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Hugh Hopper

The Gift of Purpose

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hugh Hopper Bass
Nick Didkovsky Guitars
John Roulat Drums
Daevid Allen Vocals (Track 8)
Yves Duboin Sax (Track 8)
Colin Marston Warr Guitar (Track 8)

Tracklist

Disc 1
1. Big Bombay 8:03
2. Forest Wives, Trophy Hair 4:45
3. Banter 0:41
4. Green Dansette 2:39
5. Improvisation 13:04
6. Overlife Part 2 4:01
7. We´ll Ask the Question Around Here, Part 2 9:49
8. The Gift of Purpose   (Bonustrack) 15:19
Gesamtlaufzeit58:21


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Hugh Hopper war sicher eine der zentralen und prägendsten Personen des britischen (Avant)Jazz(rocks), insbesondere des Canterbury-Genres. Er war auch einer der wenigen in diesem Stilbereich tätigen Musiker, die die meiste Zeit ihres Lebens wirklich in Canterbury gelebt haben. Unzählig waren die Bands, Projekte und Kollaborationen an denen Hopper beteiligt war (Soft Machine war davon die erste und bekannteste Station). Steve Feigenbaum, der umtriebige Betreiber des Cuneiform-Labels, hat einmal nachgezählt und festgestellt, dass Hopper der Musiker ist, der am häufigsten auf Veröffentlichungen seines Labels auftaucht. All dies hat sich aber offenbar in finanzieller Hinsicht nicht wirklich ausgezahlt. Als Hopper recht unerwartet im Juni 2009 verstarb, fand sich seine Familie in schwierigen finanziellen Verhältnissen wieder, die Freunde und Bekannte des Bassisten dazu veranlassten Hilfsaktionen zu starten und Spenden zu sammeln.

Einer dieser Aktionen verdanken wir die hier zu rezensierende CD. "The Gift of Purpose" wurde von Cuneiform-Records mit der Absicht veröffentlicht, dass sämtliche Einnahmen (15$ pro CD) direkt an Hoppers Familie gehen, ohne irgendwelche Abzüge. Daher kann man das Album zurzeit nur direkt beim Internetshop des Labels oder, falls man da in der Nähe wohnt oder zufällig vorbeikommt, in der Downtown Music Gallery in New York erwerben. Als Hopper-Fan und Canterbury-Adept habe ich natürlich nicht lange gezögert und das Album bei Waysidemusic geordert.

"The Gift of Purpose" ist eigentlich keine Hugh-Hopper-Album. Es handelt sich vielmehr um ein Bone-Album. Bone waren eine Anfang des zweiten Jahrtausend entstandene, zu Beginn rein virtuelle Formation, die aus Nick Didkovsky (Doctor Nerve), dem Schlagzeuger John Roulat und eben Hugh Hopper bestand. Virtuell deshalb, weil die beiden Amerikaner der Band Hopper vor Erscheinen der ersten gemeinsamen CD (siehe "Uses Wrist Grab") nie persönlich getroffen hatten. Internet und Telefon machten dies auch nicht notwendig. Ende 2006 trafen die drei dann aufeinander, als Hopper für eine kleine Bone-Tour nach Amerika kam. Zwei Jahre später wurde das wiederholt und ein am 16. Februar 2008 in den Orion Sound Studios in Baltimore mitgeschnittenes Bone-Konzert (mit erstklassiger Klangqualität) macht den Grossteil von "The Gift of Purpose" aus.

Freien, oft improvisierten Rock machen Bone hier, druckvolles, ziemlich abgefahrenes RIO-Triogewusel aus E-Gitarre, Bass und Schlagzeug. Neben neuen Versionen von Albumtracks gibt es eine lange Improvisation und den auf "Uses Wrist Grab" fehlenden zweiten Teil von "Overlife" zu hören. Das ist jetzt in stilistischer Hinsicht nicht unbedingt etwas Neues oder Einzigartiges (Massacre haben z.B. schon vor 25 Jahren ganz ähnliche Musik gemacht), doch sind die drei Protagonisten so virtuos und mitreisend bei der Sache, dass man nur begeistert und schmunzelnd, unter rhythmischen Bewegungen verschiedener Körperteile, zuhören kann. Kurzum, wie schon hinten auf dem Digipack geschrieben steht: "Listen to this record extremely loud and in one sitting. Open your windows so your neighbours can hear it, too."

Ein besonderes Schmankerl, das nicht von jenem Konzert stammt, ist noch als "Bonustrack" beigefügt. Das Titelstück ist eine Hommage und Danksagung an Hugh Hopper, welches von einer erweiterten Version von Bone extra für diese CD eingespielt wurde. Neben Didkovsky (der seinen Doctor-Nerve-Kollegen Yves Duboin mitgebracht hat) und Roulat, ist hier vor allem Daevid Allen als Sänger zu hören, ein weiteres Canterbury-Urgestein und Hoppers Freund und Mitstreiter der ersten Stunde, der diesem in seinem typischen Gesangsstil die Ehre erweist, Erinnerungen zum Besten gibt und sich schließlich für alles bedankt. Hoppers Ersatzmann an der Warr-Gitarre ist übrigens Colin Marston von Behold... The Arctopus. Das Stück ist fast der Höhepunkt in dieser hochklassigen Sammlung und bietet einen beeindruckenden viertelstündigen Canterbury-Spacerock-RIO-Exkurs.

Wer Hopper als Künstler, schräges Gerocke und Canterbury-Jazzrock im Allgemeinen schätzt, dem kann ich nur den Erwerb dieses sympathischen Albums ans Herz legen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.10.2010
Letzte Änderung: 25.10.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hugh Hopper

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 1984 12.00 1
1977 Hopper Tunity Box 12.00 1
1978 Monster Band 9.00 1

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