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23977 Rezensionen zu 16376 Alben von 6364 Bands.
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Spaced Out

Evolution

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Progmetal
Label: Unicorn Digital
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Antoine Fafard Electric bass & guitar
Martin Maheux Drums
Mark Trembly Electric Guitar

Gastmusiker

Alex Argento Keyboard solo on track 5 & 6
Eric St-Jean Keyboard solo on track 2, 8 & 10

Tracklist

Disc 1
1. Biomechanic 4.39
2. Fun Key 5.03
3. Power Struggle 5.27
4. Octavium 4.56
5. Nemesis 4.59
6. Biomechanic II 3.50
7. Furax II 4.38
8. Replication Junction 6.35
9. Polymorph   (incl. hidden track) 8.23
Gesamtlaufzeit48:30


Rezensionen


Von: Kai Lorenz Kruppa @ (Rezension 1 von 2)


Zunächst zu den negativen Aspekten dieser Plattenkritik: Spaced Out beweisen mit ihrer neuesten, insgesamt fünften Veröffentlichung erneut ihren zielsicheren Instinkt für schlechte Plattencover. Zum Davonlaufen! Bereits das Zweitlingswerk der Band hätte in einem Negativ-Wettbewerb einen der vordersten Plätze eingenommen. Aber einmal in die Hand genommen, sieht alles nur halb so wild aus. Blättert man nämlich das druckfrische quadratische Beiheftchen kurz durch, lässt sich neben einigen, auf Anhieb sympathisch wirkenden Musikerfotos auch ein recht informativer (natürlich englischsprachiger) Text finden. Dieser erläutert ein wenig die Gedanken und Absichten "hinter" dem Album. Layout und Druckqualität lassen sogar eine flüssige Lektüre zu, was merkwürdigerweise trotz moderner Technik nicht bei allen Booklets der Fall ist.

Einige Zeilen lenken den Blick auf grundsätzliche (musiktheoretische) Aspekte der Musik von Spaced Out. So heißt es im dritten Absatz zu dem Umstand, dass alle Spaced-Out-Alben ohne Gesang auskommen: »Lyrics in songs are usually the main focus, the music acting as a support medium. The soundtrack to a movie is a similar way of looking at it. If you listen to a song without the vocals, you may think that something is missing. For words in music are wonderful at conveying [befördern] ideas, messages and emotions. Music, in it?s [sic!] instrumental form, can convey the same things.« Und, so will man an dieser Stelle hinzufügen, Instrumentalmusik kann es nicht selten viel besser und unmittelbarer. Das Zitat aus dem Booklet klingt vor diesem Hintergrund fast schon ein wenig entschuldigend. Dabei kann man die Truppe um Bandleader Antoine Fafard nur davor warnen, von dieser Konzeption - nämlich auf Gesang gänzlich zu verzichten - auch nur einen Millimeter abzuweichen. Täten Spaced Out dies, verlören sie zweifelsfrei ihre musikalische Identität. Ernsthaft wollen kann das niemand! Dies darf durchaus als großes Kompliment an die Versiertheit der Musiker verstanden werden. Zudem ist eine Anzahl von fünf Alben innerhalb eines überschaubaren Zeitabschnitts normalerweise auch ein zuverlässiger Indikator für einen gewissen kommerziellen Erfolg.

Mit "Evolution" ist den drei bzw. fünf jungen Kanadiern wiederum ein kleines progressives Meisterstück gelungen, das den Zuhörer bei Bedarf für kurzweilige wie erfrischende fünfundfünfzig Minuten aus dem Alltag entfliehen lässt. Doch was halten eigentlich die Musiker vom Attribut "progressiv"? Nochmals an dieser Stelle ein kleiner Textauszug aus dem Begleitheft: »Spaced Out music offers different qualities. It is almost impossible to define it with the conventional adjectives used to describe various styles. We have been tagged, sometimes by ourselves, as progressive. But that tag alone does not justify our music. Here ist a list of words that we think would best describe what we do musically: polyrhythm, groove, odd timings, rhythm manipulation, rhythmic illusions, modalism, improvisation, ostinato, repetitive figures that develop in an different manner than we would expect and ... freedom!!!« Aha!

Obwohl bereits die beiden letzten Instrumentalalben viele glückliche Käufer gefunden haben dürften, ist "Evolution" erfreulicherweise noch ein kleines Stück frischer und aggressiver und damit abwechslungsreicher ausgefallen. In der Folge sind die insgesamt neun Kompositionen auch besser voneinander unterscheidbar als beispielsweise diejenigen des Vorgängeralbums "Unstable Matter" aus dem Jahr 2006. Obwohl auch letzteres Album eine geballte Ladung an knackigem Jazz- und Mathrock bereithielt, litt es doch unter einer gewissen kompositorischen Eintönigkeit. Das Album wirkte, aus der Entfernung betrachtet, wie ein einziger, langgezogener Titel. Genau diese Eintönigkeit scheint sich mit dem neuesten Output in Luft ausgelöst zu haben. Fast im Sekundentakt werden dem Zuhörer neue, unverbrauchte Ideen präsentiert, die an den Instrumenten nicht selten - wie könnte es sich anders verhalten?! - ein Höchstmaß an Fingerfertigkeit erfordern dürften. Fafards Bassspiel jedenfalls steht dem eines Viktor Wooten in nichts nach. Interessanterweise lässt sich genau an dieser Stelle eine kleine, für den Gesamteindruck aber nicht unbedeutende Neuerung feststellen. Denn während eben dieses Bassspiel bei den vergangenen Veröffentlichungen konkurrenzlos im Mittelpunkt stand, muss es sich den Pokal der Omnipräsenz heuer mit dem Schlagzeuger teilen. Insofern hat sich die Gitarre, die bei "Evolution" nicht selten für den schwermetallischen Klang verantwortlich zeichnet, ganz knapp mit dem dritten Platz zufrieden zu geben. Für dieses Instrument, genreübergreifend betrachtet, gewiss eine untypische Platzierung.

Fest steht also bereits nach den ersten Durchläufen der CD, dass die 2008er-Veröffentlichung in der gar nicht mehr so kurzen Spaced-Out-Diskographie den Spitzenplatz einnimmt. Im Bereich des instrumentalen Progressive Rock hat sich die Band im Lauf der Zeit - so darf zusammengefasst werden - einen sicheren Stammplatz erspielt. Gratulation und (gefrickelter) Tusch! Um so schwerer wird es allerdings für die drei (bzw. fünf) jungen Kanadier, diesen anerkennenswerten musikalischen Erfolg bruchlos fortzusetzen. Aber ist es nicht eine geradezu prozessimmanente Eigenschaft von Evolutionen, nach einer jeweils nächsthöheren Entwicklungsstufe zu streben? Wir bleiben gespannt und warten geduldig auf den sechsten Streich polyrhythmisch-groovender und improvisierend-ostinater Instrumentalmusik.

Anspieltipp(s): Fun Key, Replication Junction
Vergleichbar mit: Citriniti, Canvas Solaris, Planet X
Veröffentlicht am: 10.10.2008
Letzte Änderung: 29.10.2014
Wertung: 12/15
Das Album überzeugt auf ganzer Linie!

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


In the case of Spaced Outs musical output, it is obvious that it is created for a more cerebral mode of listening.

In dem schon von meinem Vorschreiber erwähnten und teilweise zitierten umfangreichen Beihefttext ihres derzeit neuesten Albums stellen Spaced Out klar, was für Musik sie machen: Hirnmusik! Na ja, mir mutet das neueste Album der Kanadier eher wie vertonter Leistungssport an. Allzu viele geistig Stimulierendes oder emotionale Tiefe verströmt diese Musik nicht. Eher stimuliert sie die Motorik.

In technischer Hinsicht, sowohl was die Instrumentalbeherrschung, als auch die Produktion anbelangt, gibt es nicht viel zu meckern. "Evolution" ist nahezu perfekt. Einzig die gelegentlichen flächigen Tastensounds klingen ein wenig billig. Ich kenne und schätze vor allem die ersten beiden Alben der Band. Mit diesen hat "Evolution" nicht mehr allzu viel gemein. Mit Mark Trembly, der mit dem dritten Album "Slow Gin" zu Spaced Out gestoßen ist, kam ein deutlich metallischeres Element in die Musik der Band, welches sich kontinuierlich in den Vordergrund gearbeitet hat. Das was Spaced Out inzwischen machen, kann man daher kaum noch als Jazzrock bezeichnen. Angejazzter Progmetal ist das, oder metallischer Instrumentalprog. Das ist ja im Grunde in Ordnung, die Band hat sich weiterentwickelt. Aber ich mag nun mal verzwirbelte Gitarrenlinien lieber, als krachendes Metalgeriffe.

Beeindruckend bleibt Antoine Fafards Bassarbeit. Sein Spiel ist dafür verantwortlich, dass ich mir "Evolution" doch ganz gut anhören kann. Maheuxs Schlagzeug kommt ähnlich versiert aus den Boxen, wirkt aber auf Dauer etwas eindimensional. Das gilt im Grunde auch für die Musik von "Evolution". Auch wenn der schon erwähnte Beihefttext verspricht, dass man bei jedem Hören Neues entdecken würde, und auch Kai weiter oben neue Ideen im Sekundentakt hört, stellt sich bei mir nach einiger Zeit doch Langweile ein. Das kompositorische Material Fafards, der alle Nummern hier komponiert hat, ist doch eher begrenzt, ähneln sich die einzelnen Stücke doch ziemlich. Nicht im Detail, aber im Gesamteindruck. Die Tasten, mit denen man mehr Farbe in die Musik hätte bringen können, kommen hier auch eindeutig zu kurz.

"Evolution" ist somit eher eine Demonstration von Fingerfertigkeit und Produktionstechnik, als wirklich fordernde und stimulierende Hirnmusik. Wer zu angejazztem Geschrubbe gerne headbangt, ist hier richtig. Mit metallischen Breitseiten, frickelnden Läufen und flink-monotonem Schlagzeuggewummer werden die Gehörgänge und Gehirnwindungen des Hörers überflutet, ohne dortselbst allerdings Denkvorgänge und Fantasie anzuregen. Kurzum, "Evolution" ist für meinen Geschmack zu seelenlos und steril ausgefallen.

Ach ja, das Cover. In seiner metallisch-progressiven Klischeehaftigkeit passt es eigentlich recht gut zur Musik! Das Cover von "Eponymus II" war da deutlich kreativer und spaßiger. Das gilt auch für die dort zu findende Musik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2008
Letzte Änderung: 29.10.2014
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spaced Out

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Spaced Out 9.00 3
2001 Eponymus II 11.33 3
2003 Slow Gin 10.33 3
2005 Live in 2000 (DVD) 11.00 2
2006 Unstable Matter 12.00 2
2007 Live At The Crescendo Festival 12.00 2

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