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radio massacre international

republic

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Elektronische Musik
Label: Centaur Discs
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Dinsdale Keyboards, Percussion, Devices
Duncan Goddard Keyboards, Bass, Devices
Gary Houghton Guitars, Devices

Tracklist

Disc 1
1. send-off 21:17
2. raw cane approach 26:46
3. republic 25:59
Gesamtlaufzeit74:02


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ein Jahr nach dem Erscheinen des Debütalbums "frozen north" legten radio massacre international ihr zweites Album vor. Auch "republic" erschien auf dem schottischen Label Centaur Discs (aus Dundee), welches inzwischen allerdings seine Tätigkeit eingestellt hat. Dementsprechend schwer ist das wohl nicht in großer Auflage veröffentlichte Album inzwischen zu finden. Das gilt allerdings für alle bis zum Jahre 2000 fast ausschließlich auf nämlichem Label erschienen Scheiben der Briten. Ab und zu wird man allerdings im Gebrauchttonträgerhandel fündig.

Drei lange, wohl weitestgehend im Studio improvisierte, elektronische (retroelektronische) Klanggemälde sind auf "republic" zu finden. Freiformatige Klangflächen und -wolken, vielschichtig übereinander gelagert, angereichert mit allerlei elektronischem Flirren, Fiepen, Dröhnen und Zischen, filigranen Soundgirlanden, gesampelten und verfremdeten Klängen, verhaltenem, fast-industriellem Lärmen und kosmischen Tongeweben, wechseln sich mit rhythmischen, meist ziemlich repetitiv und hypnotisch voranschreitenden, sequenzerbestimmten Abschnitten ab, alles immer wieder angereichert mit diversen Einlagen am Mellotron und besonders Gary Houghtons spacigen E-Gitarrenexkursen. Etwas wärmer und flotter als auf dem Erstling, stellenweise aber auch freier und angeschrägter kommen die Töne hier aus den Boxen, doch ist der stilistische Unterschied natürlich gering, sind die eingesetzten klanglichen Mittel ähnlich (oder dieselben), was auch für Vergleiche mit späteren Werken der Band, wie z.B. "borrowed atoms" gilt. Aber trotzdem stellt jedes Stück von radio massacre international ein jeweils eigenes, immer etwas anderes Arrangement dieser musikalischen Mittel dar.

Einmal mehr sei vermerkt, dass die bekannten deutschen Elektroniker, insbesondere Schulze und Tangerine Dream, die klar zu identifizierende Inspirationsquelle dieser Musik ist. Allerdings kommt die Musik der Briten um einiges abwechslungsreicher (die Zahl der verwendeten Klangfarben und Tonerzeuger ist natürlich um einiges größer), komplexer und klang- und druckvoller aus den Boxen. Zudem erhält die Musik durch Houghtens charakteristische E-Gitarreneinlagen eine eigene Note.

Wie den historischen Vorbildern kann man natürlich auch radio massacre international vorwerfen, dass sie ihre elektronisch-symphonischen Rezepturen von Album zu Album wenig verändern und dass sich bei zunehmender Veröffentlichungszahl eine gewisse Redundanz einstellt. Die drei Briten haben das allerdings auf recht elegante Weise geregelt. Die Zahl der regulären CDs der Gruppe ist noch überschaubar (11 Studioalben seit dem Anfang der 90er - Stand Frühjahr 2011) und da klangliche Varianz durchaus vorhanden. Für alle, die dann wirklich von der Musik der Band begeistert sind und mehr davon brauchen, die können auf die mehr als 20 von der Band selbst vertriebenen CD-Rs zurückgreifen, die weiteres Studiomaterial und vor allem Livemitschnitte bieten.

"republic" kann man - als zweite Veröffentlichung der Band - sowieso noch nicht den "more-of-the-same"-Vorwurf machen. Das Album bietet eine erfrischende, sehr farbige und klangvolle elektronische (Rock)Musik, die jedem Liebhaber des Genres sehr empfohlen sei!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.1.2011
Letzte Änderung: 9.2.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von radio massacre international

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 frozen north 11.00 1
1997 organ harvest 9.00 1
1998 borrowed atoms 11.00 1
2000 the god of electricity 12.00 1
2000 zabriskie point 11.00 1
2003 people would really like space rock if they would only give it a try 11.00 1
2005 emissaries 10.00 2
2007 rain falls in gray 10.00 1
2010 time & motion 11.00 2

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