessenden, mal auch rhythmisch gefügten Elektronikmustern auf. Diese Linien werden dann meist von E-Gitarre, Bass und Schlagzeug erzeugt, mal jazzig-rockig, mal freiformatig-experimentell, mal postrockig-klangmalend, mal elektronisch-modernproggig. Auch folkige Spuren, Ethnoperkussives und Dance-Dub-Artiges ist in dieser Musik auszumachen. Mit dem "Intermezzo N.2" gibt es zudem eine weitestgehend reine Jazznummer.

Auch wenn das alles eher gemächlich aus den Boxen gleitet, kann ich nicht bestätigen, dass hier nichts Aufregendes passiert. Mann muss das Album als Ganzes sehen, als abwechslungsreiches, sehr farbiges Klangkonstrukt, das mal locker flockig, mal sehr intensiv, bisweilen auch schräg und wüst (man höre z.B. " Grazie Per Avermi Lasciato I Vostri Corpi") aus den Boxen fließt. Man muss aber wohl eine gewisse Vorliebe für groß angelegte Klangflüsse, elektronische Tonlandschaften und sich langsam entfaltende, etwas monoton-repetitive Postrocksuiten mitbringen. Es gibt hier nämlich in der Tat wenige Höhepunkte. Das alles schiebt sich aber auf hohem, gleich bleibendem Niveau durch die Gehörgänge.

Kurzum, wer die eben umrissenen Vorlieben pflegt, der sollte dieses seltsame Ambient-Jazz(rock)-Dub-Elektronik-Postrock-Jam-Album einmal antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2012
Letzte Änderung: 21.7.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zita Ensemble

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Volume 1 10.00 1
2009 Volume 2 11.00 1

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