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Klaus Schulze

La Vie Electronique 5

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (Aufnahmen von 1976-77)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: MIG Music
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Klaus Schulze Elektronik

Tracklist

Disc 1
1. Berlin Schöneberg

1. Heftige Passage 12:00
2. Ruhige Passage 12:15

24:15
2. Vie de rêve

1. Le retour au pays 09:00
2. Des escargot qui vont à l'enterrement 16:06
3. Et la fête continue 04:37
4. Le miroir brisé 05:16
5. Le combat avec l'ange 11:00
6. Eteignez les lumières 02:56

48:56
Gesamtlaufzeit73:11
Disc 2
1. Nostalgic Echo

1. The Creation of Eve 08:02
2. Portrait of Freud 02:06
3. Don Quixote 14:27
4. Solitude 03:45
5. Autumn Sonata 05:49

34:10
2. Titanische Tage

1. The Ram 05:11
2. The Great Paranoic 06:26
3. Soft Watches 05:03
4. Impressions of Africa 06:39
5. The Falling Angel 03:56

27:16
3. For Barry Graves 15:38
Gesamtlaufzeit77:04
Disc 3
1. The Poet

1. Witness and Wait 14:40
2. The Poet of the Body 22:20
3. The Poet of the Soul 15:47

52:48
2. The Oberhausen Tape

1. Quelle idée de peindre une pomme 04:41
2. Et Picasso mange la pomme 12:02
3. Et la pomme lui dit Merci 06:20

23:04
Gesamtlaufzeit75:52


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @


Klaus Schulze ist bekanntlich ein Genie seines Fachs. Er ist das große Aushängeschild der elektronischen Musik, ein großer Komponist und Wegbereiter. Ganz besonders bei seinen Liveauftritten beweist er dies bis heute jedes Mal aufs Neue. Spontane Improvisationen, virtuoses Keyboard-Spiel, treibende Sequenzer und traumhafte Flächen, verpackt in ausladende, aber nie langweilig werdende Stücke, die fast klassischen Sinfonien gleichen. Stücke, denen man fasziniert zuhören muss, die einen immer wieder emotional packen und nicht mehr los lassen.

Meine ersten Erfahrungen mit Klaus Schulze sammelte ich im zarten Alter von 15 Jahren. Ich hielt damals das Album "Moondawn" zum ersten Mal in den Händen und betrachtete das große Cover (es war noch eine LP) während ich gespannt der Musik lauschte. So etwas hatte ich bisher noch nie gehört. Schon gar nicht von Tangerine Dream, die laut einigen Bekannten damals "so ähnlich klingen" sollten (zur Ehrenrettung von Tangerine Dream: Ich kannte damals nur das Album "Underwater Sunlight"). Dieser treibende Rhythmus (damals von Harald Großkopf am Schlagzeug), diese tranceartigen Sequenzertöne aus diesen riesigen Schränken mit all den Knöpfen, und die energiegeladenen Soli des Meisters, machten mich innerhalb von wenigen Minuten zum Fan und Bewunderer.

Die Serie "La Vie Electronique" ist ein übergroßes Sammelsurium an Live-Auftritten, die bisher nur für teures Geld auf den längst vergriffenen Editionen "Silver", "Historic" und "Jubilee" zu finden waren. Für mich gehören die 70er immer noch zum absoluten Höhepunkt in der Schaffensphase von Klaus Schulze. Das 3 CD-Packet "La Vie Electronique 5" kommt mir somit ziemlich gelegen, denn hier finden Fans dieser Phase genau das, was sie an Alben wie eben "Timewind", "Moondawn", "Mirage", "X", oder auch "Body Love" so fasziniert.

Das schnelle, treibende, 1976 während eines Radiokonzertes in Berlin aufgenommene "Berlin Schöneberg" ist ein Hochgenuss für Sequenzer-Freunde. "Vie de rêve", welches ebenfalls 1976 während eines Konzertes in Frankreich mitgeschnitten wurde, erinnert größtenteils an die ruhigeren Phasen, wie sie u.a. auf "Body Love" zu finden sind, bis das Stück von heftigen Sequenzerattacken unterbrochen wird.

Das unglaublich schöne "Nostalgic Echo" auf CD 2, welches 1976 während eines Solokonzerte entstanden ist, erinnert mit seinen weichen, melodischen Soloeinlagen und den glockenspielartigen Sequenzern an das Meisterwerk "Mirage". Diesem Highlight schließt sich fast übergangslos "Titanische Tage" im selben Stil an. Mag daran liegen, dass beide Stücke vom selben Konzert stammen.

"For Barry Graves", aufgenommen 1976 für ein TV-Konzert (Es handelte sich um die Show "Musik Extra 3"), hingegen ist ein schnelles, treibendes, fast aggressives Inferno. Eigentlich unfassbar, dass so was in den 70ern entstanden ist. In Handarbeit! Ja, elektronische Musik war in dieser Zeit Handarbeit. Ein, zwei Knöpfchen drücken, wie es heute der Fall ist, reichte da nicht aus. Dieses ständige Vorurteil "Sequenzer an, Sequenzer aus, fertig ist die neue Platte", kann wirklich nur von Leuten stammen, die überhaupt keine Ahnung von der Entstehung dieser Musik haben. Aber das nur am Rande.

Kommen wir zu CD 3. "The Poet" und "The Oberhausen Tape" sind schließlich die "Moondawn"-Stücke, welche in dieser Edition noch gefehlt haben. Aufgenommen 1976 in Oberhausen, entwickeln sich die Stücke aus sehr ruhigen Flächen heraus zu einer wahren Schlacht zwischen Keyboardsoli und Sequenzern, um zum Abschluss zurückzukehren, zu den ruhigen, tranceartigen Passagen. Das Ganze dauert zusammen über eine Stunde, ist aber nicht eine Sekunde langweilig. Stattdessen entwickeln sich beim Hören Bilder, Filme, Landschaften, Planeten, Situationen aus dem eigenen Leben und vieles mehr (Nein, ich habe nichts geraucht).

Abschließend sei gesagt, dass "La Vie Electronique 5" für mich bisher zu den besten Veröffentlichungen in dieser Serie gilt. Gründe wurden oben schon genannt. Das, was ich an der 70er-Phase und an deren Alben besonders mag, bekomme ich hier auf 3 CDs angeboten. Jeder, der Schulze kennen lernen möchte, kann hier gern zugreifen. Jeder, der Schulze mag, sollte sowieso nicht zögern. Die Soundqualität ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, da die Liveaufnahmen teilweise von Magnetbändern stammen. Die Aufbereitung ist trotzdem bemerkenswert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.10.2010
Letzte Änderung: 28.3.2013
Wertung: 11/15
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Irrlicht 10.00 5
1973 Cyborg 11.00 3
1974 Blackdance 8.00 3
1975 Picture Music 10.00 2
1975 Timewind 12.33 3
1976 Moondawn 11.00 3
1977 Body Love Vol. 2 12.00 2
1977 Mirage 12.00 5
1977 Body Love 10.67 3
1978 X 13.00 5
1979 Dune 10.50 4
1980 ...Live... 10.67 3
1980 Dig It 10.00 4
1981 Trancefer 12.33 3
1983 Audentity 11.33 3
1983 Dziekuje Poland 11.50 2
1984 Angst 9.33 3
1985 Inter*face 9.50 3
1986 Dreams 10.00 3
1988 En=Trance 9.67 3
1990 The Dresden Performance 12.00 1
1990 Miditerranean Pads 8.50 2
1991 Beyond Recall 11.00 2
1991 2001 - 1
1992 Royal Festival Hall Volume 2 11.00 1
1992 Royal Festival Hall Volume 1 11.00 1
1993 The Dome Event 12.00 1
1994 Le Moulin De Daudet 11.00 2
1994 Das Wagner Desaster - Live 9.67 3
1994 Totentag 13.00 1
1994 Goes Classic - 1
1995 In Blue 8.50 2
1996 Are you sequenced? 7.33 3
1997 Dosburg Online 9.50 2
2000 Jubilee Edition Second Part 10.00 1
2000 Jubilee Edition Third Part 9.00 1
2000 The Ultimate Edition - 1
2000 Jubilee Edition First Part 10.00 1
2000 Historic Edition 12.00 1
2000 Silver Edition 13.00 1
2000 Contemporary Works 1 13.00 1
2001 Live @ Klangart 1 + 2 11.00 2
2002 Virtual Outback 10.00 1
2002 Contemporary Works 2 12.00 1
2005 Vanity of Sounds 11.50 2
2005 Moonlake 9.50 2
2006 The Crime of Suspense 10.50 2
2006 Ballett 1 10.00 1
2006 Ballett 2 10.00 1
2007 Ballett 3 8.00 1
2007 Ballett 4 9.00 1
2007 Kontinuum 7.67 3
2009 La Vie Electronique 1 11.00 1
2009 La Vie Electronique 4 11.00 1
2009 La Vie Electronique 2 11.00 1
2009 La Vie Electronique 3 11.00 1
2010 La Vie Electronique 6 11.00 1
2010 La Vie Electronique 7 11.00 1
2010 Big in Japan (Live in Tokyo 2010) 10.00 2
2010 La Vie Electronique 8 11.00 1
2011 La Vie Electronique 9 10.00 1
2013 Shadowlands 10.00 1

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