SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
24.10.2014
Lucifer Was - DiesGrows
23.10.2014
Scale the summit - The Migration
Schl@g! - Loch
Regal Worm - Neither Use Nor Ornament (A Small Collection Of Big Suites)
Accordo dei Contrari - AdC
22.10.2014
Animals As Leaders - The Joy Of Motion
21.10.2014
P.A.W.N. - The Gift of Awareness
20.10.2014
Zozimo Rech - The Life of a Star
19.10.2014
Gravity Adjusters Expansion Band - One
Pavees Dance - There's Always the Night
Richard Pinhas & Yoshida Tatsuya - Welcome in the Void
Zauss - Diafonia Leitmotiv Waves
Copernicus - Immediate Eternity II
18.10.2014
Seven Impale - City of the Sun
The Nihilist Spasm Band - No Record
Tømrerclaus - Tømrerclaus
Space Invaders & Nik Turner - Sonic.Noise.Opera
Das Simple - In Girum Imus Nocte
ARCHIV
STATISTIK
20719 Rezensionen zu 14094 Alben von 5412 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Box

Studio I

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Moderne Electronica; RIO / Avant; sonstiges
Label: Rune Grammofon
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Raoul Björkenheim guitar, viola da gamba
Trevor Dunn bass
Ståle Storløkken keyboards, electronics
Morgan Ågren drums

Tracklist

Disc 1
1. untitled 9 17:20
2. untitled 11 4:40
3. untitled 7 4:38
4. untitled 3 4:30
5. untitled 13 3:06
6. untitled 12 8:10
Gesamtlaufzeit42:24


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


Der Schriftsteller und Filmemacher Philip Mullarkey suchte Musiker, die Musik für sein Kunst- / Filmprojekt "Box" gestalten konnten / wollten, ganz ohne Vorgaben. Dabei hatte Mullarkey schon so seine Wunschkandidaten und so kamen Raoul Björkenheim (u.a. Scorch Trio) an der Gitarre und der Viola da Gamba, Trevor Dunn (u.a. Mr. Bungle, Fantômas) am Bass, Ståle Storløkken (u.a. Supersilent) an Keyboards und Electronic sowie Morgan Ågren (u.a. Mats / Morgan, Fleshquartet) am Schlagzeug zusammen. Eine illustre Truppe also, die sich für zwei Tage ins Studio verkrümelte, ohne Vorgaben, ohne Absprachen, frei. Tja, sowas kann grandioses hervorbringen oder grandios scheitern. "Studio I" bietet ehrlichgesagt so ein Mittelding mit der Tendenz nach oben, irgendwie.

Die Musikstücke ohne Namen sind nur mit Nummern aufgelistet. Man kann unschwer sehen, dass mindestens 13 Stücke in den zwei Tagen entstanden sein müssen. Davon sind sechs auf dem Album gelandet. Interessanterweise nicht in chronologischer Reihenfolge, also scheint man zumindest auf dem Album so etwas wie einen geplanten Spannungsbogen erzeugen zu wollen. Es wurde mehr eine Sinuskurve... nachdem sehr bewegten Opener #9 folgt eine eher sphärisch-elektronisches Stück, bis bei #7 wieder die Post abgeht. #3 ist dann wieder entspannter, aber bei #13 geht es wieder hoch her. #12 ist dann tatsächlich sowas wie ein musikalisches Fazit.

Man könnte von einer Avant-Supergroup sprechen, aber die vier 'Boxer' geben sich ganz der Musik hin. Der Einzelne ist nichts, nur das Ergebnis zählt. Björkenheims Gitarre fährt immer wieder sägend und schneidend in die elektronischen Klangwolken und Science Fiction-Geräusche, die Storløkken auftürmt. Dazu trommelt sich Ågren die Seele aus dem Leib und treibt die 'Songs' gnadenlos vor sich her. Im Untergrund brodelt und dräut der Bass von Dunn wie eine gewaltige Schicht zähflüssigen, heissen Öls. Unheilbringend dringen die tiefen Töne ins Bewußtsein des Hörers. Perfekt gelingt dieses kuriose bis fesselnde Zusammenspiel im Opener #9. Atemlos folgt man den immer neuen Klangkaskaden, den immer neuen Einfällen, die auf einen einstürmen. Ja, leider muss ich es sagen: Alleine für diesen Track lohnt sich der Erwerb dieses Albums.

Schon deshalb weil im folgenden zwar die Dichte und die Spannung nicht ganz aufrecht erhalten werden kann und sich mancher Leerlauf einschleicht, aber trotzdem immer wieder höchst spannende Passagen und sehr ungewöhnliche, äh, freie Rockmusik zu Gehör kommen. Ich spreche ja bei sowas immer gerne mal von "ziellosem, freiformatigem Gedudel", aber hier bin ich eher durchweg gepackt. Gerade Storløkken setzt mit seiner für Progger-Ohren ungewöhnlichen, stark aus dem Techno-Jazz a la Supersilent kommenden, Keyboardarbeit eigenwillige Akzente. Daneben wirkt Ausnahmegitarrist Björkenheim fast ein bisschen blass.

Die Stars des Albums sind allerdings Morgan Ågren und Trevor Dunn, die ein infernalisches Rhythmusduo bilden, welches mit einem dichten Geflecht das Ganze zusammenhält. Zudem trommelt Ågren an den richtigen Stellen, wenn die Sache etwas an Schwung verliert, einfach munter drauflos und katapultiert damit die Musik auf das nächste Level.

Trotz der überschaubaren Spielzeit offenbart das Album bei jedem Durchlauf neue Facetten. Es macht auch einen großen Unterschied, ob man über Kopfhörer oder über die Boxen, ob man laut oder leise lauscht. Hier gibt es was zu entdecken für Klang- und Soundforscher. Und wo es ein "Studio I" gibt, wird hoffentlich noch ein Teil 2 folgen. Und der Film, der gegen diese Musik ankämpfen muss, der würde mich auch mal interessieren.

Inzwischen wurde aus dem einmaligen Projekt mehr. Man geht in dieser Formation auf Tour, erste Daten sind auf der Band-Homepage zu finden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2008
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2014; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum