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24841 Rezensionen zu 17016 Alben von 6633 Bands.
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Maxwell's Demon

Diablo

(Tipp des Monats 3/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: instrumental; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Craig Beebe Keyboards
John Galbraith Guitars
Chris Johnson Basses
Jeff Martinov Drums, Percussion

Gastmusiker

Colin McAllister Classical Guitar
Emily Packard Violin
Hande Erdem Violin
Lauren Elledge Viola
Heather Vorwerck Cello

Tracklist

Disc 1
1. Mirage 5:47
2. Comedown seduction 2:34
3. Imbroglio I 1:12
4. Celexa 2:14
5. Deceptive cadence 2:51
6. Crash 3:02
7. Imbroglio II 3:25
8. Arzamas revisited 2:22
9. Breathe 2:36
10. No Jesus 3:00
11. Imbroglio III 1:12
12. 225 piece jigsaw 5:39
13. Old tapes 5:42
14. Mirage immanent 5:02
15. Avarice Atoned   (Bonustrack) 7:05
Gesamtlaufzeit53:43


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 4)


Fast 10 Jahre haben Craig Beebe und John Galbraith gebraucht, um den Nachfolger von "Prometheus" einzuspielen. Im Spätherbst 2009 war es dann soweit. Mit "Diablo" legten Maxwell's Demon ihren zweiten Tonträger vor. Und gemäß dem alten Sprichwort "Gut Ding will Weile haben" ist "Diablo" ein sehr gutes Album geworden.

Ein paar Dinge haben sich seit dem Erscheinen von "Prometheus" verändert. Beebe und Galbraith haben z.B. ihre Band um einen Bassisten erweitert, für Jim Waters bearbeitet nun Jeff Martinov das Schlagzeug und Galbraith verzichtet weitestgehend auf das Flötenspiel. Dafür haben Maxwell's Demon für "Diablo" ein Streichquartett und einen klassisch ausgebildeten Akustikgitarristen engagiert. Ansonsten bearbeiten die Bandmitglieder wieder eine umfangreiche Ansammlung von Tasteninstrumenten, E-Gitarren, Bässen und Perkussionsinstrumenten, die im Beiheft minutiös aufgelistet sind.

Das Album ist in drei jeweils durchgehende Sessions gegliedert, die die Tracks 1-5, 6-11 und 12-14 umfassen. Track 15 - "Avarice Atoned" - ist der Beitrag von Maxwell's Demon für das Album "Purgatorio", einem (bisher offenbar noch nicht veröffentlichten - stand Frühjahr 2010) Teil der Colossus-Multibandprojekte (über Dantes "Divina Comedia" - siehe auch "Dante's Inferno - The Divine Comedy Part I"), und wurde hier als Bonus beigefügt. "Diablo" besteht somit aus drei suitenartigen Longtracks und dem Bonusstück, das aber auch als abschließender Epilog sehr gut funktioniert.

Diverse "antiquierte" Tastenklänge bestimmen die Musik, eine Hammond B3, ein Mellotron 400, ein Minimoog, ein Oberheim OB-Xa, ein Roland Jupiter 6, klanglich erweitert durch diverse analoge Module und Effektgeräte. Dazu kommen fast gleichberechtigt Galbraiths verschiedene Gitarren und schließlich die Rhythmusabteilung, wobei sich Schlagzeuger Jeff Martinov ab und zu auch an der Marimba in Szene setzt. In den ersten beiden Sessions wird die Band klangprägend vom Streichquartett unterstützt, was dann eine recht eigene, sehr gelungene Melange aus zeitgenoessisch-klassischem Gefiedel, elektronisch-akustischen Klangmalereien und kantig-komplexem Prog ergibt. Gesungen wird nicht.

Kantig-komplexer Prog ist vielleicht auch eine passende Kurzcharakterisierung der auf "Diablo" zu findenden Musik. Wie schon auf "Prometheus" wird hier Retroprogressives mit modernen Ansätzen verbunden, was dann eine ganz eigene und neuartige Mischung ergibt. So richtig retro klingt diese Musik dabei gar nicht mehr. Retro ist wohl eher der Ansatz der Musiker, angelehnt an die großen Produktionen der 70er Jahre etwas Vergleichbares zu schaffen, mitunter auch mit den gleichen Klangerzeugern. Das Ergebnis klingt dann aber durchaus modern. Es werden keine der eben angedeuteten Vorbilder kopiert, auch keine 70er-Jahre-Versatzstuecke zitiert, sondern mit eigenen Mitteln ein zeitgenössischer progressiver Rock mit sehr eigenen Charakter kreiert.

Komplex und kantig, ich wiederhole die Adjektive nochmals, wird hier musiziert. Die verschiedenen Instrumentallinien sind kompliziert miteinander verwoben, krumme Takte beherrschen das Geschehen und mitunter wird es auch einmal heftig oder schräg. Kürzere jazzige Einlagen lockern das Ganze auf, es gibt ein paar canterbureske Spuren (Galbraiths Spiel erinnert mitunter an das von Phil Miller), einige rein akustische Zwischenspiele (Streicher, Marimba, Akustikgitarre), verschiedene leicht crimsoneske Momente, wenige minimalistisch-repetitive Ausflüge und ab und an schielen Anglagard zaghaft um die Ecke. Im abschließenden "Avarice Atoned" greift Galbraith doch noch einmal zur Querflöte (was er auf "Prometheus" noch sehr häufig getan hat) und sorgt in dem sonst eher düsteren und sperrigen Stück für ein fast pastorales Zwischenspiel.

"Diablo" ist ein spannendes und hochinteressantes Album mit modernem, retroorientierten Instrumentalprog, welches allerdings einige Hördurchläufe braucht, um sich zu entfalten. Dabei ist das Gebotene nie wirklich wüst oder schräg, aber doch so vertrackt, dass es einige Zeit dauert, bis sich die Gehörwindungen daran gewohnt haben. Was ich schon zum Erstling der Band schrieb, kann ich nur mit Nachdruck wiederholen: Meine Empfehlung für Retroprog-Abenteurer, die keine Abneigung gegen Kanten und Ecken haben!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.2.2010
Letzte Änderung: 1.2.2010
Wertung: 12/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 4)


Diese CD kann ich nur begrüßen: Guten Tag, liebe CD!

Okay, ich kann sie doch nicht nur begrüßen, sondern auch loben, was sie wirklich verdient hat. Wenn man sich beim Hören öfters an Änglagard erinnert fühlt, dann gibts gute Gründe dafür. Der häufige Kontrast zwischen leisen und lauten Passagen, der Hang zum Mellotron, eine gewisse sanfte Schwermut, die klassische Ausgereiftheit, die das Ganze ausstrahlt, die Linien, in denen die Instrumente manchmal geführt werden - man findet so einige Parallelen (übrigens wohl auch zu Schicke, Führs, Fröhling).

Es gibt also eine Menge Rückwärtsbezüge auf dem Album, teilweise direkt zurück in die 70er, teilweise mittelbar über die 90er, die ja inzwischen ebenfalls ganz schön lange her sind. Und man könnte deshalb vielleicht auch einfach sagen: Das ist die Platte, die Wobbler bislang noch nicht zustande gekriegt haben.

Diablo ist ein Album, das "schön" klingt, obwohl es mit relativ viel "schrägen" Klängen angereichert wurde. Die Musik ist keine Rechenaufgabe, sie fühlt sich gut an, aber sie befriedigt auch das Verlangen nach ein paar neuen Ideen. Wunderbar finde ich außerdem, dass das Ganze nicht durch irgendeinen suboptimalen Gesang verhunzt wurde.

Also, wie gesagt: Ich kann diese CD nur begrüßen und ich würde ihr gerne anerkennend auf die Schulter hauen, wenn ich bloß wüsste, wo bei einer CD die Schulter ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.3.2010
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Ich würde das Album als Kombination aus Retroprog und Avantprog bezeichnen. Modern klingt das, was ich höre, zwar nicht gerade, dafür aber ziemlich zeitlos spannend und in der Ausführung richtig gut gemacht. Bei der Einordnung in den Retroprog sollte man allerdings besser King Crimson, Änglagard oder auch Canterbury-Bands und vielleicht noch Gentle Giant assoziieren als Genesis, Yes oder Camel. Mit Retroprog-Veteranen wie Spock's Beard oder den Flower Kings hat der Sound auf Diablo auch ziemlich wenig zu tun. Das Avantprog- bzw. kammermusikalische Element ist bei Maxwell's Demon einfach deutlich stärker ausgeprägt.

Die kratzig-schrägen Anteile brechen dabei z.T. schon recht unvermittelt über den Hörer herein. Sehr schön kommt auch immer wieder der warme Vintage-Sound, gerade im Keyboard-Bereich. Fehlende Gesangsmelodien führen bei Diablo keinesfalls zu Langeweile, sondern die Abwechslung zwischen, ja, kantigen, z.T. fett rockenden Retroparts und schrägen, z.T. kammermusikalischen Avant-Ausflügen lassen beim aufgeschlossenen Hörer die Spannung nicht nachlassen.

Diablo ist ein sehr gutes, kontrastreiches Album geworden. Ich kenne das Debut von Maxwell's Demon nicht, aber was auf Diablo geboten wird, klingt schon ziemlich ausgereift. Für den stärker am harmonischen Wohlklang orientierten Retrofan könnte Diablo aber vermutlich im Ganzen zu anstrengend, zu sperrig geraten sein.

Für mich ist es aber gerade die richtige Mischung!

Anspieltipp(s): Mirage (gibt die Richtung vor)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2010
Letzte Änderung: 23.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 4)


Dass ich das noch erleben darf! "Diablo" ist ein ganz erstaunliches Album! Es hält, wie meine Vorredner ganz treffend geschrieben haben, genau die Waage zwischen klassischem Prog und Avantgarde, ohne dabei je unhörbar zu werden. Kantig, sicher, aber alles bleibt in dem Rahmen, in dem sich etwa auch der zu Recht hochgelobte Dan Britton mit seinen Projekten Deluge Grander, Birds and Buildings und Cerebus Effect bewegt, wenn auch nicht ganz so retro: Achim hat ganz Recht, wenn er schreibt, "Es werden keine der eben angedeuteten Vorbilder kopiert, auch keine 70er-Jahre-Versatzstuecke zitiert, sondern mit eigenen Mitteln ein zeitgenössischer progressiver Rock mit sehr eigenen Charakter kreiert." Klar, es sind einige recht betagte Sounds zu hören, von gefälligem Gewobble ist die Scheibe allerdings ebenso weit entfernt wie vom allmählich müde gewordenen amerikanisch-schwedischen Retro-Prog-Mainstream. Nein, von letzterem ist sie definitiv noch weiter weg. Dazu fehlt "Diablo" einfach alles Schmeichlerisch-Einlullerische, alles Anpasslerische.

Das ist keine Scheibe für Leute, die Platten nur deshalb kaufen, um sich von ihrer "neuen" Musik in ihrem Geschmack lediglich bestätigen zu lassen. Hier wird vom Hörer die Lust eingefordert, sich überraschen zu lassen. Damit ist die Scheibe eigentlich genau richtig für diejenigen, die die (auch in den anderen Rezensionen) angesprochenen Bands mögen: Wer den Namen unseres Genres ernst nimmt und sich musikalisch ein bisschen weiterentwickeln will, sollte sich ruhig mal von dieser höchst vergnüglichen Platte herausfordern lassen: Es gibt viel zu erleben!

Anspieltipp(s): Ganz hörn! Tscheggedaut!
Vergleichbar mit: Deluge Grander, Birds and Buildings, Cerebus Effect, Esperanto
Veröffentlicht am: 10.3.2010
Letzte Änderung: 11.3.2010
Wertung: 12/15
Schließe mich Christian an: Für mich ist es genau die richtige Mischung! Ein Volltreffer unserer Tipp-Redakteure.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Maxwell's Demon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Prometheus 10.00 4

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