SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.7.2018
Barnacles - Air Skin Digger
Distorted Harmony - A Way Out
Yasuaki Shimizu - Kakashi
21.7.2018
Barnacles - One Single Sound
Robert Cohen-Solal - Les Shadoks
The Flaming Lips - Embryonic
20.7.2018
Distorted Harmony - A Way Out
Three - Live Boston '88
Koenjihyakkei - DHORIMVISKHA
The Enid - Live At Loreley
Southern Empire - Civilisation
Marcello Giombini - Synthomania
19.7.2018
Cavern Of Anti-Matter - Hormone Lemonade
Twelfth Night - Fact and Fiction
Spock's Beard - Noise Floor
17.7.2018
Deafening Opera - Let Silence Fall
Ihsahn - Àmr
16.7.2018
Twelfth Night - Fact and Fiction
ARCHIV
STATISTIK
24796 Rezensionen zu 16977 Alben von 6612 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Yes

Live in Chile 1994

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: Showtime
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jon Anderson Vocals, Keyboards, Percusion
Tony Kaye Keyboards
Trevor Rabin Guitars, Vocals, Keyboards
Chris Squire Bass, Vocals
Alan White Drums

Gastmusiker

Billy Sherwood Guitars, Bass, Keyboards, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Intro
2. Perpetual Change
3. The Calling
4. I Am Waiting
5. Rhythm Of Love
6. Real Love
7. Hearts
8. Changes
9. Heart Of The Sunrise
10. Make It Easy (Intro)
11. Owner Of A Lonely Heart
12. And You And I
13. I've Seen All Good People
14. Walls
15. Endless Dream
16. Roundabout
17. Purple Haze


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Vor einigen Jahren hatten mehrere Websites rund um die Band Yes die DVD-Veröffentlichung eines Konzerts der 1994er Talk-Tour angekündigt. Es gab aber offensichtlich Probleme, die Rechte an diesen Aufnahmen betreffend. Nun ist die DVD doch erschienen, sie ist online überall zu haben und steht auch in einigen Läden, aber sie gehört offenbar zu den vielen Veröffentlichungen der letzten Jahre, die die Band aufgrund der Rechtslage nicht verhindern konnte – und von denen wir auf den BBS schon einige rezensiert haben.

Mit "Live in Chile 1994" liegt das Konzert vom 20.09.1994 in Santiago de Chile vor, ein Konzert, das damals im Fernsehen zu sehen war. So ist auch diese Aufnahme entstanden. Es dokumentiert das schleichende Ende der Rabin-Ära: Nach dem abstrusen Versuch, mit "Union" eine achtköpfige Band zusammenzuzimmern, war Yes, seit "90125" ohnehin nur noch ein loses Projekt wechselnder Musiker, nach und nach auseinandergebröselt (Bruford) oder gesteuert von Management und Plattenfirmen auseinandergebröselt worden (Howe und wohl auch Wakeman). Dann wollte Gitarrist Trevor Rabin aussteigen und Chris Squire musste ihn mühsam davon überzeugen, dass es Sinn machte, weiterhin bei der Band zu bleiben. Dass Rabin das letztlich anders gesehen hat, dürfte ihm (mittlerweile erfolgreicher Hollywood-Komponist) am allerwenigsten geschadet haben. Jedenfalls brachte diese Wendung einen gewissen Billy Sherwood ins Spiel, ein Kumpel Squires, der bereits auf "Union" mit Yes zusammengearbeitet hatte: Er war auf Anregung Rabins als sein Ersatzmann vorgesehen, hatte schon bei den Aufnahmen von "Talk" geholfen und tourte nun als Gitarrist, Bassist und Mädchen für alles mit Yes. Kurz vor dem Start der "Talk"-Tour wurde dann bei Squire nach einem seiner Partyexzesse ein leichter Herzinfarkt festgestellt, was seine Teilnahme an der Tour in Frage stellte. Da die Versicherung der Band es daraufhin verständlicherweise ablehnte, die Tour zu versichern, suchte sie, allen voran Anderson, in typischer Yes-Manier Wege, nein, nicht Squire doch noch mitzunehmen, sondern schnellstens einen neuen Bassisten anzulernen. Nur durch das energische Eingreifen von Squires Manager Jon Brewer, der später zum Bandmanager aufsteigen sollte, konnte eine "Talk"-Tour unter Teilnahme Squires gesichert werden.

Die Tournee der derart erodierenden Band startete dann im Sommer 1994 und umfasste lediglich 76 Konzerte: Nach Europa kam die Band erst gar nicht, weil angesichts des geringen Erfolges von "Talk" (statt der erwarteten 5 Millionen Exemplare konnte man gerade mal 300.000 verkaufen) kein Promoter das finanzielle Risiko übernehmen wollte. Als Yes dabei nach Chile kam, hatte sich eine Setliste längst verfestigt: Songs wie "Cinema", "City of Love", "Hold on" oder "Where will you be" wurden nicht mehr gespielt. Trotz dieser Routine zeigt sich die Band hier vielleicht eines der letzten Male nicht als abgehalfterte Altmännerband: Das neue Album wurde fast komplett gespielt (etwas das Yes in den folgenden Jahren nur noch ganz selten taten – zu oft gab es eins oder mehrere Bandmitglieder, die sich für den einen oder anderen Song (oder gar für ganze Alben) zu sehr schämten). Sämtliche Songs, vor allem die der Rabin-Ära, kommen kraftvoll und dynamisch daher, selbst der später viel gescholtene Alan White wirkt hier noch sehr agil, und Trevor Rabin erscheint neben – vielleicht sogar noch vor – Anderson als Motor der Band. Wer die weitere Bandgeschichte kennt, weiß, dass er das zu diesem Zeitpunkt auch war. Glänzend seine Soli in Songs wie "The Calling", "Rhythm of Love" und vor allem "Endless Dream", das von der Band als Höhepunkt des Konzerts angelegt war, diesen Status allerdings nicht ganz erreichen konnte, weil die Liveumsetzung im Vergleich zur Perfektion des fast komplett digital erstellten Studiowerks ein wenig hölzern und ruppig wirkt. Dennoch: "Live in Chile 1994" ist eine schöne Dokumentation der Livedarbietung von "Talk". Da Rabin die klassischen Yes-Songs in den Jahren zuvor live mehr oder weniger zerstört hatte, verzichtete man 1994 weitgehend auf sie oder kürzte sie ("Perpetual Change", "Roundabout"). Dem Konzert tut das nur gut, es ist dadurch nicht zu so einem Sammelsurium geraten wie etwa die Konzerte der vorausgehenden "Union"-Tour - wenn auch Rabin-Yes hier erstmals eine immerhin beachtliche Version von "Heart of the Sunrise" gelungen ist.

Womit wir bei den offensichtlichen Seltsamkeiten dieses Konzerts angelangt wären. Viele Fans haben sich gefragt, warum eigentlich Billy Sherwood bei dieser Tour mit von der Partie war, das habe ich oben erklärt. Die Frage müsste vielmehr lauten, warum Tony Kaye dabei war. Sie stellt sich zum Beispiel, wenn Rabin Keyboardpassagen aus "Heart of the Sunrise" auf der Gitarre spielt, wenn er die Einleitung in "And you and I" übernimmt – sie allerdings auf dem Keyboard spielt, oder wenn er selbst einen Solospot als Keyboarder (!) übernimmt. Klar, Rabin empfand Kaye als notwendiges Übel, aber das so offensichtlich zu machen, wirkt demütigend und unwürdig.

Andererseits darf fast jeder Mal ran an die Keys, selbst Anderson drückt mal die Tasten. So etwas geschieht dann besonders an solchen Stellen, an denen die Band kurze, zum Teil neu komponierte Einleitungen in altbekannte Songs präsentiert. Das ist an 4, 5, 6 Stellen der Fall und wertet das Konzert in jedem Fall noch mal auf, auch wenn Spektakuläres erwartungsgemäß nicht darunter ist. Dasselbe gilt für den kurzen Ausschnitt aus "Purple Haze", der als kleine Spaß-Zugabe ganz am Ende des Konzerts gespielt wird.

Am Ende der "Talk"-Tour legten Rabin und Kaye nach 13 Jahren die Arbeit endgültig nieder. Beide hatten das vorher schon getan, Kaye sogar mehrfach, nun gaben erneute Streitigkeiten mit Anderson den Ausschlag für endgültige Entscheidungen. Damit war für Yes eine Ära beendet, deren Abschluss nun mit "Live in Chile 1994" - sagen wir - brauchbar dokumentiert ist: Die Bildqualität ist nicht die Beste, vor allem bei den Totalen ist das Bild oft grieselig, die Regie ist inkompetent (Wer singt da gerade? Was ist noch mal eine Gitarre?) und der Klang könnte weit besser sein, weiß man doch, dass die Band damals erstmals ein revolutionäres Soundsystem benutzten, bei dem die Konzertbesucher mit Hilfe von Kopfhörern überall in der Halle die gleiche Klangqualität geboten bekamen wie in der Nähe des Mischpultes. Doch nach der "Talk"-Tour hat niemand jemals wieder etwas von Concertsonics gehört – vielleicht war es ja doch nicht so toll. Aber angesichts eines kompletten "Talk"-Tour-Konzerts und des niedrigen Preises, den zumindest ich für die DVD bezahlt habe (unter 10 Euro), geht "Live in Chile 1994" durchaus in Ordnung.

Anspieltipp(s): Die "Talk"-Songs, "Heart of the Sunrise"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.2.2011
Letzte Änderung: 17.10.2013
Wertung: 10/15
Wer großen Wert auf Bild- und Tonqualität legt, zieht einen oder zwei Punkte ab

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Yes 8.40 5
1970 Time And A Word 9.20 5
1971 The Yes Album 9.80 6
1972 Fragile 11.20 5
1972 Close To The Edge 13.80 13
1973 Yessongs 13.00 3
1973 Tales From Topographic Oceans 13.25 8
1974 Relayer 14.22 9
1975 Yesterdays - 2
1975 Yessongs (VHS/DVD) 11.00 2
1977 Going For The One 9.88 8
1978 Tormato 7.71 8
1980 Yesshows 10.00 3
1980 Drama 11.50 8
1981 Classic Yes 12.00 2
1983 90125 8.13 8
1985 9012 Live - The Solos 5.00 3
1987 Big Generator 6.67 6
1991 YesYears 13.00 2
1991 Union 6.00 7
1991 Owner Of A Lonely Heart - 1
1992 Yesstory - 1
1992 Union Tour Live (DVD) 7.00 1
1993 Highlights - The Very Best of Yes - 1
1993 Symphonic Music of Yes 2.00 2
1994 Talk 6.17 6
1994 Yes Active - Talk (CD-ROM) 8.00 1
1996 Keys To Ascension 8.00 4
1996 Keys to Ascension (VHS/DVD) 7.00 1
1996 Live in Philadelphia 1979 (DVD) 4.00 1
1997 Open Your Eyes 4.17 6
1997 Something's coming - the BBC Recordings 1969-1970 9.00 2
1997 Keys To Ascension 2 10.50 4
1998 Yes, Friends and Relatives 3.00 2
1999 Musikladen live (DVD) 6.00 1
1999 The Ladder 6.00 7
2000 House Of Yes - Live From House Of Blues 6.00 2
2000 The Best of Yes - 2
2000 House of Yes - Live from House of Blues (DVD) 8.00 2
2000 Masterworks 8.00 1
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 1 (DVD) 13.00 2
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 2 (DVD) 14.00 1
2001 Magnification 8.00 9
2001 Keystudio 9.00 2
2002 Symphonic Live (DVD) 10.00 3
2002 In a Word: Yes (1969- ) 12.50 2
2002 Yes today - 1
2002 Extended Versions - 2
2003 Greatest Video Hits (DVD) 3.00 1
2003 Yes Remixes 2.00 1
2003 YesSpeak (DVD) 9.67 3
2003 YesYears (DVD) 10.00 1
2004 Yes Acoustic (DVD) 6.00 2
2004 The ultimate Yes 10.00 2
2004 Inside Yes. 1968 - 1973. An independent critical review. (DVD) 10.00 1
2005 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (DVD) 10.50 2
2005 Inside Yes Plus Friends and Family (DVD) 11.00 1
2005 The Word is Live 11.00 1
2006 9012Live (DVD) 10.00 2
2006 Essentially Yes - 1
2007 Live at Montreux 2003 - 1
2007 Live at Montreux 2003 (DVD) 9.00 1
2007 Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set - 1
2008 The New Director's Cut 9.00 1
2009 The Lost Broadcasts 7.00 1
2009 Rock Of The 70's 7.00 1
2010 Keys to Ascension (2CD + DVD Box Set) 10.00 1
2011 In The Present - Live From Lyon 9.00 2
2011 Live on Air - 1
2011 Fly from here 8.57 7
2011 The Revealing Science Of God 7.00 1
2011 Union Live (DVD) 11.00 1
2012 Yessongs - 40th Anniversary Special Edition (Blu-Ray) - 1
2013 The Studio Albums 1969-1987 - 1
2014 Like It Is - Yes at the Bristol Hippodrome 6.00 1
2014 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (3CD Set) 9.00 1
2014 Heaven & Earth 5.17 7
2015 Progeny: Highlights From Seventy-Two 12.00 1
2015 Like It Is - Yes at the Mesa Arts Center 10.00 1
2015 Progeny - Seven Shows from Seventy-Two 8.00 2
2017 Topographic Drama – Live Across America 10.00 1
2018 Fly from Here - Return Trip - 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum