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Level Pi

Electronic Sheep

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Dreaming / Musea
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Uwe Cremer Electronics

Tracklist

Disc 1
1. String Theorie 15:24
2. S.E.T.I. 8:44
3. Elfenstaub 8:21
4. Dishwasher 10:18
5. Traumphase 6:08
6. Theta Null 16:31
7. Sonnenwind 12:35
Gesamtlaufzeit78:01


Rezensionen


Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 1 von 2)


He did it again. Level Pi aka Uwe Cremer legt ein Zweitwerk im Alleingang vor. Sein Debut „Entrance“ von 2006 war dem PINK FLOYD’schen Kosmos, ein wenig dem Krautrock und der Elektronik zugeneigt. Und für mich ein absolut erstklassiges Werk, durchgängig spannend und gut hörbar.

Auf der brandneuen „Electronic Sheep“ lässt er nun die E-Gitarre im Case liegen und konzentriert sich völlig auf die elektronischen Klänge der von ihm so heißgeliebten 70er Jahre. Klar, dass da als Referenznamen immer TANGERINE DREAM oder auch KLAUS SCHULZE herhalten müssen. Cremer findet aber auch Gefallen an anderen Tönen der elektronischen Pionierjahre und so gibt's mit dem Stück „Dishwasher“ eine ganz tolle Klangcollage, deren Inspiration eindeutig CLUSTER geschuldet ist. Nomen est omen – Cremers gesampelte Spülmaschine gibt hier tatsächlich den Grundrhythmus vor. Könnte von mir stammen die Idee, ich höre dem rhythmischen Geräusch der Spülmaschine auch immer besonders gern zu.

Aber von Anfang an. Gleich zu Beginn der CD, in „String Theorie“, ist ordentlich der große KS drin. Elegische Streicher, zirpender Moog, Sequencer und ein Schlagzeug, das aufs erste Hören glatt live gespielt klingt. Bei solchem Nachwuchs muß KLAUS SCHULZE nicht bange um sein Erbe sein. In Frankreich schwebt wohl „Elfenstaub“ umher, denn ich schwöre, das muß ein unentdeckter JEAN-MICHEL JARRE Song aus den späten 70ern sein. Nachdem die Spülmaschine einen von den Elfen zurück in die Realität der Küche geholt hat, widme ich mich ausgiebig im Lieblingssessel einer „Traumphase“. Dort grüßt mich MICHAEL ROTHER. Schwebend leicht wie es zum Titel passt, mit einer wunderschön leichten Melodie, herrlich unterlegt mit einer alten scheppernden Drum-Machine.

Beim Tagträumen drifte ich regelmäßig ins Weltall, lässt sich bei 'nem Science-Fiction-Liebhaber wie mir nicht vermeiden. Heute lande ich auf „Theta Null“ und....huch.....bin anscheinend in einem neuen John-Carpenter-Movie angekommen. „The Fog“, „Halloween“, „Escape from New York“, all diese mystisch, geheimnisvoll, leicht rhythmisch spannenden Soundtrackmusiken kommen mir sofort in den Sinn bei diesem Stück. Gänsehaut total! Im weiteren Verlauf sind's aber TANGERINE DREAM in ihrer Mitt-70er Hochphase, die hier Pate standen, bevor nach etwas über 13 Minuten die Carpenter-Klänge wieder zurückkommen. Auch hier gibt es extrem gut programmiertes Schlagzeug. Man merkt, dass Uwe Cremer davon 'ne Menge versteht, im Gegensatz zu so manchem Electronic-Kollegen bei dem die Beats oft sehr nach Rhythmus-Alibi „weil es halt sein muss“ klingen.

Stück Nr. 2 fehlt noch. Das konnte ich nicht exakt zuordnen und drum kurz einmal nachgefragt beim Meister selber. Richard Barbieri, der Tastenspezialist von PORCUPINE TREE, stand hier als Vorbild im Raum. Nun, die Solowerke Barbieris kenne ich leider nicht, aber diese ruhig blubbernden, spacigen Late-Night-Klänge gefallen mir ebenfalls sehr gut.

Der Kölner Musiker legt zum zweitenmal eine richtig tolle Scheibe ganz aus eigener Hand vor. Hut ab, das nötigt mir gehörig Respekt ab. Ein sicherer Tip für jeden Electronic-Liebhaber. „Electronic Sheep“ ist eine gewollte, tolle Hommage an verschiedene Vorbilder des Musikers, es funktioniert wie ein sehr guter Sampler, der einen entspannten Abend auf der Couch begleitet, und dabei doch spannend genug ist um konzentriert zuzuhören. Gerade auch die völlige Abwesenheit stupider Einheits-Dosenrhythmen macht das hier so spannend. Aber so war Electronic-Music, bevor der Standard-Technobeat der Kreativität den Garaus gemacht hatte.

Wer also nicht nur seinen Klaus Schulze oder nur seine Tangerine Dream oder nur was auch immer hört, sondern die Ohren in seinem Genre gern übergreifend aufsperrt, bitte hier unbedingt zugreifen! Erhältlich als CD-R mit Cover und Labelaufdruck auf Uwe Cremers Homepage. Die mühsame Suche nach einem passenden Plattenlabel hat er sich nämlich erstmal geschenkt.

Update 09.06.09: Und manchmal kommts anders als man plant. Nun ist Cremers Album doch bei einem Label gelandet, Dreaming, Museas Unterlabel für elektronische Musik, wollte diese Scheibe unbedingt machen. Jetzt also als Pressung anstatt ner CD-R, einem ähnlichen aber neuen Cover und aufgewertet mit weiteren 12einhalb Minuten feinster Electronic. Der Bonustrack "Sonnenwind" ist keine eindeutig zuordenbare Hommage an einen anderen Künstler, nichtsdestotrotz ein ebenso schönes Stück das sich harmonisch in den Rest des Albums einfügt.

Gepresst anstatt gebrannt und noch ein guter Bonustrack dazu - gibts jetzt noch irgendwelche Gründe die Scheibe nicht zu holen ?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.1.2009
Letzte Änderung: 9.6.2009
Wertung: 13/15
rundum gutes Electronic-Scheibchen

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 2)


Da Jürgen freundlicherweise so ausführlich über die neue CD von Uwe Cramer geschrieben hat, kann ich mich auf ein paar Anmerkungen beschränken.

Die CD ist als Hommage an die frühe Elektronikszene angelegt; um mit dem Musiker selbst zu schreiben: "wie ein gemütlicher Abend (...), an dem man erst Klaus Schulze hört, dann bekommt man Lust auf Tangerine Dream, danach legt man z.B. Cluster auf, Michael Rother usw."

Das Konzept funktioniert wunderbar. Wer sich in dieser Musik und Zeit auskennt, wird in den einzelnen Titeln genau die genannten Musiker und nach Belieben auch andere vor seinem geistigen Auge vorüberziehen sehen, ohne dass die Musik als einfaches Plagiat daherkommt. Uwe Cramer schafft es, den Klang, die Sounds und die typischen Merkmale der genannten herauszuarbeiten und mit seinen Ideen zu füllen. Beim Opener denke auch ich unwillkürlich an Klaus Schulze, bei "Elfenstaub" an Jarre und bei "S.E.T.I." an frühe Schmoelling-Aufnahmen (Barbieri kommt mir hier eher nicht in den Sinn).

Bis dahin ist also alles im grünen Bereich. Mich stört allerdings das Schlagzeug, besonders im ersten Track klingt es wirklich wie live gespielt, aber leider stellenweise deshalb, weil Sequenzen und Schlagzeug für mein Empfinden nicht synchron laufen und manche Breaks etwas "holprig" sind. Viel besser wirkt es, wenn er nur die Becken leise und percussiv einsetzt. Also die Trommeln raus, und dann wirkt es für meine Ohren deutlich besser.

Trotzdem: Die "Zeitreise" geht prima auf. Mit einem oder zwei Gläschen Rotwein und dieser CD hat man einen sehr vergnüglichen Abend mit E-Musik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.1.2009
Letzte Änderung: 22.1.2009
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Level Pi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Entrance 11.00 2
2011 Dunkelstunde 11.00 1
2015 This Burning Part of Me 10.00 1

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