Iridule
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Simone Beneventi |
Vibraphone, Marimba, Glockenspiel |
| Paolo Botta |
Hammond, E-Piano, Synthesizers |
| Giacomo Cella |
Bassoon |
| Valerio Cipollone |
Sax, Clarinets |
| Enrica Di Bastiano |
Harp |
| Elaine Di Falco |
Vocals |
| Michele Epifani |
Hapsichord |
| Maurizio Fasoli |
Piano |
| Mike Johnson |
Guitar |
| Dave Kerman |
Drums (Track 10, 11) |
|
| Tommaso Leddi |
Mandolin (Tracks 6,8) |
| Elia Mariani |
Violin |
| Guiseppe Olivini |
Percussion, Theremin, Shruti Box |
| Alberto Roveroni |
Drums |
| Peter Schmid |
Carinets, Tubax |
| Guy Segers |
Bass (Track 2) |
| Markus Stauss |
Sax |
| Dave Willey |
Bass |
| Francesco Zago |
Guitars, Mellotron, Prepared Piano |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
on the brink
|
0:51
|
| 2. |
the scuttle of the past out of the cupboards
|
6:38
|
| 3. |
iridule
|
3:08
|
| 4. |
overmurmur
|
8:50
|
| 5. |
scribbled
|
1:44
|
| 6. |
becchime
|
6:20
|
| 7. |
ice
|
1:46
|
| 8. |
ganascia
|
4:12
|
| 9. |
thaw
|
1:41
|
| 10. |
serial(ist) killer
|
5:45
|
| 11. |
cloudscape
|
7:56
|
| Gesamtlaufzeit | 48:51 |
|
|
Rezensionen

Present, Thinking Plague, 5UU's, Univers Zero, U Totem, Hamster Theatre, Spaltklang, French TV, Areknames, Stormy Six ... so liest sich die (unvollständige) Liste der Bands, an denen einige der an dem zweiten (bzw. dritten, wenn man "Yugen Plays Leddi - Uova Fatali" mitzählt) Album von Yugen Beteiligten noch tätig sind oder einmal tätig waren. Sage und schreibe neunzehn Musiker sind auf "Iridule" zu hören, nicht alle in jedem Stück, doch ist die Liste auf der Rückseite des Beihefts ziemlich beeindruckend.
Vier Jahre nach "Labirinto d'acqua" legt Francesco Zago also im Herbst 2010 das zweite von ihm komponierte Yugen-Album vor, erschienen als dreizehnte Veröffentlichung des Mailänder AltrOck-Labels. Angelehnt an die musikalische Vergangenheit einiger der hier Beteiligten deckt "Iridule" ein breites Spektrum ungewöhnlicher progressivrockiger Klangschöpfungen ab, die munter zwischen sehr atmosphärischen, fast zerbrechlichen Tongemälden, zeitgenössisch-klassischer Ensemblemusik, Crimsonesk-Retroprogressivem, Canterbury-Reminiszenzen, fast klassisch zu nennendem, kantig-schrägem Avantprog nach guter alter RIO-Art, vertrackt Zappaeskem und modernem Ensemble-Schrägrock hin und her wechseln. Grösste Neuerung im Vergleich zum Debüt sind die gelegentlichen Gesangseinlagen von Elaine Di Falco, die die Musik dann - aufgrund ihrer deutlich amerikanischen Aussprache - in die Nähe der eingangs genannten US-Avantprogger (Thinking Plague, 5UU's, U Totem) rücken.
Dass hier in instrumentaltechnischer Hinsicht Erstklassiges geboten wird, sollte bei der Besetzung klar sein. Komplex arrangiert, sehr abwechslungsreich und farbig (keine Wunder bei den vielen verschiedenen hier zu hörenden Instrumenten), elegant und natürlich ausgesprochen virtuos vorgetragen purzeln, stürmen und gleiten die Klänge hier aus den Boxen, mitunter dezent und getragen, meist allerdings sehr druckvoll und kantig, nicht selten auch reichlich schräg und verquer. Die Atmosphäre ist, dem in rötlich-braun und schwarz gehaltenen Albumcover und dem ähnlich gestalteten Beiheft entsprechend eher melancholisch, fast düster, strahlt dabei aber immer eine gewisse wohlige Wärme aus. Mit dem abschließenden "cloudscape" klingt das Album aber fast melodisch und hymnisch-beschwingt aus.
Wer die Musik der eingangs genannten Bands gut kennt, der wird von der auf "Iridule" zu hörenden Musik natürlich nicht sonderlich überrascht werden. Neue musikalische Welten betritt Francesco Zago mit seiner Musik nicht, doch fügt er dem Genre (bleiben wir beim Namen Avantprog) einen durchaus eigenen und sehr gelungenen Abschnitt bei. So reich und abwechslungsreich instrumentiert wird diese Musik auch nicht aller Tage dargeboten. Kurzum: Wer die ganz oben genannten Bands und Verwandtes schätzt, der braucht auch "Iridule". Für wen der Avantprog dagegen noch Neuland ist, der könnte durchaus mit dieser Scheibe auf eine erste Entdeckungsreise gehen!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
8.10.2010 |
| Letzte Änderung: |
8.10.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Hätte das zweite Yugen-Album nicht ursprünglich schon Ende 2009 erscheinen sollen? Was soll's, für ein so qualitativ hochwertiges Album warte ich gerne etwas länger! Yugen bieten auf Iridule ein Kaleidoskop aller Spielarten avantgardistischen Kammer-Progs. Eingespielt von einer hochkarätigen Besetzung, die allerlei, größtenteils rock-untypisches Instrumentarium beiträgt, decken die Kompositionen - wieder alle aus der Feder von Francesco Zago - ein breites stilistisches Spektrum ab, stets auf maximal möglichen Abstand zum Prog-Mainstream bedacht.
Wie ein Donnerschlag geht es mit dem recht bedrohlich klingenden On the Brink los, das praktisch nahtlos in den zweiten Titel übergeht, der sogar mit einer Prise crimsoneskem Retro-Prog (Mellotron!) versehen ist. Im weiteren Verlauf wechseln treibender Kammerrock, Zappaeskes, moderne Klassik, Jazzrock - stets komplex arrangiert, abwechslungsreich instrumentiert, treibend, druckvoll, kantig, schräg, kurzum: alles, was das Herz des Avant-Proggers begehrt. Dazwischen werden ab und an gefährlich schön klingende, kurze Klangskizzen eingeschoben. Das Titelstück streift hierbei schon Ambient-Bereiche!
Und während das Yugen-Debüt noch komplett instrumental war, gibt es hier auf einigen Stücken Gesang von Elaine di Falco (Combat Astronomy, um Achims Bandliste zu ergänzen), der sich wunderbar in die Musik einfügt. Alles zusammen ergibt dies eine hervorragende Scheibe für Liebhaber avantgardistischer Klänge. Bleibt zu hoffen, dass Yugen auch mal wieder live in unseren Landen zu erleben sind!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
12.10.2010 |
| Letzte Änderung: |
12.10.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Eine RIO/Avant-Band hat es dieser Tage nicht gerade leicht: Fast gleichzeitig sind neue Alben von Rational Diet, Aranis, Picchio dal Pozzo und eben Yugen erschienen, da ist es schwer, sich gegen die starke Konkurrenz zu behaupten. Dem Fan ist das schnuppe, er freut sich über ein dickes Paket an neuem, qualitativ hochwertigem Stoff, das ihn eine Weile beschäftigen dürfte. Und für mein Empfinden ist "Iridule" das stärkste dieser vier Alben, auch wenn Achim Recht hat, wenn er darauf hinweist, dass hier (wie auch auf den anderen genannten Platten) nichts wirklich revolutionäres geboten wird. Aber bei dieser Musik macht mir das weniger aus als bei anderen, vermutlich weil es nicht schon so viel davon gibt. Und da auch Yochen zu Yugen schon Vieles gesagt hat, bleibt mir nur zu ergänzen, dass ich den Eindruck habe, dass "Iridule" mehr rockt als die ersten beiden Alben der Formation. Seht Ihr das auch so? Ich finde, die neue Scheibe geht richtig ab, ist härter, rauher als "Labirinto d'acqua" - als "Uova Fatali" sowieso. Nicht von schlechten Eltern also, die neue Yugen - es gibt es also doch, das Yugen-Gen!
Aber für Biologismus-Fans dürfte dieses Album wohl zu anspruchsvoll sein...
| Anspieltipp(s): |
"the scuttle of the past out of the cupboards", "ganascia" |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
13.10.2010 |
| Letzte Änderung: |
13.10.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Kollege Jochen wünscht sich, dass Yugen Deutschland mal wieder live beehren. Glück gehabt, da waren sie live-haftig am 26.03.2011 im Rahmen des Freakshow-Festivals in Würzburg in einer 6-Mann-Besetzung zu bewundern. Strahlende Gesichter auf der Bühne, wie auch im Auditorium, waren zu beobachten. Denn Yugen sind grandios, live sowieso, aber eben auch auf ihren Alben.
Für alte Genre-Hasen bietet "Iridule" nichts wirklich neues, sagen die, die es wissen müssen. Andere - wie der Rezensent -, die hier trotzdem ein Stück weit Neuland betreten, können einiges entdecken. Dabei verbinden Yugen, oder vielmehr Francesco Zago, dessen Kompositionen ja das Wesen dieser 'Band' ausmachen, wie selbstverständlich verschiedenste Klangwelten von schroffen Avant-Rock-Klängen, über kantigen Jazzrock, verqueres Klanggeplinge, wunderbare Percussion bis hin zu modernem, sozusagen an moderne Klassik angelehntes, Ensemblespiel. Wenn die Klangkaskaden wie Sturmböen über den Hörer hinweg fegen, dann wird ordentlich gerockt. Und in freieren Passagen scheint die Band inne zu halten und ihr Werk mit fröhlichem Lächeln zu betrachten. Aber dann geht es gleich wieder in ein fieses Grinsen über, wenn die nächste heftige Lärmattacke folgt. Umso erstaunlicher ist dann der - schon von Achim erwähnte - nahezu symphonische Abschluss.
Sehr farbig geht es hier zu, so dass es auch nach vielen Durchläufen immer wieder etwas zu entdecken gibt. Langweilig wird es mit "Iridule" erstmal sicherlich nicht. Ob die Musik von Yugen unbedingt Gesang braucht? Ich meine "nein". Aber wenn es denn sein muss, dann ist vielleicht dieser leicht schräge, gegen den Strich gebürstete, zuweilen gehauchte Gesang von Elaine Di Falco der einzig adäquate.
Yugen ist eine der spannendsten Formationen des zeitgenössischen Progressive Rocks, sollte man kennen, sollte viel bekannter sein.
| Anspieltipp(s): |
overmurmur, becchime |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
29.3.2011 |
| Letzte Änderung: |
25.11.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yugen
Zum Seitenanfang
|