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King Crimson

THRaKaTTaK

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996
Besonderheiten/Stil: improvisiert; live
Label: DGM
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Robert Fripp Gitarre
Adrian Belew Gitarre
Tony Levin Bass
Trey Gunn Warr Guitar
Bill Bruford Schlagzeug
Past Mastelotto Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. THRAK 2.20
2. Fearless And Highly THRaKKed 6.35
3. Mother Hold The Candle Steady While I Shave The Chicken's Lip 11.18
4. THRaKaTTaK Part I 3.42
5. The Slaughter Of The Innocents 8.03
6. This Night Wounds Time 11.16
7. THRaKaTTaK Part II 11.08
8. THRAK reprise 2.52
Gesamtlaufzeit57:14


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Tja, was soll man zu einer Platte schreiben, zu der die einen sagen, daß sie keine CDs anhören, von denen sie Kopfweh bekommen, wohingegen andere meinen, es sei das beste, was diese Band in zwanzig Jahren, wenn nicht überhaupt jemals veröffentlicht habe?

Dabei fängt alles so harmlos an: Mit schönen atmosphärischen Soundscape-Klängen aus Robert Fripps (der "King Crimson"-Mastermind) Gitarren-Synthie. Aber wenn dann urplötzlich das THRAK-Gewitter losbricht, trösten auch die Soundscape-Schwebungen, die im Hintergrund immer noch zu vernehmen sind, wenig. Dieses ungelenke, plumpe Brachialriff läßt den unvorbereiten Hörer Schlimmes hoffen, für Crimson-Kenner bietet es nur den kunstvollen Kontrast zu dem, was jetzt kommen wird.

'THRaKaTTak' besteht aus einem Zusammenschnitt verschiedener freien Improvisationen, die "King Crimson" auf ihrer vorletzten Tournee allabendlich im Mittelteils des Stücks 'THRAK' zelebrierten. Treu der Idee, zu versuchen herauszufinden, wie eine Stunde ununterbrochenen 'THRAKens' klingen würde, wurden sechs solcher Impros, jeweils zwischen ca. vier und elf Minuten lang, zusammengestellt- und geschnitten; das ganze wird eingeleitet und abgeschlossen vom eigentlichen, schon erwähnten 'THRAK'-Riff.

Dem holpernden Rhythmus und bösest verzerrten Sound dieses Riffs folgen die größtenteils umso leiseren und diffizileren Kollektiv-Improvisationen. Adrian Belew und Robert Fripp, die beiden Gitarristen bedienen hauptsächlich die Gitarren-Synthies, wobei Belew eine Vorliebe für einen leicht verfremdeten Piano-Sound erkennen läßt, wohingegen Fripp die Intros meist mit flächigen, streicherähnlichen Soundscapes einleitet, aber auch oft zu seinem so typischen trompetenartigen, klirrenden Gitarrensound übergeht. Bassist Tony Levin, eigentlich ein Bassklang-Ästhet sondergleichen (siehe seine Arbeit mit Peter Gabriel und vielen anderen) krächzt und knarrzt auf dem elektrischen Standbaß, und Trey Gunn bedient die Warr-Guitar. Die beiden Schlagzeuger, Pat Mastelotto und Bill Bruford, bearbeiten akustisches (ob mit Stöcken oder Besen) und elektrisches (oft marimba-artig klingendes) Schlagwerk.

Aber wahrhaft faszinierend an dieser Platte ist, wie sehr die Kommunikation zwischen diesen Musikern auf der Bühne funktioniert. Alle scheinen, obwohl vollkommen frei improvisiert wird, immer im gleichen Rhythmus zu schwingen. Und alleine wie sie sich im elfminütigen 'Mother Hold The Candle Steady While I Shave The Chicken's Lip' die Klang-, Rhythmus- und Struktur-Ideen gegenseitig zuwerfen, aufnehmen und entwickeln, ist faszinierend und für mich einer der höchsten Ausdrücke von Musikalität. Immer wieder drängen und ziehen alle sechs Mitspieler wie von Geisterhand geführt in die gleiche musikalische Richtung: ist schon Eben noch weben sie sanfte Klangteppiche, auf einmal gibt irgendwer einen rhythmischen Notenballen vor, da greift das Schlagzeug schon die heftigere Stimmung auf und wird dabei vom Baß unterstützt, bis sich plötzlich alle wieder eine lockere Pause gönnen, die von einem schweren Rhythmus abgelöst wird, der in wildes Gitarren-Gekreische mündet, um dann eine frühere Idee wieder aufzunehmen usw.

Und die anderen Nummern stehen dieser in keiner Weise nach. Genial ist auch, wie keiner der Musiker versucht, sich mit selbstverliebtem technischem Genudel in den Vordergrund zu spielen, sondern alle an einem Strang ziehen und dennoch ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Hier gibt es keine musikalischen Macho-Posen, und trotzdem viel Mut zu Musik.

Und so gibt es in jedem Abschnitt so viel zu entdecken, so viel Struktur im scheinbaren Chaos, daß man mit dem Hören kaum nachkommt. Natürlich ist diese Platte zu hören keine Beschäftigung zum Sonntags-Kaffee; man muß schon den Willen und die Zeit haben, genau und intensiv zuzuhören, um die Schönheit dieser Musik zu entdecken. Es gibt sanftes Schweben genauso wie wüsten Krach oder heftige - aber immer elegante - Rhythmen (insbesondere was Bill Bruford mit seinem Schlagzeug anstellt, ist einfach eine Klasse für sich; nie besonders spektakulär, aber kreativ und innovativ). Und da es große Teile lang, eigentlich immer, ziemlich atonal zugeht, ist das ganze auch nichts für Freunde schöner Melodien, genauso wenig wie für Sucher nach einem fetten Groove, einem geilen Riff oder dem Refrain zum Mitgröhlen. Song-artige Strukturen wird man auf 'THRaKaTTaK' vergeblich suchen. Diese Musik kann man kaum beschreiben, man muß sich auf sie einlassen; aber ein intensives, aufregendes Hörabenteuer kann man hier immer finden.

Anspieltipp(s): Mother Hold The Candle Steady While I Shave The Chicken's Lip
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2002
Letzte Änderung: 22.5.2002
Wertung: 10/15

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Von: Michael Weinel @ (Rezension 2 von 2)


Da hat Udo recht: Was soll man zu einem solchen Album schreiben? Hier gilt wie kaum anderswo: Man kann es nur lieben oder hassen - Gleichgültigkeit lässt es nicht zu.

Zugegeben: Selbst ich als offizieller Krach-Möger finde es nur selten möglich, die CD komplett am Stück zu hören. Dafür ist sie einfach zu abgedreht. Aber häppchenweise liebe ich die Scheibe! :-)

Also, wer neugierig ist, wie es wohl klingt, wenn sechs Spitzenmusiker mal so völlig "ins Blaue" spielen, darf ein Ohr riskieren. Wer allerdings Wert legt auf so was Banales ;-) wie Songstrukturen, Harmonien oder Melodien, liegt hier völlig falsch.

Übrigens: das THRAK-Riff in der Studioversion klingt harmlos gegenüber dem Soundgewitter, das einem hier entgegenbrüllt (insb. THRAK Reprise - wow!)... *g*

Fazit: definitiv Geschmackssache, aber wer offen für Neues ist, sollte auf jeden Fall mal reinhören, falls sich die Gelegenheit bietet!

So ist auch die Bewertung höchst subjektiv zu sehen...

Anspieltipp(s): THRAK Reprise, THRaKaTTaK Part One
Vergleichbar mit: KC's Studioalben, nur viel roher und weniger "glattgebügelt"
Veröffentlicht am: 28.6.2003
Letzte Änderung: 28.6.2003
Wertung: 12/15
Punkte mit Vorsicht zu genießen - siehe Rezi!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von King Crimson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 In The Court Of The Crimson King - An Observation By King Crimson 14.40 6
1970 In The Wake Of Poseidon 12.00 7
1970 Lizard 14.25 5
1971 Islands 12.75 6
1972 Earthbound 8.60 5
1973 Larks' Tongues In Aspic 12.50 2
1974 Starless And Bible Black 12.50 3
1974 Red 12.50 3
1975 USA 10.50 2
1976 The Young Persons' Guide to King Crimson - 1
1981 Discipline 12.00 4
1982 Beat 8.50 2
1984 Three Of A Perfect Pair 9.67 3
1986 The Compact King Crimson - 1
1991 The Essential King Crimson: Frame by Frame - 2
1992 The Great Deceiver 13.00 2
1994 Vrooom 9.00 2
1995 B'Boom 10.00 1
1995 THRAK 12.00 2
1996 Schizoid Man 8.00 1
1997 The Nightwatch 14.00 2
1997 Epitaph 12.00 1
1998 Absent Lovers 11.00 1
1998 Live at the Marquee 1969 - 1
1998 Live at Jacksonville 1972 9.00 1
1999 Deja VROOOM (DVD) 11.00 1
1999 The Beat Club Bremen 1972 10.00 1
1999 On Broadway 1995 11.00 1
1999 Live at Cap D'Agde 1982 10.00 1
1999 Cirkus - The Young Person's Guide to King Crimson Live 12.00 2
1999 The Vrooom Sessions 7.00 1
2000 A Beginners' Guide To The King Crimson Collectors' Club 10.00 1
2000 The ConstruKction of Light 10.60 6
2000 Live in Central Park 1974 12.00 1
2000 Heavy ConstruKction 10.00 1
2000 Live At Summit Studios 1972 8.00 1
2000 Nashville Rehearsals 11.00 1
2000 Live at Plymouth Guildhall 1971 12.00 1
2000 Discipline - Live At Moles Club 1981 8.00 1
2001 Vroom Vroom 12.00 1
2001 Live in Mainz 1974 12.00 1
2001 Live in Berkeley - 1
2001 Level Five 11.00 1
2001 Live in Detroit 1971 10.00 1
2002 Champaign-Urbana Sessions 11.00 1
2002 Happy with what you have to be happy with 8.00 1
2002 Ladies of the Road 10.00 1
2002 Live at the Zoom Club 1972 9.00 1
2002 Live in Hyde Park 1969 11.00 1
2003 Eyes Wide Open (DVD) 14.00 1
2003 Live in Guildford 1972 13.00 1
2003 The Power To Believe 10.00 2
2003 EleKtrik (Live in Japan 2003) 13.00 1
2003 Live in Orlando 1972 10.00 1
2004 Live in Warsaw, June 11, 2000 10.00 1
2004 Live in Philadelphia, PA, July 30, 1982 11.00 1
2004 The 21st Century Guide To King Crimson Volume One (1969-1974) - 1
2004 Neal and Jack and Me (DVD) 11.00 1
2005 The 21st Century Guide To King Crimson Volume Two (1981-2003) - 1
2005 Live at the Wiltern 1995 12.00 1
2005 Inside King Crimson. 1972 - 1975. An independent critical review (DVD) 9.00 1
2005 Live in Brighton. October 16, 1971 12.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 12, 1971 10.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 15, 1971 10.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 14, 1971 10.00 1
2006 Zoom Club, Frankfurt, Germany, April 13, 1971 11.00 1
2006 The Collectable King Crimson Vol.1 12.00 1
2006 The Roxy, Los Angeles, California, November 23, 1981 11.00 1
2006 Stadthalle, Cologne, Germany, October 14, 1981 11.00 1
2006 Place De Nations, Montreal, Quebec, Canada - August 4, 1982 11.00 1
2007 Olympia, Paris, France, June 25, 2000 10.00 1
2007 The Collectable King Crimson Volume 2 10.00 1
2007 Augsburg, Germany, March 27, 1974 10.00 1
2008 40th Anniversary Tour Box 12.00 1
2008 Park West, Chicago, Illinois, August 7, 2008 10.50 2
2008 The Collectable King Crimson Volume 3 - Live at the Shepherds Bush Empire, London, 1996 12.00 1
2008 Congresgebouw, Den Hague, Netherlands, May 15, 1995 11.00 1
2009 The Collectable King Crimson Volume Four - Live at Roma, Warsaw, Poland 2000 11.00 1
2011 June 04, 1996. Rosengarten-Musensaal, Mannheim, Germany 11.00 1
2012 Larks' Tongues in Aspic - The Complete Recordings 15.00 2
2012 Live at the Marquee 1971 12.00 1
2014 The Elements of King Crimson. 2014 Tour Box 13.00 1
2015 Live at the Orpheum 10.33 3
2015 The Elements of King Crimson. 2015 Tour Box 13.00 1
2015 THRAK Box - King Crimson Live and Studio Recordings 1994 - 1997 - 1
2016 Live in Toronto 12.00 2
2016 Radical Action To Unseat The Hold Of Monkey Mind 13.00 1
2016 Rehearsals & Blows (May - November 1983) 12.00 1
2017 Heroes 9.00 1

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