Big in Japan (Live in Tokyo 2010)
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
MIG-Music GmbH |
| Durchschnittswertung: |
keine Wertung (1 Rezension) |
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Besetzung
| Klaus Schulze |
keyboards,e-guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Crystal Returns
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38.03
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| 2. |
Sequencers Are Beautiful
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39.00
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| Gesamtlaufzeit | 77:03 |
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| Disc 2 |
| 1. |
La Joyeuse Apocalypse
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46.35
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| 2. |
Nippon Benefit
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14.10
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| 3. |
The Deductive Approach
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12.12
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| Gesamtlaufzeit | 72:57 |
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| Disc 3 |
| 1. |
A Crystal Poem
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34.12
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| 2. |
Seqencers are beautiful
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43.39
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| Gesamtlaufzeit | 77:51 |
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Rezensionen

Neulich kam bei mir eine schmerzhaft reduzierte Promo-Ausgabe von Schulzes "Big in Japan" an. Nach einer nicht minder schmerzhaft teuren und extrem limitierten japanischen Version, folgt nun die europäische Veröffentlichung, diesmal bei dem MIG-Label aus Hannover. Die normale Ausgabe besteht nämlich aus zwei Audio-CD's und einer DVD, bei der mir vorliegenden Promo-Version fehlt die DVD, die den 5.1 Surround Sound und den auf den CD's nicht enthaltenen Track "Crystal Poem" beinhalten soll. Zudem ist "Sequencers are beautiful" auf der DVD um vier Minuten länger, als auf der Audio-CD. Aber genug gejammert: als Ausgleich für die fehlende DVD könnten die offenbar nur bei dieser Version vorhandenen Darstellungen des Musikers als einer Comicfigur in bester Loriot-Manier dienen. Und trotzdem: eine unvollständige Version einer Veröffentlichung sollte eigentlich nicht benotet werden.
"Big in Japan" ist nach drei Veröffentlichungen mit Lisa Gerrard die erste Solo-CD von Schulze seit "Kontinuum" von 2007. Die im März 2010 stattgefundenen japanischen Auftritte waren Schulzes ersten seit 2003.
"The Crystal returns" ist als sanftes und ohne die Intensität des Originals auskommendes Remake von "Crystal Lake" aus dem Jahre 1977 konzipiert, wobei nach ca.18 Minuten die Bezüge zum Original immer unverbindlicher werden, bis keine Ähnlichkeit mehr auszumachen ist.
In dem ersten Teil von "Sequencers are beautiful" zeigt Schulze, dass er sich immer noch neu erfinden kann, wenn auch nur für kurze Zeit. Anfangs überrascht den Hörer eine spartanisch-avantgardistische Klangwelt, auf die ziemlich schnell die groovenden Tablarhythmen folgen. Begleitet von dem elektronischen Tabla-Groove erklingt bald ein Geflecht aus dezent eingesetzten Sequencern. Danach kommen einige weitgehend rhythmusfreie orchestrale Akkordfolgen, dann wieder frei schwebende, sakral angelegte Flächen. Wer hier also, wie früher, einen trancigen, unendlich solierenden Schulze erwartet, sieht sich stattdessen mit meditativen orchestralen Improvisationen konfrontiert. Die von der Plattenfirma hervorgehobenen E-Gitarren-Beiträge von Schulze beschränken sich nach meinem Eindruck auf die wenigen Akkorde am Anfang des Stückes. Bei Minute 35 erklingt in dem orchestralen Kontext ein Instrument, das wie eine Verbindung aus Clavinet und akustischer Gitarre anmutet. Die Wunder des Samplings...Das Ende des Stückes wurde wie ein finsteres Orchester direkt aus der Hölle gestaltet.
In "La Joyeuse Apocalypse" sind die Komponenten weitgehend die gleichen. Im Unterschied zu "Sequencers are beautiful" lässt sich Schulze aber diesmal in dem polyphon trancigen Stück öfters musikalisch gehen, ohne an die ablaufende Zeit zu denken - wie man es von seinen meisten Stücken kennt - anstatt sich in sehr unterschiedlichen Teilen auf der Suche nach Überraschungen zu begeben. Das wird bis Ende so weitergehen, könnte man nach ca. 20 Minuten meinen. Weit gefehlt: zur Abwechslung gibt es nun atonale, leicht modulierte Klangflächen, die mich von der Stimmung her an "Zeit" von Tangerine Dream erinnern und auf die mal wieder ungestüme orchestrale Improvisationen folgen. Aber nach wenigen Minuten des interessanten Zwischenspiels kehrt wieder die konzertante Rhythmik der ersten 20 Minuten zurück.
In "Nippon Benefit" agiert Schulze anfangs als romantisch-dramatisches Ein-Mann-Orchester. Dies weicht anschliessend klanglich interessanten Sequencermotiven.
"The deductive approach" beginnt - ähnlich wie "Sequencers are beautiful"- mit den wunderbar schrägen Passagen, die ich mal spontan "Cyborg on acid" benennen möchte. Leider ist die bizarre Schönheit sehr schnell wieder vorbei. Es folgen die lässig-trancigen Rhythmen, die gut zu den romantischen Keyboardwolken passen. Es wäre nicht die weltweit bekannte elektronische Legende, wenn es dazu nicht einige spacige Synthesizer-Solos geben würde.
Die gerne mit der fortschreitenden Lebensdauer der Künstler wachselnden Zweifel in punkto Kreativität wären also dank "Big in Japan" zumindest für einen Musiker zerstreut.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.11.2010 |
| Letzte Änderung: |
17.10.2011 |
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