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Metamorphosis (CH)

Dark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: HardRock; Moderne Electronica; Neoprog; New Artrock
Label: Galileo Records
Durchschnittswertung: 7/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jean-Pierre Schenk vocals, keyboards, drums, bass (virtual)
Roger Burri guitar (2,4,5,6,8)
Olivier Guenat guitar (1,3,7)

Tracklist

Disc 1
1. Song for my son 8:25
2. The fight is over 7:51
3. Hey man 9:56
4. Waking up 7:14
5. Knowing all I do is worth nothing 8:42
6. You 6:33
7. Where do we go now 9:51
8. Dark 3:16
Gesamtlaufzeit61:48


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Jean-Pierre Schenk ist mit seinem Metamorphosis-Projekt zurück... und wie! Nach gutem Start mit zwei Alben im Fahrwasser der späten Floyd Gilmour'scher Prägung, kam mit dem zähen und uninspirierten "And then all was silent" ein tiefer Einbruch. Schenk schien sein Pulver verschossen zu haben. Nun, knapp vier Jahre später, stellen sich die Dinge mit "Dark" anders da.

Schenk, der auf dem Album Schlagzeug und Keyboards spielt und natürlich singt, ist immer noch ein großer Floyd-Epigone, aber er variiert seinen Sound diesmal auch deutlich. So gerät er zwar näher in die Ecke Porcupine Tree, aber den Fehler abzukupfern, begeht er nicht. Vielmehr entwirft Schenk epische, teils monumentale Rocksongs, die von schwebenden Atmosphären leben, aber niemals die Erdung verlieren und daher auch wirklich rocken. Großen Anteil daran haben seine beiden Mitstreiter, Roger Burri und Olivier Guenat, an den Gitarren. Beide haben viel Raum und den nutzen sie weidlich für flottes Riffing, elegische Melodien und grandiose Soli. Auch wenn Schenk natürlich alles komponiert hat, so waren doch beide Gitarristen an den endgültigen Arrangements beteiligt, was sicherlich auch dazu beigetragen hat, dass "Dark" ein erstaunlich gitarrenorientiertes Album geworden ist. Da stört noch nicht einmal der Synthie-Bass. Die Keyboards sind zwar auch nicht gerade unprominent im Klangbild positioniert, kleistern aber nichts zu. Im Gegenteil, geschmackvolle Flächen, Soundgimmicks und Orchestrierungen sorgen für die nötige Farbe in den Arrangements.

Schenk, nach eigener Aussage eher ein lustiger Mensch, scheint schwer an der Welt zu leiden. Seine Texte und Aussagen sind auf jeden Fall passend zum Titel des Albums düster und wenig hoffnungsfroh. So mutiert "Dark" in Musik und Aussage zu einer Art Floyd-Variante von "Fear Of A Blank Planet". Auf jeden Fall gelingt Metamorphosis mit diesem Album durchaus eine nicht erwartete Überraschung. Natürlich ist das nichts für Frickel-Freunde und Schräg-Hörer, aber Melodiker mit Lust auf frische und mitreißende Musik sollten hier auf jeden Fall hinhören.

Anspieltipp(s): Song for my son, Hey Man, You (eigentlich geht fast alles)
Vergleichbar mit: melodischere Porcupine Tree als Anhaltspunkt...
Veröffentlicht am: 13.3.2009
Letzte Änderung: 25.1.2017
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 4)


Mein Vorschreiber erwähnt Frickel-Freunde und Schräg-Hörer. Sicher, ich würde keine Einwände erheben, wenn man mich diesen Hörertypologien zuordnen würde. Nichtsdestotrotz habe ich mitunter auch Lust auf frische und mitreißende Musik und gegen gute Melodien habe ich auch nichts einzuwenden.

Frisch und mitreißend sind nun aber nicht unbedingt Adjektive, die ich mit "Dark" in Verbind bringen würde. Eine eher abgestandene, im Grunde neoprogressive Mischung aus schwebenden Tastensounds und elektronischen Spielereien, sterilem Schlagzeug und anmetallisierten Gitarrenläufen hat Jean-Pierre Schenk hier am Start, die bisweilen an die späten Floyd, Porcupine Tree, Ayreon oder (ab und an auch wegen des Gesangs) an das Solowerk Kevin Moores erinnert. Das Ganze ist ordentlich produziert, kommt druckvoll aus den Boxen, leidet aber unter den teilweise ziemlich käsigen und altbackenen Plastiktastensounds und den wohl größtenteils programmierten, ziemlich einfallslosen und eintönigen Schlagzeugmustern.

Ich verstehe ja, welche Absicht Schenk hier getrieben hat. Im Geiste der Konzeptwerke der 70er-Jahre, episch und bedeutungsschwanger, wollte er der moralisch verderbten Welt seine Meinung sagen (man lese die oft ziemlich platten Texte) und dieselbe mit kraftvollem Geriffe und monumentalen Tastengebirgen wachrütteln. Herausgekommen ist dabei ein eher schales Symphorockgebilde, welches aufgrund seiner Vorhersehbarkeit, der simplen Strukturen und des mangelnden Tiefgangs schnell langweilt. Der schlechte Eindruck wird durch die "geschmackvollen" Airbrushportraits der Beteiligten im Beiheft noch verstärkt.

Nein, "Dark" ist überhaupt nicht mein Ding, stellt sich mir als kräftig aufgeblasenes, voluminöses, ganz ordentlich musiziertes (mit Ausnahme des Schlagzeugs), aber letztendlich leeres Nichts dar, mit dem ich kaum etwas anfangen kann. Frische kann ich hier nirgends entdecken, habe ich doch den Eindruck, dass uns seit den späten 80er Jahren Ähnliches mit durchaus identischen Mitteln in nicht geringer Zahl geboten wurde. Wer allerdings pseudointellektuelle, dramatisch-leidende, mit aller Gewalt atmosphärische Tasten-Gitarrenexkurse schätzt, kommt hier vielleicht auf seine Kosten (wenn er sich nicht am ideenlosen Bums-DaDa-Schlagwerk stört). Mir geht das alles schnell auf den Wecker. Damit entspreche ich offenbar den Erwartungen und wende mich, ganz im Bewustsein zum musikalischen Snob erklärt zu werden, wieder Frickeligem und Schrägem zu.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.3.2009
Letzte Änderung: 27.3.2009
Wertung: 5/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 4)


Mir ist das irgendwie zu irgendwie. Nicht Fisch, nicht Fleisch irgendwie. Ich weiß irgendwie kaum, was ich schreiben soll. Das ist kein Floyd-Klon (mit wenigen Ausnahmen: Der Beginn von "The Fight is over" erinnert mich an - was war das? "Learning to fly" oder so?) - zum Glück, Floyd nervt allein sowieso schon genug -, aber auch kein richtig eigenständiger Neo- oder Retroprog mit Profil. Ich frage mich, besonders bei einer Band aus der Schweiz, die doch für ihr Nationalidiom so bekannt und beliebt ist: Worin besteht das Idiom dieser Band? Was macht sie aus? Was kann ich loben, woran mich reiben - ich weiß es nicht.

Vielleicht sind's die Texte? "I heard about him, a bank CEO / He must be kind of a superman / He earns five hundred times more than I / He says he really feels no shame to it" - blöd, ja, aber rüttelt mich das auf? Irgendwie nicht. Das Gesicht von Ferdinand Piëch versetzt mich in größere Aufregung als dieser Text. Joa, die Botschaft ist schon okay, besser so als gar keine Haltung zur Welt (siehe Yes).

Vielleicht ist's die Musik? Weltbewegend ist sie nicht, langweilig auch nicht, jedenfalls nicht so richtig, dafür ist sie zu abwechslungsreich. Mal hart, mal eso - nur: hängenbleiben tut nichts. Es ist wie mit den Texten: das ist schon okay, besser so als gar keine Musik.

Was ist mit der Verbindung von beidem? Da holpert's fast am meisten. Die oben zitierte Textstelle zum Beispiel passt von Sprachrhythmus her überhaupt nicht zu der gesungenen Melodie oder dem Rhythmus der Musik. An solchen Stellen wird's dann nicht irgendwie sondern ganz konkret schwierig, der Platte zuzuhören.

Reicht das aus? Ich glaube nicht. Jedenfalls nicht, wenn man zuhause nur beschränkten Platz für CD-Regale hat. In dem Fall kann man "Dark" ruhig übergehen. Andernfalls hat man allerdings einen soliden, wenn auch kaum auffälligen Beitrag zum Neo-/Retroprogdiskurs wahrgenommen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2009
Letzte Änderung: 5.8.2009
Wertung: 5/15
nicht wischi, aber auch nicht waschi

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Von: Andreas Kiefer @ (Rezension 4 von 4)


Ab wann werden musikalische Einflüsse der Vorbilder peinlich? Sänger, Komponist, Texter und Multiinstrumentalist Jean-Pierre Schenk bewegte sich schon immer aufreizend nahe an Pink Floyd. Allerdings beweist er mit seinem vierten Studioalbum, dass er den Grad zwischen Hommage und Innovation genauso gut begehen kann wie andere Progbands.

Begleitet wird er lediglich von zwei Gitarristen, die dem Songmaterial kernige, kantige Phrasierungen beisteuern. Somit wechseln sich typisch wogende Pink-Floyd-Linien mit explosiven, aber dennoch stets kontrolliertem Gitarrendruck ab. Auch ist das Schlagzeug endlich mal lauter und krachender eingespielt. Trotzdem ist das gesamte Material eher als leichte Kost mit fassbarer Instrumentierung zu bezeichnen. Es dominieren geschmackvolle Klanggemälde psychedelischer Natur mit ein paar pfiffigen Ideen. Schenks Gesang klingt entspannt, oftmals aber auch etwas zu zäh, hier fehlen die wütenden oder kraftvolleren Gegenparts, darüber können auch einige verzerrt abgemischte Gesangspassagen nicht hinweg täuschen.

Somit hört sich das Ganze sehr gefällig an, und ist mit Sicherheit nicht als peinliche Huldigung der Vorbilder zu sehen, aber beim vierten Album erwarte ich einfach noch mehr persönliche Note. Zumal klassische Pink Floyd, gemischt mit modernen Trends auch kein neues Rezept mehr darstellt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.11.2011
Letzte Änderung: 23.11.2011
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Metamorphosis (CH)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 After All These Years 10.50 2
2003 Nobody Cares 11.00 2
2005 Then All Was Silent 8.67 3
2016 The turning point 8.50 2

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