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Delusion Squared

Delusion Squared

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Neoprog; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lorraine Young lead vocals & guitars
Steven Francis guitars, keyboards and drums
Emmanuel de Saint Meen bass & keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Remembrance - The Very Day 4.09
2. Remembrance - In my time of dying 5.52
3. Delusion - Copyrighted genes 7.06
4. Delusion - The Betrayal 5.11
5. Delusion - Sentenced 5.51
6. Delusion - By the lake (mourning) 3.12
7. Enlightenment - By the lake (seeding) 4.16
8. Enlightenment - Rebirth 6.42
9. Enlightenment - What we will be 6.05
10. Legacy - The departure 2.44
11. Legacy - A creation myth 7.49
Gesamtlaufzeit58:57


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Wir befinden uns in einer finsteren Zukunft, in der das natürliche Ökosystem der Erde nach verheerenden Kriegen weitgehend zerstört wurde. Als Folge musste man die sog. Arkologien bauen, um das Fortbestehen der Menschheit zu sichern. (Arkologie ist ein von der Aussenwelt weitgehend abgeschottetes Ökosystem, das durch architektonische Maßnahmen wie eine riesige Stadt gestaltet wird). In den Arkologien leben durch Gentechnologie perfektionierte, durch virtuelle Unterhaltung und medial erzeugtes Konsumverhalten glücklich gemachte und ruhig gestellte Menschen. Eine junge Frau findet ein solches Leben weniger prickelnd und beginnt dagegen zu rebellieren. Ihr Wunsch auf natürliche Weise Mutter zu werden passt nicht zu den festgelegten Abläufen in der Arkologie, also greift sie auf Hilfe eines genetischen Hackers zurück und wird daraufhin festgenommen, unfruchtbar gemacht und ausgesetzt.

Die junge Dame wird von den draussen unter ständiger Lebensbedrohung existierenden Individuen in einem Zustand gefunden, in dem sie offenbar glaubt gleich sterben zu müssen. Die Frau wird liebevoll aufgenommen und schliesst sich dem Überlebenskampf der Gemeinschaft in der feindlichen Umwelt an. Irgendwann beginnen sich die Arkologie-Bewohner mit riesigen Raumschiffen abzusetzen. Die draussen Lebenden sehen das als Ansporn ihr Schicksal weiterhin zu meistern.

Mit der Zeit eignet sich die namenlose Frau beträchtliches Wissen durch das Studium der Artefakte an und wird durch ihr Einfallsreichtum und soziale Intelligenz zu einer beliebten Autorität. Sie hilft den Überlebenden ihre Gene in der feindlichen Umwelt zu stärken und als sie 97-jährig stirbt wird sie von vielen wie eine Gottheit verehrt. ...und sie nannten sie Mother-of-all-people...

Soweit die Geschichte zum Erstling der Franzosen von Delusion Squared. Sehr ungewöhnlich schon mal, dass man auf dem Digipack keinerlei Informationen zu den Musikern findet. Auf Facebook-Seite der Band wird als Heimatstadt "Earth" angegeben. Das finstere Coverbild und die Geschichte dazu sollen also als das einzig Wichtige angesehen werden.

Die zerbrechlich und mädchenhaft wirkende Stimme der Sängerin (Suzanne Vega wäre als Vergleich vielleicht nicht ganz verkehrt) führt den Hörer durch die finstere, ebensogut zu härteren musikalischen Stilarten passende Geschichte, so dass eventuell die Vorstellung aufkommen könnte, die genetisch bildhübsch gestaltete Mother-of-all-people erzählt uns höchstselbst aus ihrem Leben.

Die Musik selbst trägt nur selten wirklich finstere Züge, die Grundstimmung würde ich eher als leicht traurig und melancholisch beschreiben, mit einigen temporeicheren Stücken, die dann die Musik in die Nähe des Progmetal rücken. Parallel dazu bieten Delusion Squared eine atmosphärische Mischung aus New Artrock, Neoprog und Alternative Rock, die ihre Identität aus dem unverwechselbaren Gesang und den einfallsreichen Arrangements schöpft. Die mit akustischer Gitarre und Piano aufwartende epische Ballade "A creation myth" wird von einigen Reviewern als Höhepunkt des Albums genannt.

Ich finde dagegen, dass die dem stimmungvollen New Artrock mit gelegentlichen Metal-Einschüben (Freunde von Porcupine Tree aufgepasst) nicht abgeneigte Hörerschaft über die gesamte Albumlänge gut unterhalten wird. Das fängt mit dem kompakten Opener an und setzt sich fort in dem dramatischen Aufbau von "In my time of dying", das sich von einer akustischen Ballade zu einem dynamischen Rocker steigert. Nach der Art des Progmetal geht es mit "Copyrighted Genes" weiter. Die von elektronischen Keyboards dominierten Teile von "Betrayal" gemahnen an Industrial Rock, während die Gitarrenriffs des Stückes mit dem sehr eingängigen Refrain kontrastieren. Das auffälligste Merkmal des Artrock von "By the lake (mournig)" sind die einprägsamen Basslinien. Nach den genannten dynamischen Tracks wird einen Gang zurückgeschaltet und man wird verstärkt mit der melancholischen und akustischen Seite des Album konfrontiert.

Man darf also gespannt sein, wie die Wege der vielversprechenden Formation nach ihrem gelungenen Debütwerk verlaufen werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.10.2010
Letzte Änderung: 31.10.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Delusion Squared

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 II 9.00 3
2014 The Final Delusion 10.00 2
2018 Anthropocene 8.50 2

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