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Carmen

Fandangos in Space

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Latin
Label:
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

David Allen vocals, guitar
Roberto Amaral vocals, vibraphone, footwork, castanets
Angela Allen vocals, mellotron, synthesizer, footwork
John Glascock bass
Paul Fenton drums

Tracklist

Disc 1
1. Bulerias

1. Cante
2. Baille
3. Reprise

1:44
2. Bullfight 4:48
3. Stepping Stone 2:52
4. Sailor Song 5:15
5. Lonely House 4:08
6. Por Tarantos 1:44
7. Looking outside (My window)

1. Theme 1:56
2. Zorongo 1:17
3. Finale 4:09

8. Tales of Spain 5:20
9. Retirando 2:13
10. Fandangos in Space 4:33
11. Reprise 3:00
Gesamtlaufzeit42:59


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 2)


Gibt oder gab es - außer Carmen - eigentlich noch eine Gruppe, die sich dem speziellen Genre des "Flamenco-Prog" verschrieben hat? Dann ließe sich in die "Vergleichbar"-Zeile vielleicht ein besserer Name eintragen als der von Jethro Tull. Ein bißchen Ähnlichkeit hat Carmen aber in der Tat mit dieser Gruppe, allgemein wegen der Folk(lore)-Einflüsse, nicht zuletzt aber auch deshalb, weil Bassist John Glascock später zu Tull wechselte und dort vor seinem frühen Tod an Alben wie "Songs from the wood" oder "Heavy Horses" mitwirkte. Jethro Tull-Fans sollten sich deshalb allerdings nicht blind auf "Fandangos in Space" stürzen. Die Platte könnte ihnen allzu spanisch vorkommen. Und das meine ich wörtlich. Wenn in einer Besetzungsliste Instrumente wie Castagnetten oder gar "footwork" auftauchen, läßt sich die musikalische Richtung bereits ungefähr erahnen. Bei den Bühnenshows der Band wurde diese Richtung durch Tanzeinlagen visualisiert.

Nicht, daß es sich hier um ein reines Folklore-Album handeln würde. Carmen bieten durchaus Rock. Aber die folkloristischen Einflüsse sind durch die Verarbeitung von Flamenco-Elementen stark spürbar. Ist das nun der willkürliche Versuch, auf Teufel komm raus musikalisches Neuland zu betreten oder Musik aus eigenem Recht? Eine Antwort fällt mir nicht leicht. Für meinen Geschmack lassen die Carmen-Kompositionen an Einfallsreichtum, an Komplexität und Raffinesse einiges vermissen. Aber das wäre vielleicht genauso, wenn die Gruppe sich nicht einer "spanischen" Stilistik verschrieben hätte. Insofern haben wir es hier mit einem Produkt zu tun, das auf eine sehr spezifische musikalische Interessenlage zugeschnitten ist: Wer Rock mag und Flamenco liebt (oder umgekehrt) kann hier zuschlagen. Anderen wird sich der Sinn dieser Musik möglicherweise nicht erschließen. Zu den einigermaßen klar zutage liegenden Schwachpunkten des Albums würde ich allerdings den oft recht künstlich klingenden Gesang und überhaupt einen nicht gerade von Saft und Kraft strotzenden Sound rechnen.

Die Platte ist auch mit einem anderen als dem hier abgebildeten Cover erschienen.

7/2001

Anspieltipp(s): Fandangos in Space
Vergleichbar mit: Jethro Tull (ein bißchen)
Veröffentlicht am: 16.4.2002
Letzte Änderung: 16.4.2002
Wertung: 8/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Carmen betraten die Bühne der Rockmusik mit dynamischen Flamencorhythmen, die sich im schmissigen Opener "Bulerias" mit einem griffigen Groove paaren. In feuriger Manier wechselt sich spanischer und englischer Gesang ab. Der Kern der Band stammte aus den USA und hatte sich in England niedergelassen, wobei die Vorliebe für andalusische Rhythmen fast den Anschein erweckt, dass die Band noch ein Standbein in Sevilla hatte.

Im zweiten Titel "Bullfight" kommt bei aller überschäumenden Energie in Form von symphonischem Synthiebombast auch eine progrockige Komponente zum Vorschein, die schön mit dem "Kastagnetten-Groove" harmoniert. Der tonsichere Lead-Gesang paart sich zu jeder Zeit gerne mit einer mehrstimmigen Unterstützung, die in ausgefeilten Harmonien einige West-Coast-Anklänge offenbart. Der Wechsel von stolzem "Ole, ole, ole" und süßlichem "Ba, ba, ba, ba, ba, ba, baaa" wirkt aber ein klein wenig abgedroschen. Allgemein kann der Hörer in den Kompositionen noch den Geist der späten 60er Jahre verspüren, was sich in einem gewissen Hippie-Feeling offenbart.

Die Nummer "Sailor Song" ist demgegenüber im traditionellen Rockgeist verankert und wirkt doch sehr mainstreamig. Gleiches gilt im Grunde auch für den Song "Stepping Stone", wobei hier das Mellotron wieder für einen progrockigen Schimmer sorgt.

Mit dem Flamenco-Progrock spanischer Herkunft, wie er zum Beispiel von Bands wie Triana und Mezquita praktiziert wurde, sind hier kaum irgendwelche Gemeinsamkeiten zu finden. Hierfür zeigen sich Carmen doch zu sehr ihrer angelsächsischen Herkunft verpflichtet und widmen sich in der Ballade "Lonely House" einschmeichelnden Harmonien, die in einem softrockigen Harmoniegerüst verwurzelt sind.

Der kurze Titel "Looking Outside (My Window)" besitzt in seinem emotionalen Überschwang sogar fast schon ein gewisses Hitpotential und klingt wie aus einem Musical entnommen. Vor dem inneren Auge vermag der Hörer beinahe eine ganze Armada Tänzer zu erblicken.

In "Retirando" schleicht sich dann erneut ein getragenes und symphonisches Element ein. Kurzzeitig schwillt hier auch mal der säuselnde Klang eines Mellotrons an.

Insgesamt liegt hier ein hörenswertes Album, das es trotz aller Vorschusslorbeeren aber versäumt, das Genre des Flamenco-(Prog)rocks zu begründen. Meist lassen sich die Kompositionen doch auf ein grundsolides Rockelement zurückführen, was auf der anderen Seite aber ja auch nicht verwerflich ist. Insgesamt haben aber die bereits genannten spanischen Bands den traditionellen Flamenco und symphonische Rockstrukturen authentischer sowie glaubwürdiger miteinander verbunden.

Anspieltipp(s): Bulerias, Retirando
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2007
Letzte Änderung: 21.1.2007
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Carmen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Dancing On A Cold Wind 10.00 1

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