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Areknamés

in case of loss...

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Canterbury; HardRock; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Black Widow
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michele Epifani keys, vocals, composition, arrangement
Antonio Catalano guitar
Simone Pacelli bass
Luca Falsetti drums

Gastmusiker

Carmine Ianieri sax (2,7)
Sara Gentile cello (4,6,7)
Pierluigi Mencattini violin (4)
Cristiano Pomante vibraphone (1,4,7)

Tracklist

Disc 1
1. beached 6:59
2. alone 5:49
3. dateless diary 5:31
4. don't move 5:56
5. a new song 7:31
6. where 5:10
7. the very last number 20:59
Gesamtlaufzeit57:55


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Nach vier Jahren meldet sich die italienische Formation Areknamés wieder mit einem Studioalbum zurück. Dazwischen gab es nur ein Live-Lebenszeichen vom Herzberg-Festival. Zwei Songs, die damals neu vorgestellt wurden, haben es auf das neue Album geschafft (zumindest sind die Titel gleich, ich kenne das Livealbum leider nicht). Areknamés sind mehr denn je das Projekt von Sänger und Keyboarder Michele Epifani, der letztlich das einzig verbliebene Ur-Mitglied ist. Außerdem zeichnet Epifani wieder für Komposition und Arrangement verantwortlich. Kontinuität im Wandel also? Man wird sehen...

Nicht ganz, nicht ganz, möchte man sagen. Areknamés haben sich einen Namen mit hardrockigen Doom-Prog, ganz in der Tradition der 70er Jahre Ikonen Van der Graaf Generator und Atomic Rooster gemacht., So eindeutig ist das bei "in case of loss..." nicht mehr. Das Album beginnt erstaunlich modern und nahezu fröhlich. "beached" ist ein sanfter Rocker, der eigentlich atmosphärisch viel eher in die New Artrock-Ecke schlägt als in die Retro-Prog-Schiene. Während Epifani mit seinem Tastenarsenal natürlich immer noch das Geschehen dominiert, dabei aber eben auch ein paar moderner Klangfarben einfließen lässt, so hält sich der neue Gitarrist doch deutlich zurück. Wo Stefano Colombi noch kompromisslos mit harten Riffs die Songs aufgemischt hat, ist Antonio Catalano um viel mehr Konsens bemüht und spielt nahezu filigran, immer mit einem jazzigen Touch. Nicht von ungefähr klingt die Musik von Areknamés immer noch sehr retro-lastig, aber es kommen nun Klangfarben aus der Canterbury-Ecke, dem Jazzrock und dem Artpop mehr zum Tragen.

Die neu formatierte Rhythmusfraktion spielt solide, aber nicht allzu spektakulär. Gleiches gilt – wie immer – für Epifanis Gesang, der sicherlich nicht ausdrucksstärker, aber vielleicht stimmungsvoller, geworden ist.

Neue Klangfarben kommen auch von den Gastmusikern, die sich mit Saxofon, Streichern und Vibraphon gelungen einbringen und den Arrangements zusätzliche Spannung verleihen. Auch hier dominiert oftmals eine canterburesker Jazz, der sich ideal in die Musik einfügt. So erfahren die Retroprog-Orgien, die hier natürlich immer noch stattfinden – gerade der abschließende Song ist da ein gutes Beispiel (und das nicht nur wegen der Länge) – interessante klangliche Erweiterungen. Wer allerdings gerade die heftigen Doom-Orgien des Vorgängers mochte, wird vielleicht leicht enttäuscht sein, auch wenn immer noch eine ordentliche Portion HardProg geboten wird.

Areknamés bleiben also nicht dem Status Quo verhaftet, sondern entwickeln sich organisch weiter. Die Retroprog-Basis wird nicht verleugnet, aber neue Klangfarben führen die Musik sanft in die Neuzeit. Ein gelungenes Album der Italiener, sicherlich etwas ruhiger als der Vorgänger, aber genauso intensiv. Im Internet habe ich gelesen Michele Epifani wäre der Matthew Parmenter Italiens. Das finde ich eine ganz sympathische Definition.

Das Album kommt in einem hübschen Digipak, ganz in verwaschenen grau-grünen Tönen gehalten. Das Cover und das Booklet zieren Bilder von der Entdeckung eines Wal-Kadavers 1896 in Florida. Wegen der Verletzungen des Wals wurde damals wohl über einen Riesen-Kraken spekuliert, der den Wal getötet haben soll.

Anspieltipp(s): beached, alone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.7.2010
Letzte Änderung: 18.3.2014
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 2)


Auf den ersten Blick sieht das neue Werk von Areknamés etwas unfertig aus: ein Song namens A new song, einer namens The very last number, so etwas würde ich eher Arbeitstitel nennen. Und auch nach dem ersten flüchtigen Drüberhören verstärkte sich dieser Eindruck noch: wo sind diese großartigen doomigen Ausbrüche des Vorgängers geblieben, wo der abwechslungsreiche Einsatz des riesigen Tastenarsenals?

Selten habe ich mich von einem ersten Eindruck so fehlleiten lassen wie hier. Nachdem die Italiener auf ihrem Debut canterburyesken Retro-Prog geboten hatten, um im Nachfolger unvermittelt zu hartem Doom-Prog überzuwechseln, hatte ich mich dazu verleiten lassen anzunehmen, es ginge in ähnlichem Stil wie auf "Love Hate Round Trip" weiter. Aber stattdessen ist es eher ein Schritt zurück und einer zur Seite. Denn hardrockiges wird zwar gelegentlich auch noch geboten (leider ziemlich platt, wenn auch rockend z.B. auf A new song), aber eben bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie auf dem Vorgänger. Dies mag wohl auch an dem neuen Gitarristen liegen, der deutlich variabler zu spielen vermag.

Stattdessen sucht Mastermind Michele Epifani einen neuen Weg, in dem er die Canterbury-Einflüsse des Debuts wieder aufnimmt und weiter ausbaut, indem er sie mit Retro-Prog verbindet. Dabei fährt er sein eigentlich sehr beachtliches Tastenarsenal deutlich zurück, Synthesizer werden verhältnismäßig wenig eingesetzt. Stattdessen kommt häufig ein wunderbar perlendes E-Piano zum Einsatz, mit dem er es schafft, eine verträumte Atmosphäre aufzubauen, auf deren Grundlage die anderen Instrumente die Songs bestreiten. Als neue Klangfarben kommen Saxophone und ein Cello zum Einsatz, denen überraschend viel Raum gegeben wird, die auch schon mal weite Teile der Stücke tragen dürfen.

Wer ein weiteres Album im Stile von "Love Hate Round Trip" erwartet hat, wird überrascht sein. Denn Areknamés bleiben sich auch auf ihrem dritten Album treu, indem sie ihren Stil erneut ändern. Und das Ergebnis gibt ihnen Recht! Also das Album nicht gleich nach dem ersten Hören verteufeln, sondern gebt ihm eine Chance. Es wird wachsen!

Anspieltipp(s): alone, don't move, the very last number
Vergleichbar mit: VdGG meet Hatfield and the North
Veröffentlicht am: 29.12.2010
Letzte Änderung: 29.12.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Areknamés

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Areknamés 11.00 1
2006 Love Hate Round Trip 12.50 4
2007 Live at Burg Herzberg Festival 2007 11.00 1

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