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The Pineapple Thief

Someone here is missing

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Independent / Alternative; New Artrock
Label: K-Scope
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Soord guitars, vocals, programming
Jon Sykes electric and acoustic bass guitars, backing vocals
Steve Kitch keyboards
Keith Harrison drums, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Nothing at best 4:09
2. Wake up the Dead 4:24
3. The State we're in 3:19
4. Preparation for Meltdown 7:27
5. Barely breathing 3:44
6. Show a little love 3:59
7. Someone here is missing 3:53
8. 3000 Days 6:10
9. So we row 8:19
Gesamtlaufzeit45:24


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Da sitz ich in der Sommer-Hitz - und schreibe über Sommer-Hits. Der Pineapple Thief, jahrelang als stilistischer Porcupine-Tree-Ableger verkannt (peinlicherweise auch von mir), legt nach zahlreichen Alben wieder ein neues nach und gibt sich so locker-flockig wie noch nie. "Someone here is missing"? Wer mag hier wohl fehlen? Ist es nur der Mann auf dem Thorgerson-Coverbild, der hinter einer Skulptur aus Zeitungspapier versteckt ist (wurde?), oder ist es der Melancholiker des New Artrock, der sich mittlerweile in gute Laune hineingerockt hat?

Manche Rezensenten gehen schon so weit, dieses Album als das bisher beste des Ananasdiebs zu bejubeln, aber da mag ich mich doch etwas zurückhalten. Das mag daran liegen, dass ich tatsächlich eher der Melancholiker bin. Das muss man vielleicht sein, um sich angesichts der spürbaren guten Laune daran zu erinnern, was für tolle Alben uns diese Band schon vor Jahren geliefert hat: "Variations on a dream" war meisterhaft - und düster. Zugegeben: "Little Man" war düster, aber wenig meisterhaft. Dagegen wurden gerade in den letzten Jahren mit "Tightly unwound" und "What we have sown" zwei Beispiele großartiger (und z.T. düsterer) Klangvisionen dieser Band veröffentlicht, von denen das zweitgenannte von den Schöpfern selbst als Resteverwertung unterschätzt zu werden drohte, doch da haben die BBS zum Glück nachgeholfen (es war hier nämlich mal Tipp des Monats ;-)).

Nun zurück zu den Sommer-Hits. Tatsächlich ist das neue Album für mich zum Sommer-Album geworden, denn es füllt mit seinen 45 Minuten genau den Zeitraum, den ich für meinen sommerlichen Fußweg zum Badesee benötige (und der ohne Musik ziemlich langweilig ist). "Someone here is missing" eignet sich wunderbar als MP3-Hörfutter für diesen Weg: inzwischen assoziiere ich die Songs darauf schon mit den Stellen, an denen mich der Weg vorbeiführt, und die Musik ist nicht so langweilig wie der Weg, auch nach mehreren Wegen und ebenso vielen Durchläufen noch nicht. Das muss ich ihm trotz aller Skepsis mal zugute halten.

Und das liegt an seinem Abwechslungsreichtum. Man hört zwar, dass alle Songs von Bruce Soord stammen, aber trotzdem klingt jeder nach einer kleinen Welt für sich. Viele Songs erinnern - wie es für diese Band nicht anders zu erwarten wäre - an den New Wave der 80er, aber im Gegensatz zu diesem enthalten sie immer wieder kleine Überraschungen: So wird z.B. "Wake up the Dead" nach den Titel-Worten zum Schluss und passend zum Inhalt unvermittelt abgedumpft. Andere Songs variieren ständig ihr Klangbild, z.T. in der Percussion, die mal nach echtem Schlagzeug, mal nach elektronischen Beats und mal nach Mülleimerdeckeln klingt. Soord bemüht sich, seinen Songideen immer jeweils die Klänge zu geben, die heimlich schon in ihnen gesteckt haben mögen, als er sie schrieb, und deshalb wirkt jeder Song so angenehm in sich geschlossen, glaubhaft einerseits und reichhaltig andererseits, denn was von weitem nach durchschnittlichem Wave-Prog klingen mag, enthält in der Feinarbeit doch manche Idee, die alles andere als selbstverständlich ist.

Meine Favoriten sind die längeren Stücke - logisch eigentlich - und davon vor allem "Preparation for Meltdown" (die Worte allein klingen nach Sommer-Hitz), der nach drei lockeren Titeln zum ersten Mal auf diesem Album großes Breitwandsound-Kino bietet, in mehreren Teilen, mit gigantischen Walls of Sound und einem strukturiert einpeitschenden Piano-Akkord, der das alles als roter Faden zusammenhält. Ebenso gut ist der Schlusstrack "So we row": eine Ohrwurm-Vokalmelodie bettet sich in abgehackt harte Gitarrenriffs und Rock-Rhythmen - das ist gelungener melodiöser Prog ohne Kitsch! Auch der rhythmisch überraschende Titeltrack und das fast nahtlos darauf folgende "3000 Days" können durch Abwechslungsreichtum im Aufbau und in der Palette der Klangfarben überzeugen; letztgenannter Song wirkt in den ersten Minuten fast wie eine instrumentale Weiterentwicklung des vorausgegangenen Songs, so dass ich mich gewundert habe, hier auch noch Vocals zu hören. Einzig "In the State we're in" und "Barely breathing" sind etwas zu süßlich ausgefallen - noch dazu sind sie einander ziemlich ähnlich - da kann ich dann schon mal auf meinem Fußweg zum Badesee etwas einnicken.

Anspieltipp(s): Den Schlusstrack zuerst: der wäre mal ein Anlass, sich nur wegen eines einzigen Songs ein Album zu kaufen - haben wir doch früher auch gemacht ;-)
Vergleichbar mit: Depeche Mode, nur als Prog. Auch an Pure Reason Revolution ließe sich denken. Und dass zeitgleich beim selben Label ein neues Anathema-Album erschien, ist sicher auch nicht nur Zufall.
Veröffentlicht am: 11.8.2010
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 10/15

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 2)


Dieses Album von The Pineapple Thief ist wieder eines, das unter der Rubrik 'durch die Lappen gegangen' läuft. Von einem Freund kürzlich darauf aufmerksam gemacht, habe ich erst jetzt die Gelegenheit gefunden, mal reinzuhören.

Schon beim ersten Hören geht das Album voll ins Ohr und nicht wieder raus. Und das mit verhältnismäßig viel Härte. Im Opener 'Nothing at Best' mischen sich harte Gitarrenriffs mit poppigem Schlagzeug und leicht technoiden Synthies. Die weiche melodische Stimme von Bruce Soord fügt sich mit einprägsamen Klängen nahtlos in den Sound ein und gibt einen schönen Kontrast zu den harten Rhythmen. Der erste Song war keineswegs ein 'Ausrutscher', auch das folgende 'Wake Up The Dead' und viele weitere Songs bestechen durch eine für die Band ungewöhnliche Härte. Nur selten gibt es Referenzen an das Vorgänger-Album, wie zum Beispiel in 'The State We're In'. Statt dessen fühlt man sich phasenweise an Nine Inch Nails erinnert, wegen all der elektronischen Spielereien. Das Riff in 'Preparation For Meltdown' könnte gut und gerne aus der Feder von Anathema stammen, das aus '3000 Days' lässt einen an die frühen Jahre von Muse denken. Doch trotz dieser Referenzen ist der eigene Sound der Band immer noch in jedem Song wiederzufinden; die feine Melodieführung und der mehrstimmige weiche Gesang kommt vor allem in der Ballade 'Barely Breathing' zur Geltung, in der die vom Vorgänger-Album bekannte melancholisch-sehnsüchtige Stimmung wieder aufgegriffen wird. Auch der Titelsong 'Someone Here Is Missing' ist einer der ruhigeren Stücke, das vor allem auf Melodik des Gesangs baut. Ziemlich progressiv ist das finale und fast neun Minuten lange 'So We Row', das richtig Lust darauf macht, das Album nochmal zu hören.

'Someone Here Is Missing' ist längst nicht so harmonisch und melancholisch wie der Vorgänger 'Tightly Unwound'. Dafür ist das neue Album deutlich lauter, sperriger, und damit aber auch vielseitiger. Die Songs gehen gut ins Ohr, sind zum Teil fast schon tanzbar, und die Live-Shows der Band werden sicherlich durch Songs wie 'Show A Little Love' oder dem schon eingangs erwähnten 'Nothing at Best' deutlich bereichert und an Fahrt gewinnen. Mit unglaublich großer Dynamik und Vielseitigkeit ist dieses Album mit Sicherheit eines der Besten, das die Band bisher hervorgebracht hat. Unbedingt empfehlenswert!

Anspieltipp(s): 'Show A Little Love', 'So We Row'
Vergleichbar mit: Anathema, PRR, Demians
Veröffentlicht am: 19.7.2012
Letzte Änderung: 18.7.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Abducting the unicorn 12.50 2
2002 137 10.00 2
2003 Variations on a Dream 12.00 2
2005 10 stories down 10.00 2
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2006 Little Man 12.00 2
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2016 Your Wilderness 8.00 2
2017 Where We Stood 11.00 1

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