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Brian Eno

Small Craft on a Milk Sea

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik; Moderne Electronica
Label: Warp Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Brian Eno Computers
Jon Hopkins Klavier, Keyboards, Elektronik
Leo Abrahams Gitarre, Laptop

Gastmusiker

Jez Wiles Percussion (4,5,6,8)

Tracklist

Disc 1
1. Emerald and Lime 3:02
2. Complex Heaven 3:05
3. Small Craft on a Milk Sea 1:49
4. Flint March 1:56
5. Horse 3:02
6. 2 Forms of Anger 3:15
7. Bone Jump 2:22
8. Dust Shuffle 1:54
9. Paleosonic 4:25
10. Slow Ice, Old Moon 3:25
11. Lesser Heaven 3:21
12. Calcium Needles 3:25
13. Emerald and Stone 2:12
14. Written, Forgotten 3:55
15. Late Anthropocene 8:09
Gesamtlaufzeit49:17


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Fünf Jahre nach Another Day on Earth gibt es ein neues Soloalbum von Brian Eno. Nicht, dass Eno in den fünf Jahren auf der faulen Haut gelegen hätte, neben einem Album mit David Byrne arbeitete er in dieser Zeit als Produzent u.a. für Paul Simon, U2 und Coldplay, machte Filmmusik für einen Streifen von Peter Jackson und brachte eine DVD heraus. Da dauert's bis zum nächsten Soloalbum halt bisserl länger.

Das heißt, "Soloalbum" ist nicht ganz korrekt, denn tatsächlich erscheint Small Craft on a Milk Sea unter der Interpretenangabe "Brian Eno with Jon Hopkins & Leo Abrahams". Auf einigen Stücken ist außerdem noch ein Gastmusiker als Perkussionist dabei.

Überwiegend werden verschiedenste elektronische Klänge verwendet, aber auch Klavier und Gitarre (letztere gelegentlich sogar akustisch) kommen zum Einsatz. Die Stücke sind wieder recht kurz, nur eines dauert länger als fünf Minuten. Zum Teil handelt es sich schon um Klangminiaturen, wenn nicht einmal die Marke von zwei Minuten erreicht wird.

Das Album beginnt mit einer Reihe von Ambient-Stücken. Oberflächlich gehört passiert in denen nicht so viel, sanfte Klangflächen wogen hin und her, das Klavier stimmt eine aus sporadischen Tönen bestehende, elegische Melodie an (gleich im einleitenden Emerald and Lime, dessen Motiv später wieder aufgenommen wird). Aber unter der ruhigen Oberfläche herrscht doch eine seltsame Unruhe, da zischt und brummt es leise, aber vernehmlich, und das seltsame Pulsieren in Complex Heaven klingt auch nicht gerade beruhigend, baut eine eigenartige, geradezu surreale Spannung auf. Die verstärkt sich im immer noch sehr ruhigen, aber eigenartig formlosen Titelstück

Flint March leitet dann eine Reihe lebhafterer Stücke ein. Hektische, Drum'n'Bass-artige oder auch maschinenhaft stampfende Rhythmik bildet jetzt die Grundlage, über der zischende, sägende, flirrende und sirrende elektronische Geräusche umherschwirren. 2 Forms of Anger überrascht dabei mit geradezu rockiger Dynamik, wenn unvermittelt eine E-Gitarre reinbrettert. Da darf es auch mal gemäßigt experimentell werden mit seltsam verzwirbelten Gitarrenläufen (Paleosonic, ein Höhepunkt des Albums) oder freiformatig sägenden Klängen, die an krautige Elektronik-Experimente gemahnen (Horse).

Ab Slow Ice, Old Moon sind wieder Ambient-Klänge angesagt, einzelne, plingende Töne des E-Pianos oder eben wieder sanft wogende Klangflächen. Aber auch hier spürt man immer wieder unter der ruhigen Oberfläche ein seltsames, beunruhigendes Brodeln. Selbst die betörende Schönheit von Emerald and Stone, einem impressionistisch anmutenden Klavierstück, ist mit seltsam flirrenden Geräuschen unterlegt, die dem Stück eine leicht bedrohliche Atmosphäre verleihen. Die weiteren Stücke werden immer ruhiger und statischer, bis das Album mit Late Anthropocene mit einem wirklich klassischen Ambient-Stück endet.

Sicher, das alles ist nicht mehr so bahnbrechend wie manches, was Eno in den 70ern vollbracht hat. Aber kann man das erwarten von einem Musiker jenseits der 60, der über 40 Jahre im Geschäft ist, der an unzähligen Platten unterschiedlichster Künstler mitgewirkt hat? Ein gelungenes Album ist es in jedem Fall, da dürfen gerne noch weitere folgen.

Small Craft on a Milk Sea gibt es in unterschiedlichen Versionen, vom Download (mit Bonustitel) bis zur edlen Box mit zwei CDs, zwei LPs und einer Lithographie. Die stinknormale CD kommt aber auch schon in einem hübschen Digipak.

Anspieltipp(s): Complex Heaven, Paleosonic
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.11.2010
Letzte Änderung: 28.11.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Brian Eno

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Here Come The Warm Jets 11.50 2
1974 Taking Tiger Mountain (By Strategy) 10.00 2
1975 Discreet Music - 1
1975 Another Green World 11.00 1
1977 Before And After Science 12.25 4
1978 Ambient 1-Music for airports - 1
1978 Music For Films 13.00 1
1982 Ambient 4-On land - 1
1983 apollo: atmospheres and soundtracks - 1
1985 Thursday Afternoon - 1
1992 Nerve Net 13.00 1
1992 The Shutov Assembly - 2
1993 Neroli - 1
1997 The Drop 12.00 1
2005 Another Day On Earth 10.00 1
2011 Drums Between the Bells 10.00 1
2011 Panic of Looking 10.00 1
2012 Lux - 1

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