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23575 Rezensionen zu 16107 Alben von 6259 Bands.
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Nosound

Lightdark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Ambient; New Artrock
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 9/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Giancarlo Erra Gesang, Gitarre, Keyboards
Paolo Martellacci Keyboards, Gesang
Gabriele Savini Gitarre
Alessandro Luci Bass
Gigi Zito Schlagzeug, Gesang

Gastmusiker

Tim Bowness Gesang (5)
Marianne de Chastelaine Cello (3,6,7)

Tracklist

Disc 1
1. About Butterflies And Children 3:02
2. Places Remained 4:29
3. The Misplay 4:32
4. From Silence To Noise 15:29
5. Someone Starts To Fade Away 8:55
6. Kites 8:30
7. Lightdark 8:45
Gesamtlaufzeit53:42


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Das Einmann-Projekt Nosound hat sich für sein zweites Album um einige weitere Musiker erweitert, darunter Tim Bowness von no-man. Ob sich diese Besetzungserweiterung musikalisch auswirkt, kann ich mangels Kenntnis des Vorgängers nicht beurteilen. Wenn ich allerdings die Rezensionen der Kollegen lese, scheinen die Unterschiede zwischen beiden Alben überschaubar.

Lightdark bietet jedenfalls melancholische Zeitlupenklänge en masse, schwebende Ambient-Sounds, schwelgendes Mellotron, dazu immer wieder floydige Gitarren. Ton gewordene Elegien, deren Ursprung man eher in nördlichen Gefilden denn unter südlicher Sonne vermuten würde. Die Melancholie kommt dabei nicht karg und spröde wie bei vielen skandinavischen Bands, sondern wohlig-warm und flauschig, bestens zum Entschweben in höhere Sphären geeignet.

Das alles ist angenehm zu hören, nicht besonders aufregend (wie im Genre üblich), und für Liebhaber "atmosphärischer" Klänge (zu denen ich mich durchaus zähle) eigentlich ein dicker Tipp... wenn es nicht von vorne bis hinten zu unglaublich penetrant nach den frühen Porcupine Tree klingen würde. Insbesondere The Sky Moves Sideways hat es Herrn Erra ganz offensichtlich angetan, lediglich die etwas rockigeren Ausbrüche dieses Albums fehlen. Tatsächlich habe ich an vielen Stellen den Eindruck, eher einer PT-Coverband zu lauschen.

Wie gesagt, das Ganze ist solide gemacht, aber der offenkundige Mangel an eigener musikalischer Identität hinterlässt doch einen schalen Beigeschmack.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 24.4.2008
Letzte Änderung: 3.9.2008
Wertung: 8/15
wer nichts gegen Klonbands hat, kann durchaus noch 2 Punkte drauflegen

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 2 von 4)


Als 2005 das Debüt Sol29 erschien, handelte es sich nur um das Solo-Projekt des aus Rom stammenden Sängers, Keyboarders und Gitarristen Giancarlo Erra. Mittlerweile hat Erra eine feste Besetzung an Bord geholt, eine Revolution hat dies freilich nicht gerade ausgelöst.

Nosounds Stil kann man wortreich als melancholisch-ruhigen, ambient-durchsetzten Rock bezeichnen, eine Art Synthese aus den Adagios von Pink Floyd, Brian Eno und Porcupine Tree oder kürzer und prägnanter: Die (nahezu) perfekte Kopie von no-man. Mehr noch: Auf "Lightdark" vermischt sich der Klon mit dem Original, da Tim Bowness (von ebenjenen Originalen) bei einem Stück höchstpersönlich am Mikro steht. Das Ergebnis ist erschreckend gelungen. Nosound ist hier no-man, zumindest ist ein Unterschied auf "Someone Starts To Fade Away" nicht mehr auszumachen. Doch genau hier liegt das freilich Problem der Band: Nosound fehlt es an eigener musikalischer Persönlichkeit, was das Album (und die Band?) auf Dauer überflüssig, zumindest ein bisschen langweilig macht. "Lightdark" klingt schön, aber wie schon einmal auf einem no-man-Album gehört. Und wer braucht schon allen Ernstes eine Kopie, wenn das Original leicht verfügbar ist (und auf dem letzten Album Schoolyard Ghosts seine bisher beste Leistung abgeliefert hat)? Well... niemand, denke ich mal.

Andererseits, wer par tout die Welt voller Schwermut sehen will und nicht so viel auf Originalität gibt, der findet in "Lightdark" den perfekten Soundtrack für seinen Weltschmerz.

Anspieltipp(s): Someone Starts To Fade Away
Vergleichbar mit: no-man
Veröffentlicht am: 18.5.2008
Letzte Änderung: 18.5.2008
Wertung: 7/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 4)


Eine ausgeprägte Schwäche für die unterkühlte Melancholie würde man bei einem Italiener nicht unbedingt vermuten. Scheinbar findet Giancarlo Erra seine Heimat weniger inspirierend als die nordische Kälte. Trotz bester Absichten gelingt es Herrn Erra nach meinem Eindruck die künstlerische Kälte aber nicht so überzeugend, wie er das vielleicht beabsichtigt hatte. Wenn sich Mr. Erra um Melancholie bemüht, kann dabei schon eher Romantisches rauskommen. Seine Inspirationen Porcupine Tree und No-Man wirken auf mich doch wesentlich spartanischer und abweisender, als die angestrebte südländische Kälte von Nosound. Vielleicht hätte mir jemand "Lightdark" vorspielen sollen, ohne irgendwelche Angaben über die Herkunft des Leaders zu verraten. Möglicherweise würden sich dann die eben beschriebenen Eindrücke als Einbildung erweisen.

Trotzdem: die ohne Metal und harte Gitarren auskommende geheimnisvolle Intensität von "From silence to noise" haben bisher weder No-Man noch Porcupine Tree zustande gebracht. Im Erzeugen von atmosphärischen Arrangements sind Nosound ein Stück weiter als ihre bekannten Vorbilder.

Daher möchte ich bei dem nach eigener Beschreibung "hell-dunkle Nichtklänge" erzeugenden Südländer grosszügig sein und ihm eine Weiterführung von einem seltenen Genre - nennen wir es mal Ambient-Art-Pop - gestatten, ohne ihm seine Einflüsse zum Vorwurf zu machen. In "Kites" wird daraus sogar richtiger symphonischer Retro-Prog. Nosound darf eine interessante Weiterentwicklung zugetraut werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.8.2008
Letzte Änderung: 21.8.2008
Wertung: 10/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 4 von 4)


Klangtechnisch eindeutig Skandinavien. Solch unterkühlten Klänge kommen von den nördlichen Nachbarn, eh klar! ......oder auch aus Italien.... Im Jahr 2002 wurde es dem Römer Giancarlo Erra wohl zu heiß in Caesars Stadt und er gründete – zuerst als Ein-Mann-Projekt – NOSOUND. Der aufmerksame, gebildete Leser fängt bereits jetzt das kombinieren an. Unterkühlte Klänge, NOSOUND.....erinnert irgendwie an NO-MAN und die ja wiederum an PORCUPINE TREEs schwebend kühle Songs. Diese aufmerksame Leserschaft liegt richtig.

Nach dem Fast-Alleingang Debut "Sol29" im Jahre 2005 wurde aus dem Projekt eine fünfköpfige Band. Der Sound aber ist geblieben, ambientartige schwebend unterkühlte Wohlfühlstücke im frühen PORCUPINE TREE Sound mit nem kleinen Spritzer PINK FLOYD Melancholie. "Lightdark" ist eine Platte bei der es extrem darauf ankommt in welchem emotionalen Zustand man sie sich anhört. Die ersten beiden Male fehlte mir die innere Ruhe, die Ausgeglichenheit um mich auf diese Musik einzulassen und ich fand die Scheibe langweilig. Im richtigen Moment aber – ich empfehle die frühen Morgenstunden oder die anbrechende Nacht – ist das hier einfach nur wunderschön. Zeitlupenmusik, wie Wassertropfen an der Fensterscheibe die ganz langsam herabrinnen während du in Gedanken an deine Liebste schwelgst. Tanzende Schneeflocken denen du zuschaust bis sie irgendwo nicht mehr sichtbar für dich den Asphaltboden erreichen. Die zarten Zwischentöne des Lebens haben es Signore Erra angetan. Und wer wäre ich, ihm ausgerechnet dabei nicht zuhören zu wollen.

Die ganze Scheibe besteht aus träumerischem Gesang, exquisiten elegischen Gitarrensolos, langsam schleppenden Kompositionen, denen bei drei Stücken ein schluchzendes Cello, gespielt von Gastmusikerin Marianne de Chastelaine und beim Titel "Someone starts to fade away" schließlich als Gast sogar NO-MAN Sänger Tim Bowness, noch das i-Tüpfelchen verpasst. Steven Wilsons PORCUPINE TREE Ableger-Band NO-MAN ging mir bisher nicht so gut rein, aber jetzt frag ich mich doch ob es nur das falsche Album oder ebenso der falsche Moment war der das verhinderte. Hier jedenfalls passt Bowness wunderbar hinzu, wenngleich er auch nicht soviel anders als Maestro Giancarlo selber singt.

Eine CD zum zuhören. Und ich meine – z u h ö r e n. Ganz in Ruhe ungestört sich drauf einlassen, dann wird das was und dann hat man eine besondere Scheibe im Regal stehen, die einem hilft diese wunderbaren kleinen Traummomente des Tages musikalisch zu unterstützen.

Inzwischen wurde die CD als Doppel CD mit einer 5-Track Bonus EP auf dem K-Scope Label (auf dem auch Wilsons Hausband veröffentlicht) neu veröffentlicht, mir liegt leider nur die einfache Version vor, aber das muß ich wohl noch ändern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: No-Man
Veröffentlicht am: 16.1.2009
Letzte Änderung: 13.3.2014
Wertung: 11/15
wunderschöne Ambientklänge

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nosound

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Sol29 10.50 2
2009 A Sense of Loss 8.50 2
2011 The northern religion of things 8.00 1
2015 Teide 2390 (CD+DVD) 10.00 1
2016 Scintilla 6.00 1

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