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McLuhan

Anomaly

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog; sonstiges
Label: Brunswick Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

David Wright Trumpet, Vocals, Narrator, Slide Whistle
Paul Cohn Flute, Clarinet, Tenor sax, Flute with Maestro Woodwind Device
Neal Rosner Bass, Vocals
John Mahoney Drums, Vocals (Tracks 1,2,4)
Michael Linn Drums (Track 3)
Dennis Stoney Philips Guitar, Vocals
Tom (Tojza) Laney Organ, Piano, Screaming
Bobby Christian Timpani, Xylophone, Cchimes

Tracklist

Disc 1
1. The Monster Bride 10:36
2. Spiders (In Neals Basement) 05:58
3. Witches Theme and Dance 09:47
4. A Brief Message From Your Local Media

1. The Garden
2. The Assembly Line
3. Electric Man
4. Question

09:59
Gesamtlaufzeit36:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


McLuhan nannte der Trompeter David Right die Band, welche er Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in Chicago aus den Trümmern der Formation Sevens Seas formte. Im schwebte dabei ein Multimediakonzept vor, das ohne große stilistische Grenzen Musik, Klang und Bild zu einem progressiven Ganzen vereinigte. Bei Konzerten sollte ausprobiert werden, was in dieser Beziehung vom Publikum akzeptiert werden würde. Nachdem die Band anfangs mit ihren von im Bühnenhintergrund projizierten Filmausschnitten begleiteten Auftritten eher Verwirrung ausgelöst hatte, erspielte man sich eine überschaubare Fangemeinde, als man eine der Hausbands des Chicagoer Pubs "The Wise-Fools" wurde. Zudem erhielt die Gruppe einen Schallplattenvertrag beim eher auf Rhythm & Blues spezialisierten Label Brunswick Records.

Unter der Egide des Toningenieurs Bruce Swedien (der in späteren Jahren durch seine Arbeit für Quincy Jones und Michael Jackson bekannt wurde - u.a. war er maßgeblich an der Produktion von "Thriller" beteiligt), entstand 1970 das erste und einzige Studioalbum der Band. Fast gleichzeitig mit der Veröffentlichung Anfang 1971 fiel die Band, wohl auch wegen der ausbleibenden Promotion seitens des Labels, auseinander. Das Album ist heutzutage eine sehr seltene Vinyl-Rarität, die noch immer auf ein reguläres CD-Reissue wartet. Bootlegs existieren.

"Anomaly" ist - dem oben umrissenen Konzept der Band entsprechend - eine sehr abwechslungsreiche Angelegenheit. Druckvoller Brassrock (à la Chicago), vertrackt Protoprogressives, Verträumt-Symphonisches und kantig Jazz- bzw. Bluesrockiges werden hier aneinandergereiht und vermengt, ab und an ergänzt um andere stilistische Einlagen, wie leicht Latineskes, spätpsychedelisches Gerocke, Proto-Kammerprogressives, Filmmusikzitate (so taucht z.B. in "Monster Bride" an prominenter Stelle das 20th-Century-Fox-Thema auf), kurze Textrezitationen, Swing- und Ragtimefragmente, kurze Tonband- und Elektronikspielereien und sparsame humoristisch-kabarettistische Ausflüge. Immer dann, wenn Paul Cohn zur Querflöte greift und die Musik eher entspannt dahingleitet, bekommt das Ganze auch ein leicht crimsoneskes Flair (im ersten Teil von "A Brief Message From Your Local Media" z.B.) und erinnert an die frühen, lyrischen Nummern der Briten (z.B. "I Talk to the wind").

Im Grunde sind McLuhan ein erstes Beispiel für eine Stilmischer-Band, wie sie heute (oder vor wenigen Jahren) sehr angesagt sind (waren). Der Mix ist allerdings ausgesprochen gelungen und verströmt eine sehr einheitliche und eigene Atmosphäre. "Anomaly" ist in progressiv-rockiger Hinsicht, mit seinen ausladenden und reich instrumentierten Stücken, sicher eine der interessantesten Scheiben, die in den USA Anfang der 70er Jahre veröffentlicht wurde. Wer Zappaeskes, canterburesken Jazzrock, druckvolles Gebläse, protoprogressive Seltsamkeiten und einfach sehr farbige, komplexe und einfallsreiche Musik schätzt, der sollte dieses tolle Album kennen! Ein vergessener Klassiker!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2010
Letzte Änderung: 20.9.2010
Wertung: 12/15

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