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Reflexionen zum Progressive Rock (16.11.2017)
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White Willow

Ignis Fatuus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995 (Reissue 2013, Termo Records)
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg
Label: Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jan Tariq Rahman Keyboards, Blockflöten, Krummhorn, Kantele, Sitar, Bass Pedals, Bass, Gesang
Tirill Mohn Violine, Gitarre
Audun Kjus Flöte, Dudelsack, Bodhran, Gesang
Sara Trondal Gesang
Eldrid Johansen Gesang
Jacob C. Holm-Lupo Gitarren, Bass
Alexander Engebretsen Bass
Erik Holm Schlagzeug, Perkussion
Pal Sovik Schlagzeug, Perkussion

Gastmusiker

Carl Michael Eide Schlagzeug, Perkussion (Track 10)
Steinar Hauderud Kontrabass (Track 6)
Eivind Opsvik Bass (Track 4)
Tov Ramstad Cello (Track 6)
Erlend Saeverud 12-Saitige Akustische Gitarre (Track 7)
Henning Eidem Schlagzeug, Perkussion (Track 5)
Susanna Calvert Akustische Gitarre (Track 5)
Kjell Viig Countertenor (Track 3)

Tracklist

Disc 1
1. Snowfall 6:34
2. Lord of Night 7:11
3. Song 2:04
4. Ingenting 3:15
5. The Withering of the Boughs 7:15
6. Lines on an Autumnal Evening 4:54
7. Now in these Fairy Lands 5:29
8. Piletreet 1:47
9. Till he arrives 3:30
10. Cryptomenysis 11:40
11. Signs 2:06
12. John Dee's Lament 11:21
Gesamtlaufzeit67:06
Disc 2
1. Lord of Night (live)   (Bonus-CD, Termo-Version) 6:50
2. Grankvad (demo) 6:15
3. In the eye (outtake) 2:12
4. Snowfall (demo) 3:09
5. Till he arrives (demo) 3:26
6. Det Omvendte Baeger (outtake) 11:54
7. Moonchild (demo) 3:00
Gesamtlaufzeit36:46


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Eine weitere bemerkenswerte Formation aus Skandinavien. Zu den oben angegebenen Musikern (der Schlagzeuger wollte anonym bleiben) kommt noch eine etwa gleich große Anzahl von Gastmusikern. Stärker noch als andere skandinavische Prog Formationen sind White Willow in ihrer heimatlichen Folklore verwurzelt. Akustische Instrumente (ak. Gitarre, Flöte, Violine) dominieren, die Keyboards dienen mehr der atmosphärischen Untermalung, als sich in den Vordergrund zu drängen. Vor allem wenn das Mellotron einsetzt (stets ohne Bombast), klingt es ein bisschen nach dem Geist der frühen Siebziger, etwa Genesis' "Trespass". Nur gelegentlich kommt es zu zaghaftem Einsatz elektrischer Gitarre.

Manchmal klingt es auch nach Musik der Renaissance (das Zeitalter, nicht die Band), so in dem kurzen Stück mit dem schlichten Titel "Song", in dem das Krummhorn ausgiebig eingesetzt wird. Die vermeintliche Gastsängerin mit der schönen Altstimme entpuppt sich nach einem Blick ins Beiheft der CD als Mann (Countertenor).

Auch wenn durch das ganze Album hindurch die typisch nordisch-melancholische Stimmung vorherrscht und die Musik fast immer in gemächlichem Tempo gehalten ist, wird es nie eintönig oder gar langweilig. Wer allerdings auf härtere Töne steht, wird mit White Willow wohl nicht so viel anfangen können.

Anspieltipp(s): Lord of Night, John Dee's Lament
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2002
Letzte Änderung: 25.11.2004
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


"We really honestly thought that we'd release the album, get a few copies made so that we'd be able to give it to our parents, our relatives and best friends, and that would be the end of it. ... there wasn't even a band at that point. We were just a bunch of friends making music together."

So äußert sich Jacob Holm-Lupo 20 Jahre nach dem Beginn der Aufnahmen zur Entstehung des Debütalbums von White Willow. 1993 war das und die Band, die offenbar gar keine war, existierte erst ein knappes Jahr. 1995 wurde "Ignis Fatuus" ("Irrlicht") dann von The Laser's Edge veröffentlicht. Die Scheibe war im neuen Jahrtausend bald vergriffen, auch wenn man die CD im Gebrauchthandel noch recht problemlos finden konnte. Nachdem das Album 2008 schon als Doppel-LP (mit einem Bonustrack) wieder aufgelegt worden war, gibt es nun auch eine neue CD-Auflage. Wie schon die LP ziert die Scheibe ein neues Cover und es gibt eine Bonus-CD.

Auf dieser ist ein aus dem Jahre 1995 stammender Livemitschnitt des Albumtracks "Lord of Night" zu finden (aufgenommen offenbar beim Progfest), dann 4 Nummern von den ersten beiden Demos der Gruppe (zwei davon sind in der finalen Version auf dem Album zu finden) und zwei Stücke, die aus den Albumsessions stammen, damals aber nicht berücksichtigt wurden. Von diesen ist vor allem das lange "Det Omvendte Baeger" von Interesse (das auch schon auf der oben erwähnten LP-Version als Bonus zu finden war), steht das Stück doch den beiden Langnummern des regulären Albums nicht nach, bietet recht interessante Klarinetteneinlagen, eine getragen-düstere Atmosphäre und umfangreichen Tasteneinsatz. Nur Jan Tariq Rahmans oft etwas daneben liegender Gesang trübt leicht den sehr positiven Eindruck, doch zumindest singt er in seiner Muttersprache. Das kurze "In the eye" ist dagegen eine entspannte Folknummer vorgetragen von Akustikgitarre, Flöte, Kontrabass und wieder Rahman, der nun aber Englisch singt.

Die Demos sind von erstklassiger Klangqualität und kommen etwas rauer und unrund aus den Boxen. Doch ist zumindest das nicht auf dem Album auftauchende "Grankvad" eine interessante Ergänzung. Das abschließende Crimson-Cover gibt dann einen klaren Hinweis auf die Einflüsse von (zumindest dieser Besetzung von) White Willow. Folkig-Medievales und klassischer Prog à la frühe Crimson prägt die Musik auf "Ignis Fatuus", allerdings nur die elegisch-lyrischen Hervorbringungen der Briten, Songs wie z.B. "I Talk To The Wind", "Cadence And Cascade" oder eben dem Anfang von "Moonchild". Doch entwickeln White Willow aus diesen Ingredienzien und viel Eigenem eine sehr spezifische Klanwelt.

Tasten bestimmen den Sound von "Ignis Fatuus" (Jan Tariq Rahman bedient fast ein Dutzend Tasteninstrumente, darunter auch ein Mellotron), dazu kommen meist akustisches Geklampfe, Flöten, Gestrichenes, Bass, recht viel Perkussion und allerlei Gesang. Gesungen wird meist (leider), zumindest von den Damen, in Englisch. Nur Rahman betätigt sich ab und zu in Norwegisch (in "Ingenting" z.B.), was der Musik gleich einen sehr viel eigeneren Charakter verleiht. Ein eher getragen voranschreitender, verspielter und reich instrumentierter Retro-Folkprog ist auf "Ignis Fatuus" zu hören, der nur bisweilen in etwas dynamischere oder gar sperrigere Gefilde gerät. Wie Holm-Lupo im Beiheft erwähnt, waren es die Macher von The Laser's Edge, die die Band baten es doch ab und zu etwas krachen zu lassen oder Tempo zuzulegen. Und in der Tat gibt es ab und zu etwas härtere Ausbrüche (wie z.B. in der Mitte von "Lord of Night"), die auf gelungene Weise für Abwechslung sorgen.

"Ignis Fatuus" ist ein durchweg gelungenes, leider etwas in Vergessenheit geratenes Debüt mit sehr eigener Atmosphäre, das man sicher zu den bedeutenden Alben der ersten Retroproggeneration nicht nur aus Skandinavien zählen muss. Nach dem Erscheinen des Albums und nachdem man sich recht erfolgreich live betätigt hatte, fiel die erste Inkarnation von White Willow im Richtungsstreit auseinander. Zwei Jahre später erstand die Band um Jacob Holm-Lupo neu, offenbar weitestgehend auf Initiative des Änglagard-Schlagzeugers Mattias Olsson. Somit stellt "Ignis Fatuus" ein Unikat in der White-Willow-Geschichte dar, ein Einzelstück, entstanden in einem Zeitraum von 2 Jahren, an dem über ein Dutzend Musiker beteiligt waren, das aber trotzdem erstaunlich geschlossen und stimmig aus den Boxen kommt. Die nun erschienene Neuausgabe sei somit jedem empfohlen, der eher gemächlichen, skandinavisch-getragenen Retroprog schätzt und das Album noch nicht sein eigen nennt. Zudem erfährt man nun endlich, wer das Schlagzeug bedient hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.8.2013
Letzte Änderung: 21.11.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von White Willow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 Ex Tenebris 8.50 2
2000 Sacrament 11.67 3
2004 Storm Season 11.50 2
2006 Signal To Noise 8.50 2
2011 Terminal Twilight 11.00 2
2017 Future Hopes 10.00 1

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