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Colossus Projects (Finnland)

Dante's Paradiso - The Divine Comedy Part III

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Musea
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Tracklist

Disc 1
1. Marco Lo Muscio (Intro) 06:00
2. Little Tragedies 08:22
3. Nuova Era 06:49
4. Greenwall 11:17
5. Matthijs Herder 04:49
6. Nexus 09:17
7. Brighteye Brison 07:01
8. The RedZen 05:45
9. Tommy Eriksson 02:56
Gesamtlaufzeit62:16
Disc 2
1. Posto Blocco 19 07:21
2. Oracle 05:56
3. Faveravola 07:50
4. Armalite 08:12
5. Groovector 06:52
6. Roz Vitalis 08:40
7. De Rossi & Bordini 04:02
8. Echoes 06:27
9. Jaime Rosas 10:17
Gesamtlaufzeit65:37
Disc 3
1. KBridge 06:21
2. Simon Says 06:58
3. Colossus Project 09:12
4. Ozone Player 06:54
5. Jinetes Negros 06:54
6. Blank Manuskript 05:36
7. Nemo 06:04
8. Daal 08:39
9. Matthijs Herder 10:44
Gesamtlaufzeit67:22
Disc 4
1. Mist Season 07:46
2. Kotebel 07:22
3. Tabula Smaragdina 05:05
4. Raimundo Rodulfo 07:38
5. Flamborough Head 05:16
6. Lady Lake 09:33
7. Yesterdays 05:54
8. Marco Lo Muscio (Outro) 04:48
9. Atlantis 1001 (Bonus Track) 12:10
Gesamtlaufzeit65:32


Rezensionen


Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 1 von 2)


Und Meister Marco "St." Bernard (der Heilige kommt bei Dante tatsächlich vor!) bedeutete seinen Mannen (sprich: Bands), sie mögen nun endlich das große Werk vollenden, zum Ende des Jahrzehnts wolle man doch noch einmal ein Zeichen setzen - und siehe da: das Werk gelang, denn die Künstler holten noch einmal tief Luft und so erschien denn rechtzeitig, passend zum winterlichen Ambiente der Vorweihnachtszeit, Dantes Schlussteil der "Göttlichen Komödie".

Nach dieser würdevollen Einleitung nun zur Sache. Wie bereits bei den Vorgängerausgaben "Inferno" und "Purgatorio" handelt es sich um ein Monumentalwerk von 4 CDs, angereichert mit einem äußerst üppigen Booklet, das keine Wünsche offen lässt, was Informationen rund um das Originalwerk des Dichters wie auch sämtliche Interpreten betrifft. Für diese professionelle Ausgestaltung gibt es an dieser Stelle schon mal ein verdientes Sonderlob.

Die einzelnen Interpretationen der Verse Dantes sind, ebenfalls in stimmiger Folge gleich den Vorgängern, ausgesprochen vielseitig. Neben den tendenziell wie üblich deutlich vertretenen Stilrichtungen Retroprog und konservativem Artrock sind eine ganze Reihe weiterer unterschiedlicher Musikrichtungen zu hören. Das macht die Sache auch über die lange Distanz von über 4 Stunden spannend, abwechslungsreich und unterhaltend, von wenigen Einzelbeiträgen vielleicht mal abgesehen. Übrigens klingt "Paradiso" insgesamt genauso wenig paradiesisch - also weichgespült - wie "Inferno" höllisch und "Purgatorio" nach Fegefeuer - also schräg metallisch. Die einzelnen Beiträge fügen sich bis auf ein paar Ausnahmen vielmehr harmonisch zu einem Bouquet unterschiedlicher Stilarten zusammen. Die Internationalität der Besetzung sucht ihresgleichen, die Beiträge südländischer Bands stellen dabei einen hohen Gesamtanteil. Kaum verwunderlich, passen deren Gefühl für Musik und auch die Sprache nun einmal gut zum Projektthema. Das macht den Gesamteindruck auf den Hörer noch ein Stück authentischer. Ansonsten verlässt sich "Erfinder" Marco Bernard auf Bands und Künstler, die auch auf Teil 1 und 2 präsent waren und die den Geist der Colossus-Werke längst verinnerlicht haben. Nicht immer, aber häufig eine gute Wahl und eine Maßnahme, die die Homogenität innerhalb der 3 Teile verstärkt. Dennoch klingen die meisten Beiträge frisch und unverbraucht.

Auf CD 1 überwiegen zunächst instrumentale Titel, erst in der zweiten Hälfte wird Gesang eingearbeitet und die Tracks haben eine deutlich rockige Note. Little Tragedies erweisen sich als Emerson-Klon, Nexus liefern einen floydigen Höhepunkt ab und Tommy Eriksson beendet mit einem etwas zu niedlich geratenem Instrumentaltrack.

CD 2 bietet die Gelegenheit, bisher unbekannte oder zumindest weniger oft gehörte Bands kennen zu lernen. Insgesamt verläuft dieser Teil relativ unspektakulär, aber CD 3 nimmt dann wieder deutlich Fahrt auf. Der Simon Says-Track wird mal wieder die Geister scheiden: "schiefer" vokaler Einstieg mit der polarisierenden Stimme von Daniel Fäldt, gefolgt von einem "paradiesischen" Refrain und typisch schneidender Gitarre von Jonas Hallberg. Anmerkung: den Song kenne ich in der Urfassung, die von Komponist Stefan Renström persönlich gesungen ist. Damals hatte ich mir hoffnungsfroh vorgestellt, dass Fäldts Gesang hier deutlich positive Akzente setzen würde. Hm, meine Hoffnungen wurden nicht voll erfüllt?

Die getragenen und sphärischen Parts von Matthijs Herder - er darf übrigens gleich doppelt ran, auch auf CD 1 - fügen sich wieder überzeugend ins Gesamtbild ein. Jinetes Negros sind aus der Trilogie gar nicht mehr wegzudenken, ihr typischer Sympho-Prog hat einen hohen positiven Erkennungswert. Blank Manuskript aus Österreich überraschen mit gelungenem Saxophon-Einsatz und endlich kann J.-P. Louveton von Nemo einmal mit einem schönen Gitarrenstück glänzen.

Mist Season eröffnet sehr gekonnt CD 4, bringt instrumentale Abwechslung mit Saxophon und eine angenehme weibliche Stimme in einen Track ein, der stellenweise stark an Karnataka erinnert. Ja, dann muss Raimundo Rodulfo aus Venezuela erwähnt werden. Seine früheren Beiträge hatten mich nicht aufhorchen lassen, abgesehen davon, dass er mit der akustischen Gitarre ausgezeichnet umzugehen vermag. Aber hier zeigt er, welch großer Künstler des Kammer-Prog er ist. Piano, Violine, Akustische Gitarre und Hammond ergänzen einander mit weiblichem Gesang und weichen Mellotron-Teppichen zu einem außergewöhnlichen Track, in dem auch das Grundthema seiner früheren Beiträge aufgenommen wird. Das nennt man schlüssiges Konzept "im Kleinen". Die quietschigen Synthies im Mittelteil wollen wir gnädig verzeihen.

Flamborough Head spielen ein sehr stimmiges Intrumental zwischen Jethro Tull und Focus oder Knight Area. Gutes Wechselspiel zwischen Flöte, Hammond und Gitarre, wobei es gelingt, die Spannung hoch zu halten. Und Lady Lake schließen genau dort, nämlich bei Focus, an. Neun Minuten, die richtig Spaß machen, vor allem, wenn es gegen Ende hymnisch wird. Yesterdays, wieder mit einer anderen, aber auch wieder sehr guten Sängerin, glänzen mit einer pfiffigen Komposition, die jazzige Grundstrukturen mit melodiöser poprockiger Note aufweist. "Hit"verdächtig! Gegen Ende wird es natürlich opulent und pathetisch-symphonisch, das Kirchenorgel-Outro, gespielt an der Orgel der Kirche San Giovanni in Rom und dort am 18.12.09 auch aufgenommen, beschließt krönend das ambitionierte Gesamtwerk, eine Trilogie, die dem Sammler auch in vielen Jahren noch Freude bereiten wird.

So richtig "rund" wäre das Ganze für meinen Geschmack allerdings ohne den Bonustrack gewesen. Nichts gegen den Track als solches, aber wenn Schluss ist, dann sollte auch richtig Schluss sein.

Anspieltipp(s): nee, nicht wieder 4.7, sondern 4 komplett :o
Vergleichbar mit: na was wohl??
Veröffentlicht am: 14.1.2011
Letzte Änderung: 22.1.2013
Wertung: 12/15
um Dezimale besser als "Purgatorio"

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Paradiso! Der letzte Teil der Colossus-Trilogie zu Dante Alighieris Göttlicher Komödie.

Langsam traten bei uns erste Ermüdungserscheinungen auf. Über Bandnamen wie Mist Season und Blank Manuskript machten wir nur noch blöde Witze, die Musik haute uns nicht mehr vom Stuhl. Lag es daran, dass wir langsam das Gefühl hatten, im Grunde immer der gleichen Band zu lauschen? Arbeitet man sich durch 13 Stunden Divina Commedia, wird einem nämlich mehr als deutlich, welchen Einfluss die Flower Kings in den letzten 20 Jahren auf die Szene hatten - im Positiven, aber vor allem im Negativen. Wenn mich der Hörmarathon gestern eines gelehrt hat, dann das: Der Mainstream-Retroprog hat sich in eine Sackgasse verlaufen, in der alles völlig gleich klingt. Unterschiedliche Sounds, unterschiedliche Herangehensweisen an den klassischen Prog, unterschiedliche kompositorische Ideen - Fehlanzeige. Statt dessen: Einheitsbrei. So viele der hier versammelten Bands klingen absolut gleich, vor allem die Keyboarder, die sämtlich die flachsten (weil am einfachsten zu spielenden) Figuren von Tony Banks kopieren. Die Unterschiede mögen ja für den Bandfan eine große Rolle spielen, für den unvoreingenommenen Hörer sind sie dagegen vernachlässigbar. So solide das Durchschnittsniveau auf den zwölf CDs auch sein mag, wirklich neue Wege im Retroprog werden anderswo aufgezeigt, von Bands, die Elemente etwa aus Jazz, Folk, Ethno, Metal oder Avantgarde in den Retroprog integrieren. Und es wird einem klar, welche Qualität man doch von den großen Namen präsentiert bekommt - seien Leute wie Neal Morse, Andy Tillison, Dan Britton oder Tomas Jonson auch noch so etabliert.

Vielleicht liegt der Grund aber auch ganz woanders... Hölle, Fegefeuer, Himmel - entbehrt es wirklich jeder Grundlage, wenn behauptet wird, man wolle auf keinen Fall in den Himmel, weil es dort so furchtbar langweilig sein muss? "Von morgens acht Uhr bis mittag zwölf Uhr frohlocken, von mittag zwölf Uhr bis acht Uhr abends "Hosianna" singen" - logisch - wer will das schon! Richtig ab geht's nur in der Hölle. Und so ist manch pathetischer Beitrag in dieser letzten Box, gepimpt mit Orgel und Chor, deutlich jenseits der Peinlichkeitsgrenze. Ich sag nur: Frohlocken und "Hosianna" singen...

Positiv fielen uns allerdings Little Tragedies, Roz Vitalis (ausnahmsweise), KBridge, Ozone Player, und Lady Lake auf, letztere ebenfalls ausnahmsweise. Stark, aber nicht ganz stark waren Kotebel, von denen man ja immer so einiges erwarten kann. Und über mehrere CDs hinweg entpuppte sich der uns allen bislang vollkommen unbekannte Matthijs Herder als eine echte Überraschung. Ein Typ, auf den man mal ein Ohr werfen sollte.

Der Divina-Commedia-Immersionstag war Retroprog-Overkill (ich musste Voivod auflegen, nachdem die Gäste gegangen waren), Christentum-Overkill und Keyboardfanfaren-Overkill - aber alles in allem ein sehr geiler Tag, und zwar dank der großartigen Michelle, Normann, Jochen, Horst und Roland, die in sich genügend Irrsinn zusammengekratzt haben, um sich das mit mir zusammmen anzutun. Ein spezieller Dank geht allerdings an den wie immer fantastischen Pepe, der einfach die beste Pizza in Mannheim macht. Warum? Weil er sie salzt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2013
Letzte Änderung: 23.1.2013
Wertung: 8/15

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2005 Odyssey - The Greatest Tale 9.00 1
2006 The 7 Samurai - The Ultimate Epic 8.50 2
2008 Dante's Inferno - The Divine Comedy Part I 10.50 3
2009 Dante's Purgatorio - The Divine Comedy Part II 10.50 2
2009 The Spaghetti Epic 2: The Good, The Bad And The Ugly 10.00 1
2010 The Spaghetti Epic 3: The Great Silence 11.00 1
2016 Decameron – Ten days in 100 novellas – Part III 11.00 1

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