Unexpected
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Transformer Records |
| Durchschnittswertung: |
9.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Heiko Möckel |
Lead and backing vocals |
| Jochen Scheffter |
Hammond B-3 organ, Bösendorfer Grand Piano, keyboards |
| Hans Ochs |
Electric and acoustic guitars |
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| York von Wittern |
Bass |
| Artur Silber |
Drums, percussives and timpani |
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Gastmusiker
| Rudi Zapf |
accordion on "Recycling" |
| Thomas Kretscher |
Guitars |
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| Charles Hoernemann |
Guitars |
| Dagmar Hellberg |
vocals on "Don't look back" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Face The Space
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5:56
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| 2. |
Witness Of Today
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3:56
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| 3. |
Recycling
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6:26
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| 4. |
Sleep On Mr. President
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6:36
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| 5. |
Don't Look Back
1. Transcend 4:26 2. Blame The Fate 4:43 3. The Rule 2:42 4. Descent 3:43 5. Elegy 6:52
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| 6. |
Silent Garden
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6:15
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| 7. |
Desert Angels
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4:56
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| 8. |
She's In The Case
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5:27
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| 9. |
Love Energy
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5:32
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| 10. |
Drumtasy
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6:57
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| 11. |
Summer Love
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4:16
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| Gesamtlaufzeit | 78:43 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Live and Unexpected 2006
1. Face the Space 6:36 2. Sleep on Mr. President 8:35 3. After The Funeral 5:23
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20:34
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| 2. |
Featurette: Decades to Reunion
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14:14
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| 3. |
Love Energy
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3:59
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| 4. |
Prima Donna
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9:10
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| Gesamtlaufzeit | 47:57 |
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Rezensionen

Vor ein paar Jahren besuchte ich einen ebenfalls musikverrückten Bekannten aus dem Raum München zu einer Musikhör-Session. Im Laufe des Abends zog er eine CD aus seinem Schrank und meinte leicht geheimnisvoll, er habe da noch etwas ganz spezielles. Nachdem er die CD eingelegt und gestartet hatte, schallte im allerbesten professionellen, fett produzierten 80er-Jahre-Sound (dies ließ sich anhand der Keyboard-Timbres und des Drum-Sounds schon mal relativ sicher datieren) druckvoller Power-Rock mit immer wieder eingestreuten proggigen Ausflügen aus seinen Highend-Boxen. Ich zermarterte mein Hirn: Was könnte das sein? Bei diesem polierten Sound sicher keine billige Underground-Produktion, also muss es was sein, was ich zumindest dem Namen nach erraten können müsste. Falsch gedacht.
Keine Chance. Ich musste passen. Und zu meinem Erstaunen erfahren, dass es sich um eine Münchener Gruppe handelte, die Mitte der 80er Jahre durch rege Live-Tätigkeit lokal recht bekannt gewesen war, aber nie eine Platte veröffentlicht hatte: "Central Park". Ich konnte kaum glauben, dass Aufnahmen von dieser klangtechnischen, aber auch musikalischen Qualität seit Jahrzehnten unveröffentlicht und nahezu ungehört blieben. Denn damals kannte ich den Rest der Geschichte noch nicht: Dass "Central Park" kurz vor der schon abgemachten Unterzeichnung eines Plattenvertrags standen, als ihr Sänger aus privaten Gründen nach Köln zog, die Gruppe sich daher auflöste und die Aufnahmen (um dieses Album handelte es sich nämlich bei dem, was ich gehört hatte) zurück in den Schrank wanderten. Die hervorragende Klangqualität der Aufnahmen erklärt sich übrigens damit, das Central-Park-Keyboader Jochen Scheffter und -Schlagzeuger Artur Silber zeitgleich mit der Bandgründung 1983 ein professionelles Tonstudio zu betreiben begannen.
Aber - 2 Euro ins Phrasenschwein - unverhofft kommt oft, und im Jahre 2005 fand sich die Band wieder zusammen, nahm 2006 ein neues Stück und eine Promo-DVD auf, trat live beim Theatron Festival auf und veröffentlichte schließlich das schon vor 17 Jahren fertiggestellte, durch weitere Aufnahmen aus den Jahren 1986-1989 ergänzte Album: "Unexpected", übrigens nobel aufgemacht im fetten DigiPak, das nicht nur die Audio-CD, sondern eine DVD mit weiterem Bonus-Material beherbergt.
Die ersten vier Stücke der CD, wohl die erste LP-Seite, bieten den oben schon beschriebenen melodischen Power-Rock mit Prog-Elementen, den die Band selbst auf ihrer Homepage als "Hard Prog" bezeichnet (die Musik rockt zwischendrin zwar ganz ordentlich, wird allerdings nie zu dem, was ich unter "hart" verstehen würde). Die Rhythmik ist dabei eher geraderaus gehalten, die Stimmung sind mal balladesk-melodisch, mal bombastisch-hymnisch, in "Face The Space" mit einem kraftvollen instrumentalen Zwischenteil, der deutliche Erinnerungen an Saga wachruft.
Auffälligster Akteur unter lauter klasse Instrumentalisten ist dabei - was aber auch in der gesangslastigen Natur der Musik liegt - Heiko Möckel, der tonsicher und variabel die verschiedenen Stimmungen der Musik mit seiner kraftvollen Stimme auslebt (ein Vergleichspunkt zur Art und Qualität seines Gesangs, aber auch von der Stimme selbst her ähnlich, ist Phil Griffith von Alias Eye). "Recycling" und "Sleep on Mr. President" gemahnen mit ihren mehrstimmingen Arpeggio-Passagen stellenweise an die frühen Genesis, während ersteres obendrein einen schwebenden "Bombast-Blues"-Solo-Teil mit schwerem Rhythmus und elegischen Orgel-Akkorden besitzt, der Pink-Floyd-Feeling verstreut, bevor Genesis ihr Haupt wieder rühren.
Höhepunkt des Album ist aber das fünfteilige "Don't Look Back", eine Art Mini-Rock-Oper, die - das glaube ich zumindest herauszulesen - eine Variation des Orpheus-Mythos musikalisch verarbeitet. Teil 1, "Transcend", ist eine Art Ouvertüre, die Themen der Suite einführt und variiert und großteils von Jochen Scheffter solo am Klavier in eindrucksvoller klassischer Spielweise bestritten wird. Als Kontrast dazu fetzt anschließend "Blame The Fate" mit druckvollem, treibenden Rhythmus à la ELP los und endet in einen Bombast-Teil mit leichten Yes-Referenzen. Mit "The Rule" wird's dann fast musicalartig, in einem sanften Duett zwischen Möckel und Gastsängerin Dagmar Hellberg (in eher klassisch orientierter Stilistik), die allerdings gelegentlich in ihren Linien leicht überfordert wirkt. Wieder im Kontrastprogramm zum Vorhergehenden bricht in Teil 4, "Descent", ersteinmal das musikalische Chaos in Form freier Improvisation aus, bevor die Band für die zweite Hälfte der Nummer in einen flotten Jazzrock-Groove fällt, der ein virtuos-schräges Gitarrensolo beherbergt. "Elegy" schließt "Don't look back" schließlich wieder hymnischer und gegen Ende reichlich bombastisch ab.
Die folgenden Nummern, sowohl das frisch 2006 aufgenommene "Silent Garden" als auch die älteren Stücke aus der ursprünglichen Zeit der Band, schließen mehr oder weniger nahtlos an die Stilistik der ersten vier Nummern an, mit der offensichtlichen Ausnahme der "Drumtasy", die natürlich ein Vehikel für Artur Silbers Schlagzeugkünste ist, vergleichbar mit Carl Palmers Soloausflügen bei ELP.
Die DVD beinhaltet zuerst vor kleinem Publikum im - riesigen - Probenraum der Band mitgeschnittenen Auftritt vom März 2006, bei dem drei Stücke aufgenommen wurden. Obwohl nur mit zwei Kameras produziert, handelt es sich dank vieler raffinierter Einstellungswechsel zwischen mehreren Aufnahmen jedes Stückes um ein überaus professionell aussehendes 20-Minuten-Video. Nur die Ausleuchtung ist in manchen Momenten etwas dunkler, als ich es mir wünschen würde.
Die folgende Featurette besteht aus Video-Aufnahmen von Schlagzeuger Silber beim ersten großen Probenwochende der Reunion auf einem abgelegenen bayrischen Bauernhof, auf denen man die Band scherzen und erneuten einüben ihrer Stücke beobachten kann. Dazwischen sind historische (Amateur-)Aufnahmen verschiedener Centra-Park-Konzerte aus den 80ern (unverkennbar an den Frisuren abzulesen...) geschnitten, die allesamt erstaunlich gute Bild- und Klangqualität aufweisen und deshalb leider jeweils zu kurz geraten sind. Schließlich gibt es noch einen ebenfalls sehr 80s-artigen Auftritt Playback-Central-Parks in einer Fernsehsendung anläßlich der ersten Münchner Rocknacht zu sehen sowie eine komplette Live-Nummer von eben jener Veranstaltung.
Alles in allem dürften Central Park vor allem für Liebhaber Sagas, der frühen Asia und der Rabin-Yes ein heißer und unverbrauchter Tipp sein. Solche können auf die Punktwertung locker einen Punkt draufschlagen. Und mindestens das 22minüte "Don't look back" sollte auch für Power-Prog-Freunde, die Melodisches ebenso wie Schräges schätzen können, sehr interessant sein.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.8.2006 |
| Letzte Änderung: |
19.8.2006 |
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Das Leben schreibt manchmal eigenartige Geschichten. Die Münchener Band Central Park wurde bereits 1983 gegründet (bei der Namensfindung hatte übrigens Schlagerstar Jürgen Marcus seine Finger im Spiel!), erspielte sich im Livesektor mit ihrer konzertanten Musik nach kurzer Zeit einen ausgezeichneten Ruf im süddeutschen Raum, doch trotz viel versprechender Vorzeichen klappte es leider nicht mit einem Plattenvertrag, so dass man 1989 wieder getrennte Wege ging.
Doch unverhofft kommt oft, so dass man wieder in Originalbesetzung zusammenkam und mit "Unexpected" endlich der erste Longplayer als Digipack mit Bonus DVD (u.a. TV Mitschnitte aus den 80ern, sowie ein kurzer Liveauftritt aus diesem Jahr) vorliegt. Selbstsicher stuft die Band ihren Stil als Progressive Rock ein, doch wird eine entsprechende Erwartungshaltung zu Beginn des Albums erst einmal etwas relativiert.
Die beiden Opener "Face the space" und "Witness of today" bieten bombastisch-sinfonischen AOR mit deutlichem 80er Jahre Touch. Zweifellos souverän und ansprechend eingespielt und produziert, aber auch immer wieder von straighten, fast schon radiotauglichen Rockpassagen durchsetzt. Doch bereits die instrumentalen Passagen lassen erkennen, dass die Wurzeln der Band ebenfalls in die progressiven 70er zurückgehen. Spätestens mit dem dritten Stück "Recycling" folgt eine stilistische Neuausrichtung. Nach einem lyrischen, verträumten Beginn gipfelt das Stück in einem verspielten, sanften Gitarrensolo und setzt damit ein erstes Highlight auf der CD.
Dieses Wechselspiel aus dynamischer Rockmusik und verspielter Komplexität mit einem hohen Maß an Melodik setzt sich auch im weiteren Verlauf des Albums durch, wobei die Schlagseite sich immer mehr Richtung Progressive Rock verlagert, die Stimmungen insgesamt eine Spur melancholischer, dramatischer angelegt sind.
Auch wenn Central Park mehr auf Arrangements und Sounds der 80er setzen, kommen die Songs auf "Unexpected" durchaus sympathisch wuchtig und keineswegs zu angetagt aus den Boxen. Zu welchem Variationsreichtum und spielerischer Vielfalt die Band in der Lage ist, beweist sie vor allem im grandiosen, rund 22-minütigen Longtrack "Don't look back". Genesis-artige Passagen, klassische Einfälle, aber auch experimentelle Klangcollagen sorgen für einfallsreiche Dynamik- und Spannungswechsel und unterstreichen die spielerische Klasse der Band.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
7.12.2009 |
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