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Beat Circus

Dreamland

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Folk; Psychedelic; RIO / Avant; Worldmusic / Ethno
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Brian Carpenter Gesang, Orgel, Mundharmonika, Trompete, Klavier
Käthe Hostetter Violine, Viola
Julia Kent Cello
Alec K. Redfearn Akkordeon, Maultrommel
Ron Caswell Tuba
Curtis Hasselbring Posaune
Brandon Seabrook Banjo, Mandoline, Gitarre
Briggan Krauss Alt- und Baritonsaxofon
Matt McLaren Schlagzeug

Gastmusiker

Michael Hearst Theremin
Orion Rigel Dommisse Gesang
Jesse Sparhawk Harfe
Helen Yee Violine
Holly Brewer Gesang
Frank Difficult Elektronik
Chris Jenkins Viola
Sxip Shirey Flöte, Percussion
Brian Dewan Zither
Todd Robbins Klavier

Tracklist

Disc 1
1. Gyp the Blood 2:22
2. The Ghost of Emma Jean 4:43
3. Hypnogogia 1:02
4. Delirium Tremens 4:06
5. Lucid State 1:04
6. Death Fugue 3:11
7. The Good Witch 0:44
8. Dark Eyes 3:01
9. Slavochka 4:08
10. The Gem Saloon 3:26
11. El Torero 1:20
12. The Rough Riders 4:19
13. Coney Island Creepshow 3:32
14. Hell Gate 2:37
15. Meet Me Tonight In Dreamland 3:07
16. March of the Freaks 1:24
Gesamtlaufzeit44:06


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Beat Circus ist ein 2002 gegründetes Projekt des Sängers, Multiinstrumentalisten und Komponisten Brian Carpenter. Dreamland ist das zweite Album der Band, es soll den ersten Teil einer "weird american gothic"-Trilogie darstellen. Bei dem Begriff "gothic" sollte man hier allerdings nicht an die Art Musik denken, die bleich geschminkte Menschen in schwarz sich zu Gemüte führen.

Der Albumtitel Dreamland bezieht sich auf einen gleichnamigen Vergnügungspark, der 1904 auf Coney Island eröffnet wurde und bereits 1911 bei einem Großbrand vernichtet wurde. Dort wurden teils recht bizarre Attraktionen geboten, wie eine Nachstellung des Untergangs von Pompeji oder des großen Erdbebens von San Francisco.

Ein 9-köpfiges Ensemble agiert auf Dreamland, noch unterstützt von einer ganzen Reihe Gastmusiker. Dem Kenner werden in der Besetzungsliste einige Namen aus der Rhode-Island-Szene auffallen, darunter Akkordeon-Virtuose Alec K. Redearn (The Eyesores) und Noise-Elektroniker Frank Difficult (V.Majestic). Was einem auch ohne große Insider-Kenntnisse auffällt, ist die äußerst ungewöhnliche Instrumentierung, die praktisch kein "normales" Rockinstrument beinhaltet. Statt dessen geben Streicher und Bläser den Ton an. Die Besetzung variiert auf den einzelnen Stücken stark und reicht vom Soloklavier über Streichquartett bis zur Blaskapelle und Mariachi-Band. Die Mehrzahl der Stücke ist instrumental, nur fünf sind mit Gesang.

So langsam möchte vielleicht auch jemand wissen, was denn Beat Circus für Musik machen. Nun, grob gesagt könnte man sie als psychedelischen Folk/Ethno mit einigen RIO-Einflüssen bezeichnen. Dabei werden neben Americana auch Elemente traditioneller Musik verschiedenster anderer Weltgegenden verarbeitet. So basiert Dark Eyes auf einem russischen Volkslied (bei uns bekannt als "Schwarze Augen"), bei dem von einer Blaskapelle intonierten Slavochka wähnt man sich auf dem Balkan, El Torero und The Rough Riders klingen nach spanischer (oder lateinamerikanischer) Musik. Dazu kommen seltsame Varieté-Nummern wie das bizarre Coney Island Creepshow, wo der Sänger/Sprecher zu eigenartig scheppernder Musik eine Ausstellung menschlicher Monstrositäten anpreist (der Text scheint mir zumindest teilweise von Todd Brownings Filmklassiker "Freaks" inspiriert).

Das alles wird mit einer seltsamen Überdrehtheit dargeboten, mit schrägen und schrillen Einwürfen durchsetzt, und bisweilen kreieren die neun (oder wie viele an dem jeweiligen Stück halt gerade beteiligt sind) eine Art Kammerrock, wie das bedrohlich hämmernde Stakkato von Death Fugue (mit einem Text nach der "Todesfuge" von Paul Celan), oder einen psychedelischen Klangfluss wie bei Hypnogogia mit seinen eigenartig mäandernden Streichern.

Eine reichlich skurrile, wenn auch nicht übermäßig komplexe Musik liefern Beat Circus hier ab, die am ehesten mit den Werken der Eyesores vergleichbar ist. Wer deren Musik schätzt, wird sicher auch an Beat Circus seine Freude haben. Auf der Webseite der Band ist übrigens zu lesen, dass seit Sommer 2007 am zweiten Teil der Trilogie gearbeitet wird. Ich bin gespannt!

Anspieltipp(s): Gesamtkunstwerk!
Vergleichbar mit: Alec K. Redfearn & The Eyesores
Veröffentlicht am: 11.1.2008
Letzte Änderung: 11.1.2008
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Beat Circus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Boy From Black Mountain 10.00 1

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