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Long Distance Calling

Long Distance Calling

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (VÖ:18.02.2011)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Independent / Alternative; Postrock; Progmetal; sonstiges
Label: Superball music
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

David Jordan guitars
Florian Füntmann guitars
Jan Hoffmann bass
Janosch Rathmer drums
Reimut van Bonn electronics and sounds

Gastmusiker

John Bush vocal on Middleville

Tracklist

Disc 1
1. Into the black wide open 8.32
2. The Figrin D'an Boogie 6.08
3. Invisible Giants 7.25
4. Timebends 7.57
5. Arecibo (Long Distance Calling) 5.53
6. Middleville 8.30
7. Beyond the void 11.40
Gesamtlaufzeit56:05
Disc 2
1. Black Paper Planes   (Bonus-CD "Live at Roadburn 2010") 8.00
2. Fire In The Mountains 8.42
3. I Know You, Stanley Milgram! 8.51
4. Philadelphia Bluntset 6.03
5. The Very Last Day 9.28
6. Metulsky Curse Revisited 10.12
Gesamtlaufzeit51:16


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Long Distance Calling machen einfach Instrumentalrock und nicht etwa Postrock, meinen die Bandmitglieder. Bei den aus Jamsessions entstehenden, bisweilen sphärischen Instrumentalteilen wird sich die Bezeichnung Postrock aber nicht ganz vermeiden lassen. Zugegebenermaßen fungiert Postrock nur noch als ein Puzzleteil in den komplex aufgebauten Stücken. Gleichzeitig ist "Long Distance Calling" doch vergleichweise straff und kompakt ausgefallen, weil das Quintett auf seinem dritten Werk für sich die Gitarrenriffs entdeckte. Diese Entdeckung resultierte in stark nach Stoner Rock und Progressive Metal klingenden Kompositionen.

Die gitarrendominierten Instrumentals bieten ausserdem wiederholt diverse Mischformen von Alternative Rock, Progressive Rock, Postrock, Psychedelic Rock und New Artrock, je nachdem, welche Art der Gitarrenarbeit gerade angesagt ist. Zudem gibt es vereinzelt sprechende Stimmen und (leider) ebenso vereinzelt auftretende elektronische "Störgeräusche" von dem eigens dafür zuständigen Reimut van Bonn. Herr van Bonn wird nach allem Ermessen für das Ambient-Intro von "Beyond the void" zuständig sein.

Das zweite Instrumental heisst "The Figrin D'an Boogie". Die leicht groovenden Gitarrenmotive, die in ihrer Originalform vielleich in Richtung "boogie" gewiesen haben, wurden scheinbar doch stark abgewandelt und umgeändert, bevor sie der Veröffentlichung zugeführt wurden, so dass man Boogie nur noch erahnen kann. Ebenso wie "Timebends" streift "The Figrin D'an Boogie" Bereiche wie Stoner und Southern Rock. Zu den Stärken von "Timebends" zählen ausserdem noch der funkige Bass, postrockige Passagen sowie repetitive und zugleich virtuose Gitarrenfiguren. In "Arecibo (Long distance calling)" erzeugen die Gitarrenriffs abwechselnd Assoziationen mit Progressive Metal, Thrash Metal und Progressive Stoner Rock. Dabei sorgen die unkonventionellen (mitunter noisigen) Gitarensolos und Postrock-Zwischenspiele für die zusätzliche Abwechslung. Bei solchen Tendenzen erscheint es nur passend, dass der einzige Gesangsbeitrag des Albums in "Middleville" von dem Anthrax-Sänger John Bush bestritten wird. Der Song selbst würde vielleicht zu Alice in Chains passen, wenngleich die beiden Instrumentalteile von "Middleville" eher Progressive Rock entspringen.

Das nach dem Bandnamen betitelte Album bietet also ein vergleichsweise breites Spektrum zwischen entspanntem Postrock, engagiertem Progressive Rock und energetischen Progmetal-Exkursionen.

Die Digipak-Version beinhaltet eine "Live at roadburn 2010" genannte CD, die der Promo-Version allerdings nicht beiliegt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.2.2011
Letzte Änderung: 17.2.2011
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Long Distance Calling möchten sich nicht als Postrock-Band sehen - da haben sie auch vollkommen recht. Natürlich beinhaltet instrumentaler Rock - zumal wenn er epischen Charakter hat - auch immer sicherlich dem Postrock zugeschriebene Elemente, so gibt es auf "Long Distance Calling" (das dritte Werk der Münsteraner ist der Einfachheit halber selbstbetitelt) durchaus Spielchen mit Laut-/Leise-Schemata und majestätisch dahinschreitende Klangkathedralen. Aber das ist eben "nur" noch ein Aspekt der Musik der Quintetts, zumal Long Distance Calling den Soundlevel durchaus eher auf "hoch" stehen lassen. Dazu gesellen sich verzwirbelte Gitarrenriffs, die sich zu kunstvoller musikalischer Ornamentik verschlingen, je nach Bedarf eher elegisch-psychedelisch, aber auch schon mal kräftig-metallisch und vor allem eine sehr dicht, moderat vertrackt agierende Rhythmusfraktion. Das Schlagzeug steht mit variablem Spiel und geschickt platzierten Fills und Breaks dominant im Klangraum und der Bass darf sonor bollern und sogar ab und an funky ploppen. Das verleiht der Musik Dynamik und Feuer, vom Lahmarschigkeit keine Spur.

Das Long Distance Calling dazu noch wunderschöne Melodien ins Geschehen einflechten, ist dann fast schon Bonus. 'Electronics' und sanfte Keyboard-Flächen sorgen für zusätzliche Klangfülle und Soundgimmicks, ebenso wie gelegentlich eingesetzte Sprachsamples. Nach geheimnisvoll-düsterem Beginn ("Into The Black Wide Open") und purer Schönheit ("Invisible Giants") zeigen Long Distance Calling dann mit dem hochenergetischen, treibenden "Arecibo" wie Powerriffing par excellence funktioniert.

Viel eher als Postrock machen Long Distance Calling so was wie instrumentalen New Artrock gepaart mit intelligentem Alternative Rock mit Zug zu einer gewissen Härte. Das steht der Band so gut, dass man vielleicht mit der eigenbetitelung des Albums auch ausdrücken wollte, dass man sich nun so richtig gefunden hat. Instrumentaler Rock könnte kaum spannender, mitreißender, geheimnisvoller dargeboten werden. Auch agiert man nun etwas rauer, wie wenn man sich ständig in sehr bewegter musikalischer See aufhalten würde. Dazu passt der nun schon zum Klang-Inventar der Band gehörende Gesangs-Gastauftritt - diesmal John Bush (Armored Saint, Ex-Anthrax) - mit eher rauer, dreckiger Attitüde wie die berühmte Faust aufs Auge.

Eine wirkliche runde Sache wird das Album in der Special Edition mit der beigelegten CD mit einer Liveaufnahme vom Roadburn-Festival 2010. Voller Spielfreude und bei bestem Klang präsentieren Long Distance Calling die Höhepunkte ihrer beiden ersten Alben (mit dem Bonus "Metulsky Curse Revisited", welches bislang nur auf der Split-EP mit Leech veröffentlicht wurde), druckvoll, rotzig, heftig. Es empfiehlt sich also dringend zu dieser Ausgabe zu greifen, wenn man eine der besten zeitgenössischen Instrumental-Rock-Formationen in voller Schönheit genießen will.

Anspieltipp(s): egal, aber "Arecibo" ist kurz, heftig und berauschend
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2011
Letzte Änderung: 12.3.2013
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Der Musik auf der Studioscheibe liegt ein einfaches, aber effizientes System zugrunde: ein meist nur wenige Töne umfassendes Motiv, das einen, aber auch mehrere Takte in Anspruch nehmen kann, wird vier Mal wiederholt, dann folgt ein neues Motiv, das ebenfalls vier Mal wiederholt wird. Und so weiter. Manchmal sind es auch zwei, seltener acht Wiederholungen, meistens aber vier. Manchmal werden die letzten beiden Wiederholungen, manchmal die Wiederholungen eins und drei ein wenig variiert.

Im Großen und Ganzen war es das eigentlich schon. Ein wenige Töne umfassendes Motiv nennt man in der Pop- und Rockmusik "Riff", ich schreibe das deswegen, weil derzeit eine ganze Generation aufwächst, die noch nie eines gehört hat und gar nicht weiß, was das ist. Von Long Distance Calling kann man das lernen, Long Distance Calling spielen kaum etwas anderes, und das machen sie richtig gut.

Dieses modulare System der zwei, vier oder acht Mal wiederholten Riffs kann man mögen oder nicht. Ich ganz persönlich empfinde es als unglaublich starr und schematisch; und ich werde beim Musikhören immer ganz wuschig, wenn ich vorher schon weiß, was gleich passiert, selbst wenn ich das Stück noch gar nicht kenne. Bei Filmen und Büchern geht mir das genauso.

Nun wäre es aber unfair, sich zum Vergleich wegen des Stichworts "Riff" von allen mit repetitiven Elementen und vorhersehbaren Strukturen arbeitenden Musiken ausgerechnet die "normale" Pop- und Rockmusik herauszupicken. Schon allein der von mir angesprochene oft lineare Aufbau der Songs verbietet das, ebenso wie viele andere Stilelemente, die meine Vorredner bereits angesprochen haben. Stattdessen sollte man beim Hören von "Long Distance Calling" auf die Feinheiten achten, die kleinen, versteckten Variationen, etwa im Spiel von Janosch Rathmer, hin und wieder lockert auch ein Gitarrensolo den einen oder anderen Song auf, eine Anspielung an andere Bands oder der Gesang von John Bush. Dann fällt einem vielleicht auch auf, dass es doch nicht immer so linear zugeht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.3.2012
Letzte Änderung: 25.4.2012
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Long Distance Calling

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Satellite Bay 10.00 1
2009 Avoid The Light 7.50 2
2013 The Flood Inside 10.67 3
2014 Nighthawk 11.00 1
2016 Trips 10.00 3
2018 Boundless 10.00 1

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