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In Lingua Mortua

Salon des Refusés

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Metal; Progmetal
Label: Termo Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lars Fredrik Frøislie vocals, drums, mellotron, clavinet, minimoog, hammond, korg polysix, bass, reversed piano, piano, percussion, guitar, chamberlin, ARP pro soloist, rhodes, contrabass, marimba, glockenspiel, prophet 5

Gastmusiker

Jacob Holm-Lupo guitar (1,5,7), bass (9)
Jørgen Munkeby saxophone (1,4,5,11)
Raymond Haakenrud guitar (1,2)
Trondr Nefas guitar (1)
Marius Solaussen baritone guitar (1)
Ketil Vestrum Einarsen flute (1)
Thomas Myrvold bass (1,2,4,7,10), guitar (2,3,5,6,7,9,10), mandolin (9)
Niklas Kvarforth vocals (1,2,3,5,7,10,11)
Geir Marius Bergom Halleland guitar (3,9)
Martin Johansson guitar (3)
Tony Kareid baritone guitar (3,5,6,7,9)
Anders Blystad acoustic guitar (3,5,7)
Martin N. Kneppen guitar (6)
Hallvard W. Hagen acoustic guitar (7,11)
Thebon lead vocals (9)

Tracklist

Disc 1
1. Full Fathom Five 3:20
2. Existence 2:58
3. Darkness 5:10
4. Catharsis 3:33
5. Like The Ocean 8:12
6. Into The Mincer 1:42
7. Open The Doors Of Janus 5:32
8. Electrocution 1:29
9. Skjelvende Av Angst 3:48
10. A Force Of Nature 2:12
11. Cold Void Messiah 6:52
Gesamtlaufzeit44:48


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


In Lingua Mortua? In einer toten Sprache? Nein, ich kann kein Latein... aber diese Übersetzung, so sie denn richtig ist, würde schon zu diesem Werk, diesem Projekt passen.

Lars Fredrik Frøislie schien ja eigentlich ein netter Kerl zu sein... okay, ein bisschen verschroben in seinem Tastenwahn (wir erinnern uns: Beim Erfassen des ersten Wobbler-Albums scheiterte Kollege Udo beim Eintragen aller von Frøislie benutzten Tasteninstrumente), aber er machte doch sehr nette, zumeist melodische Musik aus der Ecke Retroprog. Zum Beispiel eben mit Wobbler, mit White Willow oder beim Opium Cartel. Aber Frøislie scheint auch eine dunkle Seite zu haben. Düstere Abgründe, Seelenqualen, Albträume... dies alles verarbeitet er in seinem Projekt In Lingua Mortua, das er schon seit 1999 betreibt und das mit „Salon des Refusés“ sein zweites Album vorlegt.

Lars Fredrik Frøislie spielt hier ziemlich viel selbst, neben diversen Tasteninstrumenten auch meistens Schlagzeug, aber auch Gitarre und Bass und er 'singt' sogar hin und wieder. Daneben gibt es einen ganz Schwung an musikalischen Gästen, die vor allem Gitarren bedienen (allen voran White Willow-Kumpel Jacob Holm Lupo), aber auch zum Beispiel Jørgen Munkeby (von den norwegischen Shining) lässt sein Saxophon erklingen. Die meisten Titel „singt“ Niklas Kvarforth (von den schwedischen Shining) ein. Leider lässt Ketil Vestrum Einarsen (Ex-Jaga Jazzist, auch als Gast bei Wobbler aktiv) sein manisches Flötenspiel nur im ersten Track ertönen.

„Salon des Refusés“ ist eine Stilübung in einer Art düsterem, wütendem Progressive Black Metal. Hartes Gitarrenriffing, peitschendes, knüppelndes Drumming, hingekotzter Gesang, nur im Hintergrund vernehmbarer Bass bestimmen das Klangbild. Hin und wieder schält sich ein Helden-Gitarrensolo aus dem Chaos. Eigenwillige Akzente setzt Frøislie selbst, wenn er flirrende Keyboardläufe und wehende Mellotronchöre ins Krachgewitter schickt. Mit Hilfe des Mellotrons lässt Frøislie dann auch schon mal Streicher erklingen. Kurze ruhige Passagen lassen den Hörer durchschnaufen, dann gibt es wieder Gedonner voll auf die Zwölf. Als eine Mischung aus Opeth und Shining (Norwegen) könnte man das hier gebotene vielleicht beschreiben.

Die Musik auf „Salon des Refusés“ ist zwar hart und heftig – sehr melodieverliebte Prog-Fans nehmen lieber mal Abstand -, aber bei allem Kick Ass-Faktor durchaus nachvollziehbar und interessant. Was den Genuss schwierig macht ist der Gesang zwischen Grunzen, Growlen und Röcheln, den man entweder mögen oder doch wenigstens akzeptieren muss. Musikalisch ist das zweite Werk von In Lingua Mortua durchaus ein Meisterwerk sehr düsteren Avant-Metals, welches ich nicht immer ertragen kann, aber wenn, dann hat es beinahe eine reinigende Wirkung. Gerade der Opener „Full Fathom Five“, das epische „Like The Ocean“ und das fast schon hymnische „Cold Void Messiah“ sind dunkle Diamanten von beeindruckender, schroffer Schönheit. Nur der 'Gesang', der macht's mir sehr, sehr schwer.

Anspieltipp(s): durchaus egal, wenn man einen Titel erträgt (oder gut findet), dann geht das ganze Album
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2010
Letzte Änderung: 4.10.2010
Wertung: 11/15
...auf eine gewisse Weise ebenso extrem wie Shinings "Blackjazz", aber letztlich nicht ganz so weit gehend...

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