SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
1.9.2014
Harald Grosskopf - Oceanheart
Nucleus Torn - Street Lights Fail
The Perc Meets The Hidden Gentleman - Ages
31.8.2014
Opeth - Pale Communion
Utopianisti - Utopianisti II + Utopianisti meets Black Motor & Jon Ballantyne
Space Invaders & Nik Turner - Sonic.Noise.Opera
Die Anarchistische Abendunterhaltung - Tub gurnard goodness
Neal Morse - Songs From November
Michael Brückner - Ombra Revisited
Kotebel - Live at Prog-Résiste 2013
Robert Reed - Sanctuary
30.8.2014
Kerretta - Pirohia
29.8.2014
Harald Grosskopf - Synthesist
28.8.2014
Knifeworld - Dear Lord, No Deal
27.8.2014
Gong - Flying Teapot
Gong - Camembert Electrique
Gong - Magick Brother
Erik Scott - and the EARTH BLEEDS
ARCHIV
STATISTIK
20551 Rezensionen zu 13974 Alben von 5354 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

elephant9

dodovoodoo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Moderne Electronica; Psychedelic; RetroProg
Label: Rune Grammofon
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ståle Storløkken fender rhodes, hammond organ, synthesizer
Nikolai Eilertsen bass, guitar (4)
Torstein Lofthus drums

Tracklist

Disc 1
1. dodovoodoo 5:12
2. i cover the mountain top 9:01
3. skink 5:39
4. hymne 5:30
5. misdirection 2:26
6. doctor honoris causa 13:02
7. directions 7:40
Gesamtlaufzeit48:30


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Nach dem sie schon einige Jahre als mitreißender Liveact auf sich aufmerksam gemacht haben (zumindest in Norwegen), haben sich Ståle Storløkken, Nikolai Eilertsen und Torstein Lofthus ins Studio begeben, um ihre musikalische Energie auf Tonträger zu pressen. Zumindest Storløkken und Lofthus sollten als Mitglieder von Box bzw. Shining keine Unbekannten auf diesen Seiten sein.

Das Trio elephant9 hat sich purer Musikalität verschrieben. Da werden schräge jazzrockige Ansätze mit hartem Rock, psychedelischen Hallklängen, fettem Bassing und wildem Getrommel zu einem besonderen Cocktail gemixt. Dabei erstaunt zu Beginn zumindest Ståle Storløkken, der Mann, der normalerweise für Klänge wie aus Computerspiel-Soundtracks verantwortlich ist. Hier konzentriert sich über weite Strecken auf Orgel und Rhodes und erzeugt dementsprechend erdige Schweineorgel-Attacken, psychedelisch-verhallte, fast sakrale Orgenkaskaden und funky-perkussive E-Piano-Läufe. Das beschwört so ein ganz eigenwilliges End-60er-Früh-70er-Gefühl herauf, welches zumindest über den ersten drei Tracks schwebt. Allerdings mischt Storløkken schon noch ein paar seiner üblichen Science Fiction-Sounds bei, so dass alles immer auch modern und frisch klingt, und spendiert dem zweiten Track ein spacig-verträumtes Intro. In den späteren Tracks vermeint man immer mal wieder eine Gitarre wahrzunehmen, aber auch hier wirkt "nur" Storløkken mit seinem Elektronik-Arsenal.

Eilertsen und Lofthus toben sich unter dem Tastengeklingel von Storløkken aufs wildeste aus. Besonders Lofthus trommelt eine Sonderschicht nach der anderen und ist wie ein Stehaufmännchen ständig bei der Sache und gibt Gas. Ein heftiges Drumgewitter nach dem anderen ergießt sich über den Hörer.

Nach den drei heftigen Auftakt-Tracks folgt mit "hymne" eine Art Soundscape, wie sie Fripp selbst nicht langweiliger hinkriegen hätte können. Okay, Fripp kann das besser, aber hier rettet Storløkken mit ein paar Elektronikeskapaden den Track. Nach der Verschnaufpause grooven die Drei mit "Misdirections" gleich wieder unverschämt lässig-sonnig los. Zum Abschluß gibt es zwei Joe Zawinul-Interpretationen, deren Originale ich nicht kenne. elephant9 behalten ihren flotten Groove bei, aber es wird trotzdem zunehmend spaciger, verquerer und vertrackter. Das Zusammenspiel gerät teils noch wilder, teils atonal-verschroben, so dass eher Klangkaskaden, Percussiongewitter und Elektronik-Wolken auf den Hörer einstürzen. Da wird was so locker begann plötzlich doch zu einer echten Herausforderung. Trotzdem bleibt das alles hörbar und gerät nicht in ungenießbar Avantgarde um der Avantgarde willen. Was bleibt ist ein spannender Abschluß, der sofort Lust auf die Repeat-Taste macht.

Storløkken, Eilertsen und Lofthus präsentieren mit "dodovoodoo" ein gelungenes Album zwischen Jazzrock, Psychedelic, Hardrock, Electronic und Retroprog. Das Ganze quillt mit einem derartigen Groove und einer ansteckenden Leichtigkeit aus dem Boxen, dass es schon viel Progger-Sitzfleisch braucht, um hier nicht wenigstens freudig mitzuwippen.

Anspieltipp(s): alles, außer "hymne"
Vergleichbar mit: Atomic Rooster meets Mahavishnu Orchestra im modernen Soundgewand
Veröffentlicht am: 16.8.2008
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 2)


Wenn es etwas Neues aus dem SUPERSILENT-Umfeld gibt und das Label RUNE GRAMMOFON heißt, gibt es für mich eigentlich kein Halten mehr. Daher hatte ich mir diese CD damals kurz vor dem Erscheinungstermin vorbestellt und es nicht bereut. Sie ist diejenige, die seitdem den meisten Einsatz in diversen Playern hatte.

Die CD entstand live im Studio, alle Aufnahmen sind also "First takes", nichts wurde nachbearbeitet.

Was wird geboten?

Der Opener haut einem erst einmal ein Schlagzeug und eine Schweineorgel um die Ohren, das man glaubt KING CRIMSONs Doppelschlagzeugbesetzung, THE NICE und JON LORD hätten sich zu einer spontanen Jamsession zusammengetan, so sehr klingt er nach Endsechziger/Frühsiebziger-Orgelspiel. In die gleiche Kerbe schlägt auch der dritte Titel "Shrink".

"I cover the mountain top" dagegen bietet die andere Seite der Band. Deutlich filigraner, elektronischer und jazziger gehen die drei hier zu Werke. Die Sounds wirken dank des Synthies moderner und der Titel entwickelt sich erst am Ende wieder zu einem Orgelstück a la THE NICE.

"Hymne" ist sakral angelegt. Mit Hall und sparsamen Basstönen legen sie eine Ruhepause ein. Bei "Misdirection" und Joe Zawinuls "Directions" geht es im alten 60th-Sound weiter, allerdings überwiegt bei beiden Stücken der jazzige Einfluß, im letzteren gibt es auch sehr spacige Synthieeinwürfe, was einen interessanten Kontrast zum heftigen Jazzrock ergibt.

Joe Zawinuls "Doctor Honoris Causa" eröffnen und beenden Sie im TANGERINE-DREAM-Sound aus der Frühphase. Da zirpt die Elektronik im luftleeren Raum spacig um die Ecke, während der Schlagzeuger nur leise und langsam in das Klangeschehen eingreift. Im Mittelteil bieten sie dagegen Jazzrock mit wunderbaren Fender-Rhodes-Klängen. Leider kenne ich das Original nicht.

Mir bereitet diese CD - wie meinem Kollegen - unheimlich viel Spaß, da sie mindestens zur Hälfte den Orgelsound der frühen Psychedelic/Prog-Ära zurückbringt, ihn aber mit modernen Sounds und Ideen umrahmt. Eine meiner Entdeckungen des Jahres. Klanglich ist sie wie gewohnt gut.

Anspieltipp(s): "Hymne" für die moderne,"Skink"für die 'alte' Seite
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.10.2008
Letzte Änderung: 1.10.2008
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von elephant9

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 walk the nile 11.00 1
2012 Atlantis 12.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2014; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum