Live High Voltage
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Concertlive |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Keith Emerson |
keyboards |
| Greg Lake |
bass, acoustic guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Karn Evil 9: 1st Impression - Part 2
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5:57
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| 2. |
The Barbarian
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5:17
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| 3. |
Bitches Crystal
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4:16
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| 4. |
Knife-Edge
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5:55
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| 5. |
From The Beginning
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5:10
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| 6. |
Touch And Go
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3:20
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| 7. |
Take A Pebble/Tarkus
1. Take A Pebble 2. Eruption 3. Stones of years 4. Iconoclast 5. Mass 6. Battlefield
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15:38
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| 8. |
Aquatarkus
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2:51
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| Gesamtlaufzeit | 48:24 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Farewell To Arms
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6:02
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| 2. |
Lucky Man
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6:31
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| 3. |
Pictures At An Exhibition Medley
1. Promenade 2. The Gnome 3. The Sage 4. The Hut Of Baba Yaga 5. The Great Gates of Kiev
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16:22
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| 4. |
Fanfare For The Common Man/Drum Solo/Rondo
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12:33
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| Gesamtlaufzeit | 41:28 |
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Rezensionen

Nachdem seit ihrer Trennung 1998 immer wieder mal Gerüchte hochkochten, die legendären Emerson, Lake & Palmer würden sich wiedervereinigen, war es im Sommer 2010 endlich so weit: Anlässlich des "High Voltage" Festivals in England kamen die drei zu einem einzigen Konzert noch mal zusammen, um zu sehen, ob man als Band noch funktionieren könne. Von den Fans sehnlichst erwartet, ging das Konzert schließlich am 25. Juli über die Bühne.
Im Vorfeld wurde bereits geunkt: Würde der am Karpaltunnelsyndrom leidende Emerson spielen können? Würde Greg Lake das Konzert durchstehen? Immerhin mussten einige der Emerson/Lake-Konzerte im Frühjahr abgesagt werden. Einzig um den fitten und agilen Carl Palmer musste man sich keine Sorgen machen. Doch die Band ging auf's Ganze: gleich nach dem Konzert konnten die Besucher eine CD mit dem Liveauftritt mit nach Hause nehmen. Keine Chance auf Overdubs oder sonstige Polierarbeiten.
Dieser Mut ist zu bewundern, ist doch dieses Konzert das schlechteste, das ich von ELP kenne. Das ist auch, angesichts der (und relativiert durch die) angesprochenen gesundheitlichen Probleme der Band, kein Wunder. So scheitert gleich der Einstieg, die berühmt gewordene Passage aus "Karn Evil 9" mit den Zeilen "Welcome back my friends/ to the show that never ends" an Lakes nicht vorhandenem Taktgefühl und nur mit Glück muss man nicht neu ansetzen. Auch spielt Emerson praktisch nie fehlerfrei, und vor allem sein flüssiges, manchmal zu flüssiges Legato scheint er an die Krankheit verloren zu haben, was in abgehacktem oder gar allzu langsamem Spiel (z. B. in dem Barockteil von "Knife Edge") resultiert. Ins Gegenteil gewendet wird allerdings auch ein Schuh draus: Emersons Spiel, das sich früher wegen seines Geschwindigkeitswahns öfters verhaspelte, kann an den entsprechenden Stellen nun erstmals Note für Note entschlüsselt werden. Und wenn man liest, dass ihm die Schmerzen beim Spielen anzusehen war, dann ringt einem das, was er hier bietet, angesichts seiner Krankheit größten Respekt ab. Denn ELP hätten auf Nummer sicher gehen, Lakeballaden spielen, einfachere Stücke aussuchen können. - Manch einer mag die ewig gleiche Setliste kritisieren (Lake: "my life is ten songs"), mittlerweile muss man aber den Hut davor ziehen, dass Emerson sich auch heute noch durch "Tarkus" kämpft und dabei auf sich selbst am wenigsten Rücksicht nimmt.
Nein, ELP gehen sogar noch einen Schritt weiter: Bisher kaum live gehörte Songs werden gespielt, "Farewell to arms" zum Beispiel, mit viel Pathos vorgetragen, sowie das selten gehörte "The Sage", das Teil der "Pictures at an Exhibition" ist. Lake singt es begleitet von warmen Keyboardstreichern. Andere Songs werden ebenfalls umarrangiert, "Tarkus" zum Beispiel spielt Emerson über weite Strecken ausschließlich auf dem Klavier, vielleicht gezwungenermaßen, in jedem Fall aber gewinnt er dem Stück dadurch eine neue Seite ab. Manch ein Stück leidet zwar etwas unter dieser Herangehensweise, "From the Beginning" etwa, bei dem die Drums zu laut sind und das am Ende von einem schrecklichen Keyboardsound angegriffen wird. Auch "Touch and Go" mag in dieser Version nicht jedermanns Sache sein. In diesem Fall ist das Carl Palmers stumpfem 4/4-Takt zuzuschreiben. Im Großen und Ganzen aber sind diese unterschiedlich weit gehenden Umarrangements ein Gewinn für die Songs.
Lakes Stimme ist immer noch da, voll und präsent, etwas dunkler vielleicht, und auch wenn er nicht alle Töne auf Anhieb trifft, bietet er doch gerade in den pathetischen Momenten ("Farewell to arms") eine nach wie vor eindrucksvolle Leistung. Palmer spielt etwas straighter als früher, das tut den Songs meistens gut, letztlich ist er, angesichts seiner Fitness, seiner Power und seines in keiner Weise verblassten technischen Könnens, wie in seinen beiden anderen Bands der eigentlich herausragende Musiker ? wofür er sich natürlich pflichtschuldigst mit einem virtuosen Schlagzeugsolo bedankt, das, wie immer, Teil von "Fanfare for the common man" ist.
Der eigentliche Star des Abend ist jedoch die Band - auch wenn sie bis zum Ende kaum eine Passage synchron hinbekommt und man so erst versteht, dass der beliebte Vorwurf der Perfektion nie ein wirklicher Vorwurf sein konnte. Sie ist der Star, weil sie sich noch einmal zusammengerauft hat, weil sie sich das trotz aller Häme der letzten 20, ja 30 Jahre noch einmal antut, und weil sie bei allen Schwierigkeiten die Bühne trotzdem erhobenen Hauptes verlassen kann.
Am Ende sitzt man ein wenig wehmütig vor seiner Anlage. Wenn man Emerson, Lake und Palmer glauben darf, ist dies das letzte Konzert der Band gewesen. Sie haben zwar weitere Aktivitäten nicht ausgeschlossen, allerdings eher im Sinne von "man kann nie wissen" als im Sinne von "Ihr könnt euch drauf verlassen". Sollte es tatsächlich so kommen, ist dieses Album sicherlich nicht das schlechteste denkbare Schlusskapitel ihrer Geschichte ? allerdings mag sich manch einer wünschen, die ganze Geschichte wäre von einem begabteren Autor verfasst worden.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.10.2010 |
| Letzte Änderung: |
1.12.2010 |
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